Manchmal kommt die Hygiene zu kurz
In den letzten Jahren haben vor allem Mediziner viel von sich hören lassen. Mit Streiks und anderen Aktionen versuchen sie immer mal wieder, zum Teil mit Erfolg, höhere Löhne durchzudrücken. Doch eine Schweizer Studie belegt, dass das Pflegepersonal in Krankenhäusern für die komplikationslose Genesung ebenso wichtig ist.Nach einer aktuellen Schweizer Studie infizieren sich circa 10 Prozent aller stationären Patienten in Krankenhäusern. Etwa 2 Prozent der Infizierten sterben an deren Folgen. In Zahlen ausgedrückt heißt das, dass einer von 500 Patienten direkt oder indirekt an den Folgen einer Infektion, zugezogen im Krankenhaus, stirbt. Betroffen sind in erster Linie Patienten mit offenen Wunden. Man muss davon ausgehen, dass die Situation in Deutschland in etwa vergleichbar ist.
Weiter sagt die Studie, dass 30 Prozent aller Krankenhausinfektionen vermeidbar wären, wenn nur einfache hygienische Maßnahmen und Normen konsequent angewendet würden. Hierzu zählen nicht nur das Hände waschen oder Säubern verletzter Stellen, sondern auch das konsequente Reinigen aller Geräte und Utensilien, die mit Patienten in Kontakt kommen. Rationalisierung hat auch vor Krankenhäusern nicht halt gemacht. Daher gibt es Zeiten, in denen nicht nur Ärzte, sondern auch Pflegepersonal unter hohem Zeitstress die Arbeit verrichten müssen. Die Gefahr besteht dabei, dass der Hygiene nicht genügend Aufmerksamkeit gewidmet wird und es zu Nachlässigkeiten kommt.
Auch wenn der Hygienestandard im deutschsprachigen Raum, Schweiz, Deutschland und Österreich, international sicherlich mit führend ist, so zeigt diese Studie zum einen, dass Rationalisierung an ihre Grenzen stößt, zum anderen, dass dem Pflegepersonal mehr Aufmerksamkeit gebührt, wollen wir auf Dauer keine amerikanischen und englischen Verhältnisse. In diesen beiden Ländern ist die Sterblichkeit aufgrund von Infektionen, die man in Krankenhäusern erhalten hat, wesentlich höher.
Noch besser ist es jedoch, alle möglichen Therapien auszuschöpfen, bevor man sich vorschnell unters Messer legt.
Frentzel