Das Cover des Romans
Am 01.03.10 erscheint im
Dumont Buchverlag der neue Roman von Ralf Friedrichs mit dem Titel
„Am Schluss haben wir nur noch für die Angestellten gearbeitet". Der Kölner Erfolgsautor (
Neulich im Geißbockheim 1 und 2) befasst sich diesmal mit einer ernsthaften Thematik, jedoch kommt der spezielle Friedrichs-Humor auch in diesem Werk nicht zu kurz.
Zum Inhalt: Da steht er nun an der Theke, der ehemals so erfolgreiche Jungunternehmer Rolf Hansen, und klagt seinem Schulfreund sein Leid. Hansen, der als verwöhnter Erfolgsmensch der 90er Jahre seine Angestelltentätigkeit im neuen Jahrzehnt aufgibt, um als selbständiger Unternehmensleiter mit mehreren Angestellten den Markt zu erobern, erlebt sein persönliches Waterloo, als er eigene Fehlentscheidungen trifft, aber auch durch kompetenzbefreite Bankberater immer tiefer in den Schlamassel getrieben wird.
An seinem Abstieg „halfen" auch diverse Angestellte indirekt mit, dies gelang durch fragwürdige Arbeitstechniken und erheblichen Motivationsdefiziten. Wieder auf dem Boden der Tatsachen zurückgekommen, erlebt der ehemalige Szenegänger am Abend seiner Lebensbeichte einen „Back to the Roots" Trip in der heutzutage fast schon ausgestorbenen, rheinischen Eckkneipe. Mit seinem alten Schulfreund, dem braven Beamten Holger – dem er die Story seines Scheiterns Schritt für Schritt im Laufe des Abends erzählt - teilt er sich nicht nur die gemeinsamen Biere, sondern auch die Erkenntnis, das man mit Humor vieles besser ertragen kann. Im Laufe der Stunden sinniert der Manager in den Gesprächspausen über sein Leben, macht einen gedanklichen Trip in die 80er Jahre, weint einem verstorbenen Freund nach, aber auch seinen verpassten Chancen. Am Ende hat er in 20 Kapiteln seine Geschichte erzählt und verlässt mit Holger die Lokalität, um sich der unsicheren Zukunft, seiner zweiten Lebenshälfte, mit neuer Kraft zu stellen.

auf die Frage, was der Roman beinhaltet: "Eine Warnung an alle, die sich zu überstürzt selbständig machen wollen und eine deftige Anklage gegen Kreditklemmen-Banken und deren arrogantes Gebaren ggü. Kleinunternehmern. Es ist aber auch ein Buch über eine echte Männerfreundschaft, die in der Kindheit begann und ein Wirtschaftsroman aus der Wirtschaft, quasi auch ein Loblied auf die „Eckkneipe und ... na ja, ein Buch zum Lachen, Traurigsein und zum Nachdenken".
Friedrichs weiter. „Ich wollte zunächst einmal nach den "Neulich im Geißbockheim"-Büchern beweisen, das mein Kopf kein Fußball ist, das ich nicht nur über unseren Volkssport Nr.1 reden oder schreiben kann " meinte der Moderator des beliebten FC-STAMMTISCH (Talksendung rund um den 1.FC Köln). „Außerdem habe ich in meinem Berufsleben ähnliche Erfahrungen mit Banken machen müssen, wie der Protagonist aus dem Roman. Ich kenne weiterhin viele Härtefälle von anderen Kleinunternehmern, die von Banken teilweise wie der letzte Dreck behandelt werden. Dabei sind diese Menschen diejenigen, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und dabei oftmals nur behindert und schikaniert werden."
Friedrichs verweist weiterhin auf die fragwürdige „Allmacht" der Banken, die durch nichts und niemanden aufzuhalten sind und ihren „Opfern" dabei oftmals neben der Existenz sogar die Würde rauben. „Das muss ans Tageslicht, hinter jeder Akte, wo „gescheitert" drauf steht, stehen Menschen, Familien, Schicksale. Das war mein eigentlicher Ansatz. Die Akte Hansen steht nur für einen speziellen Fall. Davon gibt es Hunderte, ja Hunderttausende … diese „Akte" wollte ich menschlich machen!"
„Am Schluss haben wir nur noch für die Angestellten gearbeitet". – eine Anklage, ohne zu klagen … und ohne falsches Mitleid!
Rolf Fischer 04.03.2010