Ineffizienz und daraus resultierende Kosten aus den Warenwirtschaftssystemen zu eliminieren, gehörte zu den wichtigsten Bestrebungen in der industrialisierten Welt der letzen 50 Jahre. Auch wenn das Warenmanagement Dank immer leistungsstärkerer Software stets verbessert wurde, stieß man doch immer wieder an Grenzen. Der auch heute noch im Handel dominierende Barcode macht es zwar möglich Artikel über den EAN-Code mit Informationen in einer Datenbank zu verknüpfen, die Kombinationsmöglichkeiten dieses Codes sind jedoch begrenzt. Aus diesem Grunde ist der Barcode für ein Produkt auf allen einzelnen Artikeln immer gleich.
Der Traum eines jeden Händlers ist es jedoch, jeden einzelnen, individuellen Artikel im Warenwirtschaftssystem von der Produktion bis zur Entsorgung verfolgen zu können. Die RFID-Technologie macht dies möglich. Die Abkürzung RFID steht für Radio Frequenz Identifikation. Die Basis dieser Technologie ist ein winziger Chip, auf dem sich nicht nur der EAN-Code eines Artikels, sonders zusätzlich eine Seriennummer speichern lässt. Durch die Erweiterung sind prinzipiell unendlich viele Zahlenkombination möglich, sodass sich jedem einzelnen Artikel eine individuelle Nummer zuweisen lässt. Der Chip wird zusammen mit einer spiralförmig angeordneten Antenne in einen Aufkleber eingebettet oder direkt in die Produktverpackung integriert. Gelesen werden RFID Chips berührungslos über Funk.
Verschiedene Groß- und Einzelhändler wie beispielsweise die Metro Group oder Wal-Mart begannen schon vor über 10 Jahren, mit dieser neuen Technologie zu experimentieren. Heute werden RFID-Tags zur Optimierung der Warenwirtschaft in der Logistik auf Paletten- und Kartonebene eingesetzt. Ob der RFID-Tag jedoch den Barcode in Zukunft auch auf Artikelebene ablösen wird, bleibt offen. Bisher wurde dies aus Kostengründen nur bei bestimmten Artikeln zu Testzwecken in einigen Unternehmen verwirklicht. Die Probleme, welche in den Testphasen auftraten wurden in den letzten Entwicklungsetappen kontinuierlich abgebaut. Nur noch ein Kostenfaktor verhindert den Einsatz auch auf sehr günstigen Waren. Auf allen regulären Waren eignet sich allerdings ein Einsatz und jedem Fall und wird innerhalb der nächsten Jahre diese Technologie zum Standard in der Warenwirtschaft gehören.