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Eine 'Alte Dame' träumt vom Titel

Autor: Sebastian Bork | Erstellt am: 07.03.2009 | Gelesen: 863
Kategorie: Sport - Fitness & Workouts | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Hertha BSC auf dem Weg zur deutschen Meisterschaft

Berlin, Hauptstadt und Regierungssitz und die Heimat von Knut dem Eisbären. Sportlich machten vor allem die Basketballer (Alba) und die Eishockeyspieler (Eisbären) auf sich aufmerksam, sammelten sie doch in den vergangenen Jahren Titel am laufenden Band. Die Spieler des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC dagegen waren beim letzten Titel ihres Vereins noch nicht einmal geboren. Am 14.Juni 1931, damals noch in einem Meisterschaftsspiel gegen 1860 München, sicherten sich die Berliner ihre letzte Meisterschaft. Das Spiel fand im Müngersdorfer Stadion in Köln statt und Hertha siegte in einer packenden Partie mit 3:2.

Titelgewinn in Köln?

Köln, die Domstadt am Rhein könnte für die Berliner wieder ein Fest werden. Am 32. Spieltag müssen die Herthaner bei den Geißböcken antreten. Mit einem Sieg könnten sie vielleicht schon vorzeitig Meister werden. 78 Jahre nach dem Titelgewinn könnte Hertha BSC erneut in Köln Fußballgeschichte schreiben. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Junges Team mit Titelhunger

Ganz Berlin will den Titel und glaubt daran, denn Hertha-Coach Lucien Favre hat geschafft, was seine Vorgänger nicht vermochten. Er hat aus Individualisten ein Team geformt. Dabei setzt er auf erfahrene „Haudegen" wie Joe Simunic und Arne Friedrich, die in dieser Saison ihren dritten Frühling erleben. Aber auch junge Spieler kommen beim Schweizer zum Einsatz. Hertha stellt mit einem Durchschnittsalter von 24,9 Jahren das drittjüngste Team der Liga (nur Hoffenheim und Werder sind jünger). Die Mischung aus erfahrenen Führungsspielern und jungen, titelhungrigen Nachwuchskickern scheint aufzugehen.

Hertha spielte nicht nur die beste Hinrunde der Vereinsgeschichte, sondern auch von allen Topclubs bisher am konstantesten. Bayern, Hoffenheim, Hamburg und Leverkusen sind eingebrochen, doch die Berliner nicht. Mit einer eiskalten Chancenverwertung und dem Glaube an die eigene Stärke hat sich der Club aus der Hauptstadt sogar bis an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga geschossen. Nun träumt ganz Berlin vom Titel. Möglich ist alles. Hertha hat momentan einen Lauf. Sie spielen nicht immer schön, aber ungemein effektiv. Das wichtigste sind die jedoch die Nerven.

Cottbus als Schlüsselspiel?

Das Berlin-Brandenburg-Derby gegen Energie Cottbus könnte für das junge Team von Lucien Favre ein Schlüsselspiel gewesen sein. Obwohl in Rückstand gab die Mannschaft nicht auf und kämpfte. Der Trainer schaffte es, dass die Spieler ruhig blieben und an ihre Stärke glaubten und so wurde am Ende ein 3:1 Sieg verbucht und der „Cottbus-Fluch" (der letzte Sieg gegen Cottbus datiert aus dem Jahr 2002) besiegt. Besonders ein Spieler steht seit Wochen im Blickfeld - Andrey Voronin. Der 29jährige wurde vom FC Liverpool ausgeliehen und hat die Hertha fast im Alleingang an die Spitze geschossen. Wenn er fit bleibt und weiter so gut trifft, kann Hertha weiter vom Titel träumen. Noch sind 11 Spiele zu absolvieren.

Vielleicht liege ich mit meiner Prognose richtig und Hertha holt sich schon in Köln den Titel. Sollte die Entscheidung erst am letzten Spieltag fallen, werden manche mit Argusaugen nach Karlsruhe schauen. Ausgerechnet der Club, mit dem die Hertha-Anhänger eine innige Fanfreundschaft verbindet könnte alles entscheiden. Man stelle sich doch nur folgendes Szenario vor: Wenn Hertha siegt sind sie Meister, aber wenn der KSC verliert steigt er ab. Der Horror für die Fans beider Lager. Aber bis es soweit ist, wird noch viel passieren. Hoffentlich bleibt Hertha weiter so cool und lässt sich nicht vom dem Medienrummel in der Hauptstadt verrückt machen. Dann ist alles möglich. Wer weiß, vielleicht stemmt Andrey Voronin am 23. Mai die Meisterschale in den Berliner Abendhimmel und feiert am Brandenburger Tor mit den Worten von John F. Kennedy: „Ich bin ein Berliner!"

Autor: Sebastian Bork
 
 
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