Denken von Libyen in einem Bild
Vielen Menschen ist die Veränderung unserer Welt nicht bewusst bzw. sie kriegen die Folgen erst sehr viel später mit. So stark wie sich unsere Welt allerdings in den letzten Wochen verändert hat, wird es wohl noch Jahre dauern, bis auch der Letzte sich ihrer Auswirkungen bewusst wird. Vor allem sollte man hier den Bedarf an
Reformen bezüglich der
internationalen Organisation in Augenschein nehmen.Bis vor kurzen dachte ich schon der Begriff „
Revolution" sei für die Menschen ein Fremdwort geworden, nur durch
Tunesien und
Ägyptenwurde mir das Gegenteil bewiesen. Nun hat das Revolutionsfieber auch andere Bevölkerungen in arabischen Ländern gepackt. Wenn man sich jedoch die Lage in Libyen anschaut, beißen sie sich die Zähne aus, was den Sturz des Diktators
Muammar al Gaddafi angeht.

Aber was ist wenn die Bewegungen der Bürger in das Leere verlaufen ? Wird dann alles wieder in die normale Ordnung zurückkehren ? Diese Bewegungen ist der fruchtbarste Boden für eine Opposition, wie sie es noch nie gegeben hat. Der
Wille nach Veränderungen ist in der ganzen Zeit der Unterdrückung so stark geworden, das niemand ahnte wie stark die Bewegung werden würde.
Doch nun weiß man es und nicht nur in dem Land wo du Revolutionen begannen, auch in anderen Ländern hat man den Willen zur Veränderung der Bürger verfolgt. Leider ist es seit 09/11 verstärkt zu der Meinung gekommen, dass der arabische Raum mit dem Islam und der Islam mit dem weltweiten
Terrorismusgleichzusetzen ist. Seit den Bewegungen sollte nun auch der letzte Mensch auf Erden begriffen haben, dass den Menschen im arabischen Raum auch andere Dinge genauso wichtig sind wie ihre Religion. Die Aufstände zeigen es, dass sie für eine Veränderung und somit für ihre Freiheit kämpfen.

Auch eine wundersame Veränderung gibt es, auf der
Bühne der Politik. Da war der Ministerpräsident Italien's Silvio Berluscon noch der beste Freund von dem libyschen (Ex-)Diktator
Muammar al Gaddafi. Doch seit den Aufstände wurde auch diese Freundschaft gekappt und Italien stellt gleich sieben Militärbasen zur Verfügung, welche militärische Maßnahmen gegen die Truppen von
Muammar al Gaddafieinleiten sollen.
Das Bemerkenswerteste und auch Erstaunlichste ist, dass in Sachen
Libyen sich sowohl die
Europäer,
Amerikaner & die
arabische Liga sofort einig waren. Dies erstaunt wirklich, wenn man mal an den ungeduldigen Europäer und den vor preschenden Amerikaner in Sachen "grünes Licht" denkt. Auch das bei den militärischen Einsätzen die arabischen Länder mit eingebunden werden ist genauso neu wie faszinierend, wie doch alle auf einmal am
selben Strang ziehen und auf
gleicher Augenhöhe arbeiten.
Sind die Organisationen in die Jahre gekommen?
Schaut man die Tage auf die NATO-Mitglieder, dann glänzen sie nicht mit Einigkeit sondern eher voller Uneinigkeit. Die bisherigen Luftangriffe gegen das libysche Militär wurden nicht von der
NATO geführt, sondern vereinzelt von Nationalstaaten. Dies ist ein wichtiger Unterschied, wenn man sich das Handeln dieser Organisation anschaut. Trotz der Voraussetzung einer
UNO-Resolution, ist die
NATO bis jetzt noch nicht bereit, was das durchgreifen in Sachen Flugverbotszone über Libyen angeht. Dieses
Argument wird auch von einigen anderen Ländern geäußert, die schon vor einigen Tagen vorsorglich ihr Militär in Stellung für einen Angriff gebracht haben.
Die NATO ist ein Bündnis des Militärs der westlichen Industrienationen, welches gegen den gemeinsamen Feind die weggefallene UdSSR kämpften. Doch der Eiserne Vorhang ist gefallenund mit ihm auch die UdSSR, die NATO ist somit ein Relikt aus dem Kalten Krieg.Die Denkweise dieser Organisation ist leider noch die
gleiche, schaut man sich mal die Mitglieder an, somit sind es weiterhin nur
Europäer und
Amerikaner. Somit hat man es auf ganzer Linie verpasst weitere internationale Bündnisse zu schaffen, wie zum Beispiel mit
asiatischen,arabischen oder russischen Truppen. Wenn natürlich nicht diese veralteten Richtlinien funktionieren, so ergreifen die einzelnen Staaten die
Eigeninitiative.
Eine neue Weltordnung auch mit einer neuen Organisation?
Wenn wir auf die
UNO blicken, dann hat sie sich auch nicht gerade weiterentwickelt in dieser Sache. Der
UN-Sicherheitsrat ist immer noch sehr "
westlich", mit den Ländern
England,Frankreich,Russland,China und USA. Die genannten Länder sind diejenigen, die einen dauerhaften Sitz genießen, man aber dennoch
Afrika,Südamerika, Indien oder den gesamten
arabischen Raum dieses
Privileg verwehrt.
Der
arabische Raum verändert sich immer mehr und langsam wäre auch ein Umdenken betreffend der veralteten
Organisationen notwendig und keine Reformbemühungen wie man es aus dem Hause der
UNOkennt, die immer in das Leere verlaufen. Es müssen endlich Organisationen
abgelöst werden, die im
Nachgang des zweiten Weltkrieges entstanden sind oder es muss endlich ein
richtiges massives Umbauen der genannten
Organisationen beginnen.