Die Schuldenkrise verhärtet sich immer weiter. An den Märkten und Börsen weltweit reagieren Händler immer enttäuschter und genervter über die Tatsache, dass Europa es einfach nicht schafft, zu einer zufriedenstellenden Lösung zu kommen. Im Moment scheint es allein schon schwierig zu sein, sich untereinander über Maßnahmen zu einigen. Die Kurse sind als Folge krassen Schwankungen ausgesetzt, die Anleger verunsichert. Dies betrifft jedoch nicht nur den Euroraum, sondern die gesamte Finanzwelt. Durch die engen Verknüpfungen an den Märkten überträgt sich die Lage immer stärker auf die Börsen in Asien und den USA.
Schon zu Beginn dieses Jahres hatte der CEO des Wealth Managements bei der UBS, Juerg Zeltner, voraus gesagt, man werde im Laufe von 2011 mit weitreichenden Entscheidungen von Regierungen und Zentralbanken rechnen müssen, die zu Handels- und Währungskonflikten führen könnten. Was jedoch den meisten Konflikt im Moment auslöst, ist wohl die angespannte Stimmung an den Märkten. In den USA haben die Börsen nicht nur mit den Auswirkungen der europäischen Krise zu kämpfen, sondern auch mit einer allgemein schlechten konjunkturellen Situation im eigenen Land und weiterer Verunsicherung unter den Anlegern, nachdem nun bekannt wurde, dass die Notenbank Fed kein weiteres Konjunkturprogramm auf den Markt werfen wird. Für den weiteren Verlauf des Jahres geht man ebenfalls davon aus, dass mit enormen Kursschwankungen zu rechnen sein wird, was ein sich stetig haltendes Minus auslösen könnte.
Doch nicht nur die USA hat es schlecht getroffen, denn ebenfalls an den asiatischen Börsen sorgt das nicht kommen wollende Ende der Krise im Euroraum für schlechte Stimmung. Investoren sind derzeit eifrig dabei, risikoreiche Anlagen zu verkaufen. Doch sogar die als relativ sicher geltenden Rohstoffe Öl und Gold sackten in der vergangenen Woche dramatisch ab in ihrer Beliebtheit. Die Preise sanken mitunter auf so tiefe Stände wie seit zwei Monaten nicht mehr. Sowohl in China als auch in Japan, Singapur und Taiwan verzeichneten die Börsen Abschläge. Ein rasches Handeln bei der Bekämpfung der Schuldenkrise in Europa wäre wünschenswert, so ein japanischer Händler. Nachdem auch das jüngste Gipfeltreffen keine Erleichterung der Situation gebracht hat, wuchs die negative Stimmung an den Märkten unweigerlich an.
Zum Jahreswechsel hat sich die Situation etwas beruhigt. Die Nachrichten werden nicht mehr von Hiobsbotschaften aus der Finanzwelt bestimmt und auch von schockierenden Neuigkeiten über Staatsbankrots wurden wir in den letzten Wochen verschont. Bis auf Großbritannien ziehen alle EU Staaten an einem Strang und das lässt Hoffnung aufkeimen. Anfang 2012 stehen die Märkte nicht schlecht, dass es ein stabiles, wenn auch nicht erfolgreiches, neues Jahr sein wird.
OMR UK, Anika Glowania