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Ein Blick hinter die Kulissen: der Cirque du Soleil

Autor: LenaKoch | Erstellt am: 07.09.2010 | Gelesen: 618
Kategorie: Freizeit - Hobby & Unterhaltung | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Im Frühjahr begeisterte der weltbekannte kanadische Cirque du Soleil mit seiner Darbietung 'Varekai' im Münchner Olympiastadion viele Menschen.

Cirque du Soleil
Cirque du Soleil
Im Frühjahr begeisterte der weltbekannte kanadische Cirque du Soleil mit seiner Darbietung „Varekai" im Münchner Olympiastadion viele Menschen. Nun gibt es eine zweite Vorstellung in der bayrischen Hauptstadt, die nicht fürs Zelt gemacht ist, sondern für große Hallen: „Saltimbanco".

Alles ist eine Idee kleiner, wenn der Zirkus nicht mit dem Zelt, nicht mit dem Parkett und nicht mit der Bestuhlung ankommt. Das komplette Equipment wird in 16 LKWs mitgebracht und nichts wie sonst in 60. Doch je größer die Mobilität eines Zirkus ist, desto kürzer gastiert er irgendwo und das Programm fällt etwas bescheidener aus als üblich.

Man bringe dann wenig technologische Ausstattung mit, so Maxime Charbonneau, der das Programm „Saltimbanco seit ein paar Jahren begleitet. Laut ihm sei die pure Kraft der Athleten entscheidender, also um das, was Menschen zu leisten fähig sind. Seit knapp 20 Jahren reist die Produktion in der ganze Welt herum, erst als Zeltshow und seit drei Jahren als Arenavorstellung.

Auf so viele Jahre hat es noch keine andere Gruppe des Zirkus' gebracht. Das Merkwürdige sei, dass sich im Laufe der Zeit nicht viel geändert habe, so Charbonneau. Das Programm „Saltimbanco" habe schon Tradition, es sei eine perfekte Einführung in die Welt des Cirque du Soleil. Willkommen in einer bunten und fantastischen Fantasiewelt.

Die Historie der erfundenen Großstadt „Saltimbanco" ist schnell zusammengefasst. Ihre Einwohner sind Menschen aus allen kulturellen Kreisen, die erst lernen müssen, miteinander zu kommunizieren. Zu Beginn sind sie kriechende und unförmige Echsen, erst durch die Verständigung untereinander können sie individuelle Persönlichkeiten entwickeln.

Die Handlung ist hier zweitrangig, sie ist nur ein Rahmen für die atemberaubende Akrobatik, so altherbracht manche Nummer auch sein mögen, hier sieht man aber, dass die Show schon ein paar Jahre alt ist, denn die Bewegungen werden exakt ausgeführt. Man kann waghalsige Figuren am Trapez, den Clown Eddy und spannende Sprünge von der russischen Schaukel bewundern.

Die Artisten fliegen hier bis zu 15 Meter in die Luft. Dies sei laut Joy Studer nicht ungefährlich. Sie stammt aus der Schweiz und wurde bereits mit 15 Jahren von den Talentscouts des Zirkus' entdeckt. Erst im Alter von 18 Jahren, als sie ihre Laufbahn aufgrund zahlreicher Verletzungen beenden musste, begann sie ihre Ausbildung im kanadische Montreal. Montral ist die Zentrale des 1984 von Guy Laliberté ins Leben gerufenen Zirkus'.

Ein Vierteljahr lang nahm sie Kurse in Improvisation, Gesang und Make-Up. Seither ist sie einer von über tausend Artisten des Cirque du Soleil und ein Teil eines Unternehmens, der mit 20 Produktionen und 5.000 Mitarbeitern im letzten Jahr knapp eine Milliarde Dollar Gewinn machte. In Sin City hat der Zirkus sieben dauerhafte Vorstellungen in den großen Casino Hotels.

Und die Kanadier wollen noch mehr: In Bälde möchte man die Radio City Music Hall in New York und das Kodak Theatre in Los Angeles mieten und mit brandneuen Programmen hier länger gastieren. Nur für die Oscar-Verleihung würde das Kodak Theatre freigemacht.

Bei „Saltimbanco" ist man nicht so anspruchsvoll. 49 Artisten aus 21 Staaten sind hier beschäftigt, dazu kommen noch etwa 50 Techniker und weitere Mitarbeiter. Bettina Bolzer aus Wien beispielsweise ist die Garderobenchefin. Zusammen mit drei Näherinnen verwaltet sie ein Inventar, das 4.000 Stücke enthält.

Jede Figur trägt im Laufe der Darbietung zwei unterschiedliche Kostüme und eine Kopfmaske, die an seine Schädelform angepasst ist. Joy Studer steht mit roten Spaghetti auf dem Kopf auf der Bühne. Ihre Maske sei 40 Arbeitsstunden und mehrere tausend Dollar wert, so die Garderobenchefin.

Das Teil wird extra in Montreal hergestellt und dann in die Welt verschickt. Ihr ist es zwar erlaubt, die Kostüme auszubessern, aber der Garderobenchefin ist es nicht gestattet, sie zu verändern oder neu zu gestalten.

Da die Verständigung mit Kanada sehr aufwendig ist, versuche man die Katastrophenzahl so gering wie möglich zu halten, sagt die Chefin lachend. ImZirkusreich sei alles nicht so leicht.

Lena Koch
 
 
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