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Ein intelligenter Weg aus der Krise

Autor: a2haus | Erstellt am: 20.06.2009 | Gelesen: 2033
Kategorie: Bau - Planung & Architektur | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - ein Leipziger Unternehmen realisiert edle Einfamilienhäuser - 2009 wird ein neues Rekordjahr erwartet

aktuelles Projekt in Marburg - mehr unter www.a2haus.com/Taunus
aktuelles Projekt in Marburg - mehr unter www.a2haus.com/Taunus

Wege aus der Krise:

Die Architektur steckt in der Dauerkrise und die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen machen die Lage nur noch schlimmer. Die Krise ist weltweit wie auch in den Interviews mit internationalen Architekten zu lesen ist. Jede Krise bietet aber auch eine Chance für die, die wissen wie man sie am Schopf packt. Ich möchte daher in lockerer Folge ein paar interessante Ideen vorstellen. Teilweise sind die Ideen nicht neu, aber dennoch nicht minder interessant oder ausgefallen. Den Anfang macht heute a2haus.

Die Firma a2haus entwirft, plant und baut individuelle Architektenhäuser zum Festpreis. Der Bauherr bekommt dabei - und das ist denke ich einmalig - 3 Entwürfe von unterschiedlichen Architekten zu einer sehr geringen Schutzgebühr von 2.000 Euro. Der Favorit der Bauherren wird dann geplant und zum Festpreis umgesetzt.

Der Bauherr hat bis auf die Schutzgebühr für den "Wettbewerb" keine Verpflichtungen.

Die Firma a2haus schreibt dazu:

„Das nimmt vielen Bauherren in spe übrigens auch die Hemmschwelle, sich für unseren Weg zu moderner Architektur zu entscheiden. Bei uns gibt es also zu Beginn keine teure Skizze für den Preis von 3.000 bis 5.000 Euro, die dann oft nicht punkten kann. Stattdessen bekommt der a2-Bauherr gleich drei – und dies kostenfrei. Der Wettbewerb ist unsere Art, den einmal begonnenen Dialog mit den potenziellen Bauherren fortzuführen"

Für die Schutzgebühr wird vor dem "Wettbewerb" ein sehr ausführliches Planungs- und Beratungsgespräch unter Abarbeitung einer ständig in Modifizierung begriffenen Fragenliste mit den zukünftigen Bauherren geführt. Daraus resultiert ein sehr umfassendes Protokoll, das dann die Grundlage solider Entwurfsarbeit bildet.

Im Ergebnis dieser kreativen Umsetzung der Aufgabenstellung erhält der Auftraggeber 3 komplette Sätze zeichnerischer Entwurfsdarstellungen. Neben 3D-Darstellungen der Außenansichten in exquisiten und sehr aufwendigen Rendering werden ein Lageplan mit Einordnung des Gebäudes im Baufeld und alle Grundrisse präsentiert.

Das Konzept ist interessant, da es doch über den grundsätzlich anderen Ansatz Aufmerksamkeit bei den Bauherren erzeugt. Sehr interessant fände ich was andere Architekten von diesem Ansatz halten. Ist er auch für andere Büros eine alternative oder wird damit die Entwurfsleistung zu preiswert verkauft? Ich würde mich über eine interessante Diskussion in den Kommentaren freuen.

Um sich ein besseres Bild machen zu können folgt im Anschluss noch ein Interview mit dem Gründer von a2haus, Herrn Pohle und einige Bildes von a2haus Projekten.

Herr Pohle, wenn Sie a2haus in einem Satz erklären müssten, was würden Sie sagen?

_Hanspeter Pohle [hp]: Das Konzept von a2haus beinhaltet Entwurf und Fertigung individueller und zeitgenössischer Eigenheime, die sich architektonisch von der Masse abheben - jedes einzelne ein Unikat.

Herr Pohle, wie würden Sie sich selber beschreiben?

_hp: Wie würde ich mich selber beschreiben? Ich bin ein vielseitig interessierter, ambitionierter und recht emotionaler Mensch mit hohen Ansprüchen an mich selbst und an das, was ich unternehme. Ich bin Optimist und arbeite akribisch an meinen Zielen. Aufgeben gibt es für mich nicht – man muss manchmal nur die Perspektive ändern und hin und wieder neue Wege beschreiten. Darüber hinaus arbeite ich sehr zielorientiert und möglichst kreativ. Fairness gegenüber anderen halte ich für unerlässlich.

Zu meinen größten Schwächen zähle ich meine mangelnde Beherrschung und Ruhe in Extremsituationen. Mein Vater beispielsweise besitzt diese Eigenschaften. Ich hätte sie auch gern in jeder Situation. Mit zunehmendem Alter, ich bin jetzt 43 Jahre alt, arbeite ich immer erfolgreicher an der Optimierung meines Charakters besonders in dieser Hinsicht.

Welche Bauwerke lösen bei Ihnen Leidenschaft und Emotionen aus?

_hp: Zu aller erst sind es ganz klar immer die, die ich gerade selber entwerfe und realisiere.

Fremdentworfene Gebäude, die in mir Emotionen auslösen, sind beispielsweise das Hiroshima-Gedenkmuseum mit seinem Mosaiksaal, einem sehr schönen Wasserspiel und seinem durchdachten Konzept. Hier wirkt die Architektur natürlich durch die dahinter stehende Geschichte in höchstem Maße – die Erinnerung an menschliches Handeln im zweiten Weltkrieg.

Allgemein beeindrucken mich die verschiedensten Projekte von Tadao Ando – allen voran seine Kirche des Lichts, die Kirche auf dem Wasser, das Literaturmuseum in Himeji und sein an Genialität kaum zu übertreffendes „4x4 Haus" in Kobe. Dieses begegnete mir auf meiner letzten Reise durch Japan nur deshalb, weil ich nicht genug Geld für die Autobahnmaut gewechselt hatte und daher eine völlig überlastete Nebenstraße am Meer entlang fahren musste. Heute halte ich das für eine grandiose Fügung, denn auf Bildern, die ich kannte, sah dieses Bauwerk nicht halb so beeindruckend aus.

Was würden Sie gerne erfinden und zum Leben erwecken?

_hp: Ich will mich immer wieder neu erfinden, immer wieder neue Wege gehen und dadurch neue Raum- und Wohnkonzepte zum Leben erwecken. Ich möchte für den jeweiligen Kunden eine inspirierende und nachhaltig nutzbare Heimstatt erschaffen, die weitgehend ohne Überflüssiges auskommt, im Sinne einer Umsetzung eines sich selbst erklärenden, schlüssigen Konzeptes, dass dauerhaft eine positive Wirkung auf seine Bewohner entfaltet.

Weiterhin würde ich gerne einen unsichtbaren Coach erfinden und stets bei mir haben. Der kann mich dann immer und überall, am besten nur über das Unterbewusstsein – quasi nicht störend - an die Qualitäten des Lebens und die wirklich wichtigen Bestandteile des Glücks erinnern und Überflüssiges aussortieren.

Ihr größtes Ziel?

_hp: Zufriedenheit.

Wie verbringen Sie am liebsten Ihre freie Zeit?

_hp: Mit meiner Familie – mit meiner Frau und meinen vier Kindern, meinem Bruder und meinen Eltern und Omas und meinen acht besten Freunden. Ich brauche Menschen um mich, die mir was bedeuten – besser kann man seine freie Zeit eigentlich nicht nutzen.

In meiner Freizeit suche ich Entspannung. Diese finde ich zum Bespiel auch im Zeichnen und Reisen. Ich bin immer auf der Suche nach guter Architektur und emotionalen Verbindungen zur Vergangenheit. Außerdem interessiere ich mich für Ölmalerei, Plastik, Fußball, Bücher und gute Filme.

Mittlerweile kommt immer öfter vor, dass die Grenzen zwischen Beruf und Freizeit verschwimmen. Meine Arbeit wird zu Berufung und ich ertappe mich dabei, wie ich eine attraktive Entwurfsaufgabe schon in der Freizeit in Form von Skizzen beginne, weil sich meine Kreativität ihren Weg bahnt. Vorzugsweise geschieht dies, wenn es mir ausgesprochen gut geht.

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen und wie fanden Sie es?

_hp: „Hectors Reise" von Francois Lelord, eine unterhaltsame literarische Suche nach dem Glück und parallel noch ein weiteres: Tiziano Terziani „Und noch eine Runde mit dem Karussell", ein positives Buch über die letzten Phasen eines erfüllten Lebens.

Beide Bücher haben – jedes zu seiner Zeit – meinen Blick für das wahre Glück geschärft.
 
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