Jeder interessierte Bauherr kennt sie - die Dampfsperre. Sie ist eine Schicht, die auf der Innenseite einer Wand angebracht wird und die Wasserdampfdiffusion behindert. Sie soll eine Durchfeuchtung der Dämmschicht durch Wasserdampf verhindern. Korrekterweise spricht man von einer Dampfbremse. In der Bautechnik als Folie oder Pappe verbaut, schränkt die Dampfbremse das Diffundieren von Wasserdampf in die Wärmedämmung eines Gebäudes ein. Bei modernen Folien ist die Dampfdurchlässigkeit variable. Die Feuchtigkeit kann aus der Dämmschicht wieder zurück in den Raum abgegeben werden, wenn die Diffusion nach außen verhindert ist.
Die Vorstellung, dass eine Wand atmen können müsse, um hygienische und behagliche Wohnverhältnisse zu schaffen, geht ursprünglich auf die Theorie von Max von Pettenkofers zurück. Diese Theorie war in der weiteren Folge in verschiedenen Ausdeutungen populär. Nach Pettenkofer sei der Luftaustausch durch die Zimmerwände hindurch ein wesentlicher Beitrag zur Reinigung der Raumluft. Später erkannte man die bedeutende Rolle der Wasserdampfdiffusion im Feuchtehaushalt eines Bauteils.
Den Feuchteeintrag ganz zu verhindern, wäre zwar optimal, ist allerdings nicht realisierbar. Einige Autoren sprachen der Wasserdampfdurchlässigkeit von Materialien wie Ziegel oder Holz im Vergleich zu modernen Baustoffen wie Glas, Beton oder Kunststoffen eine größere Natürlichkeit zu.
Natürliche Baustoffe wie beispielsweise Blockbalken in einem Holzhaus gewährleisten die nötige Feuchteabfuhr durch die Wand und verhindern gleichzeitig eine zu hohe Feuchtigkeit im Raum. Die „Atmungsfähigkeit" einer Massivholzwand garantiert in diesem Sinne also eine weitgehende Feuchtetoleranz und stellt somit sicher, dass die relative Feuchte von 80% im Holzhaus nicht überschritten wird.
Bei Verwendung dampfdichter Bauteile wie Dampfbremsen/Dampfsperren z.B. in einem Beton- oder Steinbauwerk besteht hingegen oftmals die Befürchtung man lebe „wie in einem Plastiksack", da die erwünschte Pufferwirkung nicht mehr vorhanden sei. Eine plausible Lösung also – Wände aus Massivholz, denn eine gesunde Wand atmet natürlich!