Ein Personal Trainer bringt selbst den größten Sportmuffel auf Trab. Und anders als früher kann man sich so einen Profi heute auch leisten
Die Laufschuhe sind schnell gekauft, nach ein paar Joggingrunden werden sie aber oft in die hinterste Ecke des Schuhschranks verbannt. Alleine fällt es schwer, sich aufzuraffen. Die Freundin, die mitlaufen wollte, ist meistens verhindert. Und der Partner würde einen nach drei Minuten abhängen und demotivieren. Da hilft ein Fitness-Trend: Mieten Sie sich einen Personal Trainer - der spornt an, nimmt sich nur für Sie Zeit und legt das perfekte Tempo vor.
Trainer gibt es ab 25 Euro die Stunde
„Je individueller die Anleitung, desto schneller stellen sich Erfolgserlebnisse ein", sagt Professor Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln. „In der Gruppe oder allein neigen die Menschen dazu, sich beim Sport zu übernehmen. Aus Frust gibt man dann auf. Der Personal Trainer achtet darauf, dass man sein optimales Leistungsniveau nicht überschreitet." Entsprechend höher sei die Aussicht, am Ball zu bleiben.
Auf die Idee, einen Personal Trainer zu engagieren, wäre man früher nie gekommen. Er war purer Luxus,
erschwinglich nur für Promis oder Manager. Jetzt können sich auch Normalverdiener einen Profi leisten. Denn inzwischen bieten Fitness-Studios Einzelbetreuung an - zu Preisen ab rund 25 Euro die Stunde.
Wie findet man einen wirklich guten Coach? Denn natürlich versuchen auch schlecht ausgebildete Trainer, mit der großen Nachfrage nach individueller Betreuung ein Geschäft zu machen. Personal Trainer ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Am besten zuerst checken, ob der Trainer eine staatliche Ausbildung hat. Er kann Sport- und Gymnastiklehrer oder Physiotherapeut sein oder mindestens 300 Stunden an einer anerkannten privaten Akademie wie der BSA-Akademie absolviert haben. Seit Mai gibt es auch ein Zertifikat des Bundesverbands deutscher Personal Trainer (
www.bdpt.org).
Im zweiten Schritt sollte man sich fragen: Passt der Coach zu mir? Wenn Sie spezielle Schwachstellen wie Rückenprobleme oder Diabetes haben, ist es sinnvoll, sich an einen Trainer mit entsprechender fachlicher Zusatzqualifikation zuwenden. Die kann er zum Beispiel an der Deutschen Trainerakademie oder beim Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie erworben haben.
Vor dem Sport ist der Check-up ein Muss
Ein guter Personal Trainer macht sich ein Bild von der Gesundheit des Kunden, ohne dass der ihn auf Probleme hinweisen muss. Erst dann entwirft man gemeinsam ein Programm. Ingo Froböse: „Er sollte zum Beispiel fragen, ob Sie erhöhten Blutdruck haben, rauchen oder Medikamente nehmen." Betablocker etwa senken den Puls - ein wichtiger Faktor für den Trainingsplan. Jan Freese vom Bundesverband deutscher Personal Trainer ergänzt, dass der Coach beim ersten Treffen einen Ausdauertest auf dem Ergometer durchführen, den Body-MassIndex bestimmen und die Muskelfunktion testen sollte. „Ein guter Personal Coach hat außerdem nicht nur von Sport Ahnung, sondern weiß auch über die richtige Ernährung Bescheid", sagt Freese.
Gesund und effektiv sind laut Ingo Froböse zweimal eine Stunde Training pro Woche. Wem das zu viel ist, der kann auch nach einem Basistraining fragen, das in acht bis zehn Einzelstunden Grundlagen schafft. Dazu gehören ein gewisses Gefühl für den eigenen Körper und was man leisten kann, ein festes Wochenprogramm und Tipps für die richtige Ernährung. Das erworbene Wissen motiviert viele, dann allein weiterzutrainieren - und die Laufschuhe vor ihrem traurigen Schicksal zu bewahren.