Ins Grüne mit dem Computer
Unser Leben im Internetzeitalter wird immer schnelllebiger. Wir werden überflutet von Informationen und Anforderungen aller Art, und ein großer Teil davon kommt direkt aus dem Netz. Ob Facebook, iPhone, Twitter, oder YouTube, das virtuelle Angebot wächst ins unermessliche, und scheint auf den ersten Blick nur als schnelle Zerstreuung und Konsummöglichkeit gedacht zu sein. Man verbringt immer mehr Zeit beim Chatten, Surfen, oder Networking, und verliert sich dabei im virtuellen Dschungel.
Wo bleibt dabei die ruhige, besonnene, und gemütliche Seite des Menschen? Die Seite, die sich nur in der Langsamkeit offenbart, und die in der stetigen Informationsflut zu ertrinken droht? Hat sie in dieser Internetwelt nichts mehr zu suchen, und müssen wir den Computer aus dem Fenster werfen um sie wieder zu entdecken? Ich denke nein – es gibt diese Langsamkeit auch im Internet, nur will sie erst entdeckt werden, und wird dabei leicht übersehen.
Neulich habe ich ein Video bei YouTube gefunden mit dem Titel „The Sound of Rain." Da hört man zehn Minuten lang den Klang eines Gewitters, und schaut auf ein Foto von Regentropfen auf einer Pfütze. Das Video wurde im Juni 2008 veröffentlicht, und ist seit dem 2,5 Millionen Mal angesehen worden. Das sind über 3600 Aufrufe pro Tag. Oder: das Video „Amazon Rainforest". Da lauscht man eine halbe Stunde lang nur Urwaldklängen, und betrachtet dabei den Regenwald. Hier sind es sogar schon über 3,1 Millionen Aufrufe, seit das Video 2007 veröffentlicht wurde.
Es gibt sie also doch, die Langsamkeit im Internet. Und offensichtlich auch jede Menge Menschen die daran interessiert sind, sie zu entdecken. Dabei ist es eigentlich einleuchtend, die Möglichkeiten des Internets für die Entspannung zu nutzen. Denn einer der Vorteile dabei ist ja gerade die Schnelligkeit des Netzes: Man kann jederzeit eine 5-Minuten Pause einlegen und ein kurzes Entspannungsvideo genießen. Wenn man, beruflich bedingt, den ganzen Tag am Computer verbringt, bietet es sich also an, die Stärken des Internets auch für solche Erholungspausen zu nutzen. Oder man nimmt sich nach Feierabend etwas mehr Zeit, und taucht ein in einen virtuellen Erholungsurlaub.
Forscher haben herausgefunden, dass allein schon die Vorstellung eines ruhigen Augenblicks in einer harmonischen Umgebung eine positive Wirkung auf den menschlichen Organismus hat. Pulsschlag und Atmung verlangsamen sich, und der Blutdruck sinkt. Wenn also schon die Vorstellungskraft dazu reicht den Körper derart zu beeinflussen, ist es wohl nicht überraschend, dass der Anblick eines Videos mit einer idyllischen Naturszene einen ähnlich positiven Effekt auf den Organismus hat.
Dabei lässt sich die erholsame Wirkung solcher Videos noch deutlich verstärken durch die Einbindung von Entspannungsmusik, und durch die Kombination mit geführter Meditation. Warum also nur die hektische Seite des Internets erfahren, wenn man im Netz auch Ruhe und Entspannung tanken kann? Am Besten, Sie probieren es einfach selbst aus, und schauen sich einige gratis Entspannungsvideos an.
Dr. Carl Neumann
Proconnection Ltd.
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