Ein guter Heimwerker benötigt nicht nur etwas Talent und Fingerfertigkeit. Auch das richtige Werkzeug spielt eine nicht unerhebliche Rolle. Kleinteile aus Edelstahl sind dabei ein Bestandteil eines jeden Werkzeug-Sortiments. Der doch sehr gebräuchliche Begriff Edelstahl birgt Potential für Missverständnisse und falsche Deutungen. Im umgangssprachlichen Gebrauch dieses Wortes oder Fachbegriffes haben sich Eigenarten entwickelt, die dazu führen, dass viele unter diesem Begriff etwas latent anderes verstehen als Fachkräfte, die aufgrund ihres Hintergrundwissens, den Begriff korrekt verwenden. So kommt es beispielsweise häufig vor, dass man als Laie den Begriff Edelstahl und den des „rostfreien Stahls" synonym verwendet und der Meinung ist, dass sei mehr oder weniger dasselbe. In manchen Fällen mag das auch der Fall sein. Streng genommen besteht jedoch ein wichtiger unterschied zwischen rostfreiem Stahl und Edelstahl. Dem sei hier nun auf den Grund gegangen.
Worum handelt es sich bei Edelstahl denn genau? Was sagt die Definition? Die Europäische Norm in diesem Bereich hilft weiter, liefert sie doch eine recht eindeutige Erklärung, beziehungsweise Normierung. Edelstahl bezeichnet verschiedene Stähle, ob mit oder ohne Legierung ist für die Definition nicht relevant, die einen besonderen Reinheitsgrad vorweisen können. Dieser wird bei der Schmelze erreicht, mithilfe derer Bestandteile herausgelöst werden können. Dabei gilt, dass ein Stahl desto reiner ist, je geringer der Anteil an Schwefel und Phosphor ist. Diese Bestandteile werden auch Eisenbegleiter genannt. Je geringer also der Anteil der Eisenbegleiter, desto „edler" ist der Stahl. Auch wenn das Adjektiv edel die Vermutung nahe legen mag, so kann es durchaus doch vorkommen, dass ein Edelstahl nicht den Anforderungen von rostfreiem Stahl entspricht, ebenso wie das umgekehrt der Fall sein kann. Festhalten lässt sich, dass sich sowohl aus rostfreiem Stahl als auch aus
Edelstahl Produkte von hoher Qualität erzeugen lassen, dass zwischen den Stählen weiterhin eine Schnittmenge besteht, dass es sich jedoch im Kern um zwei verschiedene Stahlsorten handelt, die man umgangssprachlich gerne vermischt, welche aber von Fachkräften konsequent getrennt benannt werden. Wer das nächste Mal Besteck kaufen möchte, der sollte darauf achten, welches Stahl er erwirbt.
Andreas Mettler