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Einen Schuldenberg kann man in der Regel nicht mit Schulden abtragen

Autor: Lackner | Erstellt am: 16.07.2009 | Gelesen: 901
Kategorie: Politik - Gesellschaft & Soziales | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Aus 'Diagnose Übermaßunmäßigkeit. Die Gier der Lemminge.'

Derzeit wird die Geldmenge drastisch aufgeblasen, denn jedes beschlossene Konjunkturprogramm und jede Rettungsmaßnahme basiert auf neuem Geld – in anderen Worten, auf Schulden. Diese neuen Schulden benötigen einen Gläubiger. In der Krise sind das die Zentralbanken, sie können Geld drucken ohne jemanden zu fragen. Jede Menge kann beliebig erzeugt werden. Und ein Blick in die Geschichte zeigt, dass ein sprunghafter Anstieg des Schuldenbergs meist zu einem deutlichen Anstieg der mittelfristigen Inflationsraten, wenn nicht sogar zum Staatsbankrott geführt hat.

Es stellt sich außerdem die Frage, ob die Ankurbelung der Konjunktur nicht nur eine zeitliche Verschiebung des Problems ist, wie beispielsweise die Verschrottungsprämie für PKWs. Neue Schulden können die Auswirkungen des Wirtschaftseinbruchs verzögern und verschieben, aber gelöst wird ein Problem nur, wenn die Ursache beseitigt wird. Eine Änderung wird nur stattfinden, wenn sich die Vorgehensweisen nachhaltig ändern. Man kann eine Kreditkrise nicht in gleicher Weise mit weiteren Krediten lösen. Davon ausgenommen sind nur Kredite für Erfolg versprechende Zukunftsprojekte. Projekte die kommenden Generationen nützen.

Experten befürchten, dass aufgrund der forcierten Konjunkturankurbelung mit neuen Schulden, die derzeitige geringe Inflation bzw. leichte Deflation schnell in eine Hyperinflation umschlagen kann und rechnen mit einer Geldentwertung zwischen fünf und zehn Prozent pro Jahr für die Zeit nach 2010. Denn Inflation ist letztlich immer das Ergebnis einer übermäßigen Ausweitung der Geldmenge.

Dieser Vorgriff auf die Zukunft, die Schulden, müssen von den Schuldnern – Staaten, Betriebe und private Haushalte - zurückgezahlt werden. Dabei wird es ratsam sein sich auf diese Inflation einzustellen. Denn die Zentralbanken werden die Inflation bekämpfen. Es ist in erster Linie ihre Aufgabe die Preisstabilität zu gewährleisten. Das bedeutet das die Zinsen für die Kredite wieder steigen werden.

Dabei muss bedacht werden, dass bei einem Steigen der Zinsen die Zahlungsverpflichtungen für Kredite deutlich höher ausfallen und die Liquidität weiter in Bedrängnis kommt. Die Lasten für das Gestern gehen zu Lasten für das Heute und Morgen. Denn irgendwann muss man das leisten, was man sich geleistet hat.

Es gab Zeiten, da wurde zuvor gespart um sich dann damit ein Haus zu bauen, ein Auto zu kaufen oder auf Urlaub zu fahren. Man hat auf etwas hingearbeitet. Nun muss nachgearbeitet werden. Es gibt die zwei Wege: Sich einschränken und sparen um sich dann etwas leisten zu können oder sich etwas leisten und sich dann einzuschränken und zurück zu zahlen.

Manche Staaten und manch Einzelner haben sich übernommen oder zu viel riskiert. Jetzt folgt die Periode des Zurückzahlens und des Einschränkens. Andere Wege scheinen nicht sehr realistisch zu sein. Außer man gewinnt im Lotto, ist Erbe reicher Verwandter oder hat ein Tischleindeckdich oder einen Goldesel.

Aber, man kann aktiv seine Chancen suchen. Und eine gewisse Bescheidenheit kann den Blick freimachen, um das zu finden, was wirklich zufrieden macht.

Robert Lackner
 
 
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