Volvo C30 DRIVe Electric (Quelle: Volvo)
Elektromobilität. Sie steht für Fahrzeuge mit einem sauberen Antrieb in der Zukunft, Autos die mit Ökostrom angetrieben werden und daher keinerlei Emissionen verursachen. Allerdings haben die batteriebetriebenen E-Autos noch einige große Nachteile, die in den schweren und kostspieligen Batterien sowie der vergleichsweise geringen Reichweite liegen. Sind Brennstoffzellen als Ergänzung hier die ideale Lösung?Erste
batteriebetriebene Elektroautos von kleineren Herstellern wie der Think City oder der Tesla Roadster sind bereits auf dem Markt, letzterer sogar bereits in der zweiten Modellgeneration, dem Tesla Roadster 2.5. Mit dem Nissan Leaf startet in den den USA und Japan zudem der erste große Hersteller mit einem „Massenmodell" in der Kompaktklasse und auch die baugleichen E-Autos Mitsubishi i-MiEV, Peugeot iOn und Citroen C-Zero stehen kurz vor der Auslieferung. Der französische Autohersteller Renault plant für 2011 und 2012 gar die Markteinführung von ganzen vier Elektromodellen in den verschiedendsten Fahrzeugklassen. Die Elektrifizierung des Antriebs hat also längst begonnen.
Doch wenn man sich die Kunden bzw. potentiellen Kunden einmal genauer anschaut, stellt man schnell fest, dass viele der Fahrzeuge vor allem an Unternehmen oder Behörden verleast werden sollen. Hintergrund sind nicht zuletzt die hohen Anschaffungs- bzw. Leasingkosten wie auch die zumeist fehlende Infrastruktur. Schließlich ist es einfacher, Elektroautos an einer auf dem Firmengelände installierten Ladesäule zu „betanken", als ein Stromkabel aus dem dritten Stock der Mietwohnung in der Innenstadt zu hängen. Die Infrastruktur an öffentlichen Ladesäulen ist ja schließlich noch kaum vorhanden.
Die Kosten sowie die Probleme des Aufladens sind aber nicht der einzige Punkt, der potentielle Privatkunden von der Anschaffung eines batteriebetriebenen Elektroautos abhalten könnte. Eines der größten Mankos ist die verhältnismäßig geringe Reichweite von meist deutlich unter 200 Kilometern. Denn auch wenn der Großteil der Bevölkerung täglich ohnehin nicht annähernd so weit fährt, gibt man einmal erhaltene Freiheiten, - wie eben die Möglichkeit mit einer Tankfüllung weit über 500 km zu fahren - nur ungern auf. Über verbesserte Batterien wird sich das Reichweitenproblem in absehbarer Zukunft aber nicht lösen lassen, weshalb Autohersteller wie GM im
Chevrolet Volt auf einen Generator als sogenannten „Range Extender" setzen. Dieser Generator ist nichts anderes als ein kleiner Benzinmotor.
Eine weitere Idee ist das Auto mit Elektroantrieb und Brennstoffzelle als Energiewandler. In der Regel muss es dazu Wasserstoff tanken, der dann in der Brennstoffzelle zusammen mit Sauerstoff die elektrische Energie für den Antrieb erzeugt. Aus dem Auspuff entströmt zwar nur Wasserdampf, der Wasserstoff kommt in der Natur aber nur in gebundener Form vor und muss daher erst unter Einsatz von Energie erzeugt werden. Das wohl größte Problem für diese Art von Fahrzeugen ist aber das komplette Fehlen einer Infrastruktur in Form von Wasserstoff-Tankstellen.
Volvo geht mit seinen aktuellen Forschungen zur Bennstoffzelle als Reichweitenverlängerer daher einen anderen, interessant klingenden Weg: Zu Testzwecken werden zwei Volvo C30 DRIVe Electric mit zusätzlichem Benzintank ausgerüstet. In einem sogenannten Reformer wird aus dem Benzin (oder alternativ Bio-Kraftstoff), gasförmiger Wasserstoff gewonnen, der dann in der Brennstoffzelle elektrische Energie erzeugt. Der große Vorteil soll die deutlich gesteigerte Reichweite sein, sowie die überall gegebene Verfügbarkeit von Benzin als Kraftstoff. Nachteil ist, dass CO2-Emissionen anfallen – allerdings sollen sie gering sein und zudem fallen weder Kohlenmonoxid (CO), Stickoxide (NOx), Schwefeloxiden (SOx) oder Rußpartikeln an. Weitere Informationen:
Volvo wird Elektroantrieb im Auto mit Brennstoffzellen kombinierenAutor: Christopher Tan