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Energetischer Renovierungsstau

Autor: hahnimmo | Erstellt am: 07.01.2010 | Gelesen: 1939
Kategorie: Immobilien & Makler | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Wichtige Hinweise für Kaufinteressenten in Bezug auf den Energetischen Renovierungsstau

Wolfgang Tups
Wolfgang Tups
Bei einem Ankauf von einer Gebrauchtimmobilie ist nicht nur der optische/techn. sondern auch der energetische Renovierungsstau vom Käufer und Verkäufer in Bezug auf den Kaufpreis zu bewerten. Da die Energiekosten ständig steigen, hat der Gesetzgeber ein Vergleichsparameter in Form vom einem Energieausweis geschaffen.

Die energetische Betrachtung teilt sich zum einen in den Bereich der Luftdichtigkeit Blower-Door mit einer möglichst niedrigen Luftumtauschrate und in den zweiten Bereich "Wärmedämmung" wie in den folgenden Artikeln beschrieben sind:

Fensterarten:
Die folgenden U-Werte sind Erfahrungswerte und schwanken je nach Fabrikat, Type und vor allen Dingen dem Baujahr.

FenstertypU-Wert [W/(m²K)]
Glasbausteine3,2 bis 3,5
Holzfenster mit Einfachverglasung5,0 bis 5,6
Verbundglasfenster, Kastenfenster (zwei Scheiben mit einem doppelten Rahmen zum Aufklappen
3,2
Alufenster mit Isolierverglasung ohne thermische Trennung

4,3
Alufenster mit Isolierverglasung

3,2
Kunststofffenster mit Isolierverglasung
2,5 bis 3,0
Holzfenster mit Isolierverglasung

2,7
Kunststoff- Holz- +Alu-Fenster mit Isolierverglasung1,6 bis 1,9
Wärmeschutzverglasung je nach Verglasung, Gasfüllung und Randverbund1,0 bis 1,4
3-Scheiben Wärmeschutzverglasung

0,9
Passivhausfenster

< 0,8

Korrekturwert bei Sprossen im Luftzwischenraum -LZR-
Korrekturwert Ug-Wert [W/(m²K)]
Sprossen im Scheibenzwischenraum
+ 0,1
einfaches Sprossenkreuz
+ 0,2
mehrfache Sprossenkreuze

Bei älteren Isolierglasfenstern ohne Gummidichtungen ist eher von den schlechteren U-Werten/Luftdichtigkeiten auszugehen.

Moderne Standard-Fenster haben einen U-Wert von ca. 1,3 W/(m²K). Dabei liegt der U-Wert der Verglasung bei ca. 1,1 W/(m²K) und der U-Wert der Fensterrahmen üblicherweise bei ca. 1,5 W/(m²K). Beim Kauf neuer Fenster sollte der U-Wert von 1,3 W/(m²K) nicht überschritten werden!

Kostenschätzung: Erfahrungsgemäß entstehen bei einem Austausch von einem Standart-Fenster pro m² Mauerwerksöffnung zur Zeit zwischen 200-250 €/m² Fensterfläche je nach Fensteranbieter.
Es gibt keinen einheitlichen U-Wert für Fenster, es gibt vielmehr 3 Werte für unterschiedliche Betrachtungen.
Ug-Wert:
Gilt für die Verglasung (von engl. glas, früher kv oder Uv). Seit Gültigkeit der Bauregelliste (14. 3. 3003) wird der U-Wert für Verglasungen europaweit einheitlich nach DIN EN 673 bestimmt.

Uf-Wert:
Gilt für den Fensterrahmen (von engl. frame, früher kR).

Uw-Wert:
Gilt für das Fenster (von engl. windwow, früher kF). Er errechnet sich aus Ug, Uf und ? (PSI). Letzterer berücksichtigt den Randverbund des Isolierglases. Insofern ist Uw nicht mit der früheren Bezeichnung kF vergleichbar.

Die ENEV-Berechnung kann entweder vom Bauteilverfahren ausgehen, oder jedes Fenster einzeln aus Glasanteil, Rahmenanteil und Randverbund berechnen.

Im Bauteilverfahren der EnEV wird pauschal für Fenster, Dachfenster, Fenstertüren und Außentüren ein maximaler Wärmedurchgangskoeffizient von Uw <= 1,4 W/m² K gefordert.

Rollladenkästen
Ug-Wert [W/(m²K)]
Mauerkasten, alt, ungedämmt,
3,0
bisher gedämmte Rollladenkästen
1,8
aktuell, gedämmt, integr. Rollladen im Fenster
< 0,6

Wärmegedämmter Gurtauslaß:
Lüftungsrate C < 0,25 m3 / h (bei 50 Pa Druckdifferenz)
Dies Verluste sind vermeidbar mit Kurbelantrieb oder E-Motor.

Außentüren

Außentüren dürfen nur durch Türen erneuert werden, deren Türfläche einen Wärmedurchgangskoeffizient von 2,9 W/(m² K) nicht überschreitet. Bisher war ein Wärmedurchgangskoeffizient von 3,5 W/(m² K) zulässig

Außentüren müssen nur mindestens mit einer Isolier- oder Doppelverglasung ausgestattet sein, einen Bodenanschlag besitzen und möglichst zwei umlaufende Gummiabdichtung besitzen.

Bemerkung: Eingangstüren mit einer Einfachverglasung oder ohne die wichtigen umlaufenden Gummidichtungen sollten dringend ausgetauscht werden. Eine neue Außentür ist im Baustoffhandel -ohne Einbau- bereits unter € 1.000,00 zu erhalten. Mit einem Einbau von einer Fachfirma beginnt der Preis bei € 1.200,00.

Kellerdecken

Decken gegen unbeheizte Räume -Keller- und Erdreich sollten auf der Kellerdeckenunterseite -Kaltseite- gem. der EnEV gedämmt werden. Die unterseitige Dämmstärke sollte bei einer oberseitigen Trittschalldämmung unter dem Estrich bei min. 8 cm liegen, ohne eine Trittschalldämmung wird eine Dämmstärke von min. 10-12 cm mit der WLG 040 oder besser empfohlen. Der Materialpreis liegt je nach Lieferant bei ca. 12,00 €/m²

Dachdämmung mit pauschalen U-Werten [W/(m²K)]


bis 1918
1919 bis 1948
1949 bis 1957
1958 bis 1968
1969 bis 1978
1979 bis 1983
1984 bis 1994
1995 bis 2009
ab EnEV 2009
Dach/Wände massive Ausführung, zum DG unbeheizt2,12,12,12,10,60,50,40,30,24
Dach/Wände Holz-Ausführung, zum DG unbeheizt2,61,41,41,40,80,50,40,30,24
oberste Decke, auch Böden gegen außen, massive Ausf.2,12,12,12,10,60,50,40,30,24
oberste Decke, auch Böden gegen außen, Holz-Ausf.1,00,80,80,80,60,40,30,30,24

Alte ungedämmte Kaltdächer sind mit Vorsicht zu dämmen, da bei einer falschen Dämmung Kondensfeuchtigkeit in der Dämmungslage insbesondere bei einer offenzelligen Dämmung (Isover, Styropor usw.) oder am Gebälk entstehen kann.
Am besten ist es, wenn die oberste Decke und nicht das Dach gedämmt wird.

Vorteile bei der oberseitigen Deckendämmung:
  • Das Gebälk bzw. Sparren müssen nicht aufgedoppelt werden.
  • Eine Sparrenaufdopplung ist aber wegen einer Zwangshinterlüftung -Luftkanal- und der heutigen sehr dicken Dämmstärke notwendig.
  • Der Dachboden hat weniger Fläche als das Steigdach, somit spart man Isoliermaterial ein.
  • Der Speicher wird nicht mitgeheizt -Energieeinsparung-
  • Geringere Verlegezeit bei der Dachboden-Dämmung
  • Keine Kältebrücken an den Sparren
  • Da der Speicherboden eine kleiner Fläche darstellt, wie das beidseitige Steigdach zzgl. den beiden Giebelseiten, ist auch die Energieabstrahlfläche deutlich kleiner und somit Engergiesparender
  • Verrutscht durch einen starken Sturm eine Ziegel, kann man dies selbst von innen her korrigieren

In der EnEV 2009 gibt es eine Nachrüstpflicht für Altbauten, ab jetzt wird eine Wärmedämmung der obersten nicht begehbaren Geschossdecken [statt bisher 0,30 Watt/(m² K)] künftig 0,24 Watt/(m² K) gefordert. Die Wärmedämmung für die oberster begehbarer Geschossdecke wird zur Pflicht bis spätestens Ende 2011.

Die Änderungen greifen ab dem 01.10.2009.

Autor: Wolfgang Tups in Zusammenarbeit von Tups-Planungsbüro und Hahn-Immobilien
 
 
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