Eine Bügelfibel
Fibeln waren von der Antike bis hinein ins späte Mittelalter eine beliebte Methode, um seine Kleidung in Ordnung zu halten. Doch schon aus prähistorischen Zeiten gibt es Funde, welche den Gebracuh von Fibeln nachweisen. Diese einfache Art von Fibeln bestanden noch aus zwei Teilen, meist aus Horn und Knochen, später auch aus Bronze. Die uns bis heute bekannte Form, in der der Dorn der Fibel entweder federnd oder über eine Öse mit dem Bügel verbunden ist, wurde erst in der Antike angefertigt.
Lange vor der Erfindung von Knöpfen und Reißverschlüssen, ohne die heutzutage ein Leben nicht mehr vorstellbar ist, wurden Fibeln dazu benutzt, die mittelalterliche Bekleidung, wie Umhänge oder Mäntel, sicher zu verschließen. Dabei wurde der Dorn der Fibel durch das Kleidungsstück gestochen und mit dem Bügel gesichert. Bei besonders großen Fibel, wie z.B. den schottischen Prachtfibeln, konnte der schwere Stoff sogar um die Nadel herumgelegt werden, so dass er nicht beschädigt wurde. Vergleichbar sind die mittelalterlichen Fibeln am ehesten mit der modernen Sicherheitsnadel, welche damit eigentlich ein Relikt aus uralten Zeiten ist.
Fibeln gab es in mehreren Formen, am bekanntesten sind sicherlich die Bügelform (siehe Foto) und die Omegaform, welche ihren naheliegend Namen aufgrund der Ähnlichkeit zum griechischen Buchstaben Omega erhielt. Wie so oft, erfüllten auch die Fibeln nicht nur eine praktische Funktion: In Form von reich verzierten Prunk- und Prachtfibeln, waren Sie schnell auch ein zierendes
mittelalterliches Accessoires am Gewand. In manchen, vor allem nordischen, Kulturen galten Fibeln auch als ein Statussymbol für Lords und Clanoberhäupter. So gab es Fibeln, welche, vergleichbar zur Krone und Szepter im europäischen Hochmittelalter, von jeweiligen Stammesoberhaupt an den Nachfolger vererbt wurden, um seinen Machtanspruch nach außen hin sichtbar zu machen.
Heutzutage erlebt die Fibel, aufgrund der stetig wachsenden Mittelalterszene, mit aktiven Gruppen, Mittelaltermärkten und dem einen oder anderen
Mittelalter Shop, eine Renaissance. Kein Gewandeter, ob authentisch oder nicht, kann mehr auf diese Art des Knopfersatzes mehr verzichten. Eine reiche Auswahl an Repliken sorgt dafür, dass sowohl der Edelmann, als auch der Leibeigene die passende Fibel für sich findet.
Und wer weiss? Vielleicht entdeckt ja bald ein gewisser Herr Lagerfeld oder eine Frau Versace die Fibel wieder für ihre neuesten Kreationen der Prêt-à-porter?
Autor: André Gebien
Taberna Mercatoria