Hochtief
Am zurückliegenden Montag gab es neue Informationen über die Zukunft von dem größten Baukonzern Deutschlands; der Chef von Hochtief – mit Namen Herbert Lütkestratkötter – sprach über den Einstieg des Emirats Katar in das Grundkapital von Hochtief.
Als neuer Anteilshalter soll das Investmentunternehmen 9,1 Prozent davon halten und noch bis zum Ende dieses Jahres eingetragen werden. In der Bekanntmachung sprach Lütkestratkötter auch von dem guten Image, dass deutsche Firmen und auch die deutsche Regierung in Katar genießen. Diese Entwicklung sei eine Folge lang gehegter Pläne, für die schon im Frühjahr dieses Jahres die ersten Gespräche geführt wurden.
Scheinbar lag Lütkestratkötter bei seiner Bekanntgebung auch viel daran, den Eindruck zu verwischen, diese Entwicklung könnte eine Maßnahme zur Abwehr von dem spanischen Großaktionär ACS darstellen. Dieser will nämlich die Mehrheit an Hochtief und hält bereits 30 Prozent an dem Essener Unternehmen. Die bevorstehende Maßnahme sei vielmehr eine „strategische Maßnahme, die für alle unsere Aktionäre gut ist", versicherte Lütkestratkötter. Die Erhöhung des Kapitals von Hochtief begründete Lütkestratköttervor allem damit, dass Anfang September eine Anleihe von 500 Millionen Euro nicht am Markt platziert werden konnte. Dies geschah aufgrund der Ankündigung des Übernahmeangebots von Seiten ACS. Vor allem solle mit Erhöhung des Kapitals auf Wachstumsprojekte gesetzt werden, von denen Lütkestratkötter Windkraftanlagen in der Nordsee und Projekte in Kanada und Indien nannte. Katar war dabei eine nahe liegende Wahl.
Mit bereits fünf Tochterfirmen in Katar und dem guten Verhältnis zu Deutschland ist es zu erwarten, dass Hochtief und das Investmentunternehmen noch weitere Bereiche für eine Zusammenarbeit erschließen werden. Katar Holding kündigte auch an, dass sie „mit allen Hochtief-Aktionären zusammenzuarbeiten" möchten, also auch mit der spanischen ACS. Im
Poker um die Anteile an dem Essener Baukonzern Hochtief wird diese Entwicklung aber definitiv für neue Karten sorgen.