Für die assyrische Nationalbewegung, kann die Lösung der Nationalsache, nur mit der Wiedergründung einer nationalen Heimatstätte mit einer christlich-mesopotamischen Mehrheit in der historischen Heimat vollzogen werden, wodurch das Recht der Chaldo-Assyrer Selbstbestimmung sowie andere Menschenrechte verwirklicht werden sollten. Eine legalgesicherte Heimstätte in seinem historischen Vaterland, wo dieses Volk in allen seinen katholischen, orthodoxen, evangelischen und ost-kirchlichen Konfessionen frei von Verfolgung, Mord und Vertreibung leben kann. Wo auch diese Christen ihr Leben und ihren Glaube weit von Gefahren selbst bestimmen und ihre eigene nationale Identität entwickeln können. In diesem Artikel begründe ich die Notwendigkeit dieser Lösung und bringe auch dazu historische und gegenwärtige Gegebenheiten, die dieses nationale Recht dieses Volkes stärken.Die Urbevölkerung Mesopotamiens wanderte zum größten Teil schon nach dem Fall der alten mesopotamischen Reiche in die Berge später auch in die Großstädte. Die Heimat dieses indigenen Volkes heute, streckt sich von Mesopotamien weiter auf Syrien und Libanon aus, in die Ursiedlungsgebiete der alten Phönizier und der aramäischen Stadtstaaten westlich des Euphrats.
Die chaldo-assyrischen Christen heute, sind Erben einer besonders seit der Regierungszeit des assyrischen Königs Sanharibs (705-681 v. Chr.) in einander verschmolzenen mesopotamischen und syrischen ethnolinguistischen Landschaft und besitzen eine klar erkennbare nationale Zugehörigkeit, die sich in den alten mesopotamischen Reiche als nationale Souveräne Einheit in der Staatsgebilde zum ersten Mal darstellte. Diese ist heute auch emotional nicht unübersehbar.
Die syrische Sprache, die schon Jesus sprach, ist eine besondere und vereinende Eigenschaft der nationalen Zugehörigkeit und eine besondere und bereichernde Eigenschaft des Nineve-Tals und der anderen Ursiedlungsgebieten dieses Volkes. Die heutigen Syrischsprechenden, sind die Abkömmlinge der alten Reiche und die Erben dieser noch lebenden Weltkultur, deren Zentrum auch das Gebiet um die alte assyrisch Hauptstadt Nineve war.
Viele historische Begebenheiten, die dieses Volk betreffen, sind im Vergleich zu ihrer verheerenden Dimension relativ unbekannt geblieben. In erster Linie trifft dies auf den vor und während des I. Weltkrieges begangenen Verschleppung und Völkermord an die christlichen Völkern Kleinasiens zu, im Zuge dessen ca. 500.000 assyrische Christen zum Opfer fielen. Mit der Gründung des Iraks 1930, ging es mit den geduldeten Nichtmuslimen im Irak herab und die assyrische Christen wurden massakriert und deportiert.
Die Geschichte wiederholt sich. Dieses Volk das unter der verschiedenen Machthabern immer mit Morden, Vertreibung, Krawallen und Pogromen rechnet, wird auch heute auf abscheulicher Art und Weise schikaniert und massakriert. Diese Ungeheuerliche Taten bringen es zur Auswanderung in die Nachbarländer oder in die Überwanderung in die sicherere Gebiete des ehemaligen UNO-Sicherheitsgebietes im Nordirak. So suchen diese Christen die Sicherheit als Lösung ihrer Probleme und vermeiden jedoch die politische Konfrontation.
Die letzten Entführungen, Drohungen und terroristischen Angriffe auf Menschen, Kirchen, Schulen und Geschäfte im Irak, sind nicht nur ein Produkt der Sicherheitslage, sondern auch ein Mittel islamistischer Terroristen zur Vertreibung dieser Christen wegen ihres Christseins und zu deren Zwangsislamiserung. Sie brachten Massen von allen christlichen Konfessionen aus ihrem historischen Zweistromland auszuwandern.
Die christliche Mesopotamier, die eine Identität und eine ständige Bereicherung des Gebietes zwischen dem Euphrat und Tigris bilden, werden unter den genannten Umständen weiter auswandern, und damit verliert das Gebiet seine historischen Wurzeln. Und dieses Volk das seit so vielen Tausenden Jahren in dem Gebiet präsent ist, verliert seine Visionen, seine Sicherheit und seine historische und religiöse Stätten, wenn es keine Lösungen verwirklicht wird.
Die Gefahr besteht noch heute darin, dass dieses Volk schon vor der völligen Assimilierung in den neuen Heimaten und in der arabisch-islamischen bzw. kurdischen Umgebung der syro-mesopotamischen Siedlungsgebieten steht. Was dieser ethnischen und religiösen Gemeinschaft, den nationalen, kulturellen und religiösen Zuschnitt ihres Lebens raubt. Dies ist nicht nur das Ergebnis ihrer Lebensweise, wie es in den neuen Heimaten im Westen passiert, sondern wird in der Urheimat politisch beeinflusst und rigoros gelenkt. Die Ursiedlungsgebiete dieses indigenen Volkes werden seit vielen Jahren leider rigoros entleert. Die Bedrohung liegt in der eigentlichen Existenz dieser Menschen als Nichtmuslime und Nichtaraber.
Weder die Amerikaner noch die irakische Regierung sind in der Lage, diese Christen im Irak zu schützen. Angesichts dieser Entwicklungen, ist die Sammlung der im Irak und aus dem Irak stammenden chaldo-assyrischen Iraker zu motivieren und zu sichern, die einzige vernünftige und gerechte Lösung in einem föderalen Irak. Unter der Bewahrung der Souveränität des Landes, ist die Gründung einer administrativen- und Sicherheitszone - zuerst unter internationalem Schutz - und in den historischen Ursiedlungsgebieten des Nineve-Tals die beste Lösung. Die Förderung der Aufnahme der sich unter Flucht befindlichen Urbevölkerung des Iraks in den europäischen Staaten, ist zwar eine gut gemeinte Lösung der Freunde dieses Volkes, doch die Fortsetzung des Exodus gleich zu bedeuten ist. Es ist gewiss besser einen Lebensraum für diese Menschen in ihrer Heimat zu schaffen.