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Ein Appell an unsere Vorbilder

Autor: tubtvonline | Erstellt am: 02.06.2010 | Gelesen: 581
Kategorie: Musik - Kino & Entertainment | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Von den unendlichen Möglichkeiten eines Lehrers

Ein Appell an unsere Vorbilder – Von Wesen und Welten

Text: Peter Breier

Wie in jedem Jahr organisierten auch in diesem Frühjahr die Musiklehrer des Ludwigshafener Carl-Bosch-Gymnasiums ein großes musikalisches Fest in der Eberhalle, der größten Halle der Stadt Ludwigshafen am Rhein. An vier Abenden wurde mit allen Orchestern der Schule, mit der Tanzgruppe unter der Leitung von Frau Miriam Wogh, dem Chor und mit einigen Sängern ein gewaltiges Programm einstudiert, das inzwischen in der Stadt Ludwigshafen große Aufmerksamkeit erlangt hat. 800 Schüler aus allen Klassenstufen des nur 1200 Schüler zählenden Gymnasiums waren an einem höchst anspruchsvollen Programm beteiligt. Das bedeutet, dass neben der täglichen Schularbeit hunderte von Schülern über Wochen an diesem großen Programm gearbeitet haben.

Es war eine Reise ...
Im ersten Teil stieg der Fahrgast hinab in die Tiefen von Ray Bradburies „Ferner Donner" mit A Prehistoric Suite des Komponisten Paul Jennings und bekam jene Schlachten der Giganten der Urzeit zu sehen und vor allem zu hören, natürlich lediglich in der musikalischen Fassung. Erhaben und fast Lebensgroß starrten Stegosaurus, Brontosaurus, Pterodaktylus, Tyrannosaurus und Triceratops in das Publikum, wobei sich die letzten zwei einen verbitterten Kampf auf den zwei riesigen Videoleinwänden über den Tanzbühnen lieferten. Einen krönenden Abschluss für das Juniorblasorchester bereitete „We Will Rock You" (May) – Der Saal bebte förmlich. Daraufhin folgte das Celloensemble mit Faraway – Wie weit, das Sinfonische Blasorchester, sowie die Big Band mit den Hits von Michael Jackson (Thriller) und Steve Wonder (Sir Duke).
Das Mittelstufenorchester übernahm, im Anschluss darauf, die Führung mit Bellingrath Gardens, Landmark Overture und You Can't Stop the Beat (gesungen von Kim Steiner und Mary-Anne Bröllochs). Die Moderation der Sommernacht wurde organisiert von Lieselotte Mayer und Carolin Werner, zwei Schülerinnen des CBGs.

Nach der Pause ging es bereits abenteuerlich weiter mit Tanz der Vampire, dem atemberaubenden Musical, welches das Sinfonieorchester präsentierte. Eine glänzende Darbietung zeigte Laura Kozma, a.k.a. Sarah, der Tochter von Chagal (David Kielbasa), dem Inhaber einer Kneipe, sowie seiner Frau Rebecca (Muriel Braun). Mit ihrer bezaubernden Stimme und ihren tänzerischen Leistungen konnte diese Schülerin ein Publikum von ca.1600 Personen an die Leinwände und die Tanzbühnen binden. Laura Kozma zeigte im Laufe der letzten drei Konzertnächte, welche am Samstag, Sonntag und am Dienstag stattfanden ein enormes Durchhaltevermögen. Die Konkurrenz ohnehin zu der CD-Version von Tanz der Vampire.

Die Einrichtung der Bühne ermöglichte es fast jedem Zuschauer das Geschehen hautnah mitzuerleben und sich selbst, fast wie beim Brechtschen Theater, im Mittelpunkt der Handlung zu sehen. Doch wer oder was ist nun Tanz der Vampire?

Die Handlung dieses Wunders von Musicals ist recht simpel: Sarah langweilt sich in ihrem sicheren Zuhause in Transsylvanien, bis sie von Graf Krolock, einem Vampir und Herrn über das benachbarte Schloss, zum, von ihm jährlich veranstaltetem, Ball eingeladen wird. Sie sehnt sich nach dem Ball, nach dem Anfang eines neuen, spannenden, besseren Lebens. Sarahs' märchenhafte Vorstellung entartet in der romantischen gewaltfreien Entführung ihrer selbst in das nahe gelegene Schloss, aus welchem Romeo (Graf Krolock) als Erlöser auf sie wartet. Er verspricht ihr seine Liebe und die Ewigkeit.

Alfred, der junge Wissenschaftler und Assistent des Professors, als auch der Professor selbst reisen den weiten Weg nach Transsylvanien um einer alten Sage nachzugehen, der zufolge ein Vampir in jenen Ländereien sein Unwesen treibe. In Hoffnung auf Anerkennung ihrer wissenschaftlichen Theorie, folgen der Professor und sein Assistent Sarah bis zum Schloss des Upirs.

Doch Sarah ist nicht mehr zu bremsen. Der „Bis(s) zum Morgengrauen" macht somit als Titel für jenen zweiten Teil dem Musical alle Ehre, nicht jedoch dem Inhaber dem unter diesem Namen bekannten Werkes.

Um einen tieferen Einblick in das Konzertgeschehen und den damit verbundenen Aufwand aufzugreifen, waren Dorothee Ritthaler (Solo in Knoblauch, Tanz der Vampire)und To Minh Dang (Konzertmeisterin, im Sinfonieorchester und Ehemalige) bereit kurze Äußerungen zum Konzert an die Redaktion weiterzuleiten. Die Betonung ihrer Äußerungen, die meist ähnliche und ergänzende Aussagekraft besaßen, und Zugang zu dem mysteriosen Background Wissen vermittelten lag auf dem hohen Arbeitsaufwand, den die Musiklehrer Herr Severin Geißler und Herr Joachim Schall zur Vorbereitung eines solchen Konzertes wagen.

Jedes Jahr kommen neue Schüler, jedes Jahr müssen diese Neulinge erst in ihre ausgewählten Instrumente eingeschult werden, jedes Jahr müssen hunderte Klassen betreut werden und tausende Anliegen gelöst werden. Bei einem solch kolossalen Druck explodiert so manchem die Schädeldecke. Wenn man noch in Betracht nimmt, dass auch das Schulleben nicht an Bedeutung verlieren soll und gewiss seinen Gang läuft, ohne jedoch den wichtigen musikalischen Bereich zu beschädigen, so wird das Unmögliche im Management der Schule möglich. diese noble Eigenschaft und das gegebene Durchhaltevermögen nachweisen und schultern. Unter anderem können auch Herr Patrik Fischer, Herr Lambrecht und Herr Helmut Wogh, sowie seine Tochter Frau Miriam Wogh zu denen Personen gezählt werden, die jenes Durchhaltevermögen und gegebene noble pädagogischen Absichten am CBG und für das CBG zeigen.

Immer wieder stoßen Schüler, zu welcher Gruppe ich mich als Verfasser dieses Kommentars auch zählen kann, auf Barrieren, welche den Namen „Lehrer" tragen.

Mein Aufruf an jene, welche den Olymp der Lehrerschaft beschritten haben, meine Bitte an jene, die sich der Schreckensherrschaft, welcher sie sich nicht bewusst sind, hingegeben haben, mein Appell an diejenigen Kritiker die den Sinn solcher Veranstaltungen bestreiten ist...

... Steigen Sie von der Scheinempore, zurück auf den harten Boden der Realität, respektieren Sie die Leistung anderer, so wird auch Ihre Frage und Ihr Bitten nach Hilfe erhört, begeben Sie sich in die Situation ihres Gesprächspartners, denken Sie nicht nur an ihr eigenes Wohl. Verharren Sie nicht auf den Lorbeeren derer, die jene eine Arbeit für Sie organisiert haben. Haben Sie Mut zu organisieren, zu planen und Ihre Träume, sowie die Träume Ihrer Schüler zu verwirklichen. Ihr seid schließlich unser Vorbild, Ihr zeigt uns, wie wir uns'ren Schild und Lanze halten sollen.
Denn letztendlich sind Sie unsere Begeisterung. Nehmen Sie sich ein Beispiel.

Wer Interesse verspürt, bei „Tanz der Vampire" live mit dabei zu sein, kann dem große Finale auch bereits heute (2.Juni) in der Eberthalle Ludwigshafen beiwohnen. Spenden sind erwünscht, da nur Laienrechte für das Musical „Tanz der Vampire" vorhanden sind und das Carl-Bosch-Gymnasium, auch wenn es für seine Konzerte bereits legendär ist, wie jeder anderer Mieter für Technik und Räumlichkeiten zahlen muss. Der Eintritt ist für Besucher frei.

Kommentierte Rezension von Peter Breier
für die Süddeutsche Zeitung – Jetzt.de Redaktion
 
 
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