Laut ACTA Studie 2009 nutzen immer größere Teile der deutschen Bevölkerung die Möglichkeiten des Online Shoppings. Mittlerweile kaufen ca. 70% der Bevölkerung zwischen 14 und 64 Jahren online ein.
Schon seit langem ist klar, dass sich Hersteller und Händler mit Online-Shops einen zusätzlichen Vertriebskanal für bestehende Produkte eröffnet haben, doch darüber hinaus bietet das Internet auch Optionen, jedem Nutzer individuelle Angebote zu machen, die in den klassischen Vertriebskanälen nur schwer realisierbar waren. Dazu gehört die Individualisierung der Marketing Instrumente mit deren Hilfe ein Händler seine Käufer sehr viel gezielter ansprechen kann, z.B. über Kaufempfehlungen basierend auf vergangene Käufe oder Newsletter-Ansprache. Dazu gehört aber auch die Möglichkeit der Personalisierung von Produkten, die im großen Maß durch den Online-Vertriebskanal ins Rollen gebracht wurde.
Personalisierte Produkte erreichten in den letzten Jahren einen immer größeren Zuspruch, da es ein Grundbedürfnis der Menschen ist, sich einerseits voneinander zu unterscheiden und andererseits durch die Wahl spezifischer Produkte Gruppen-Zugehörigkeiten zu demonstrieren. Zusätzlich entwickelt der Nutzer eine stärkere emotionale Bindung zu einem personalisierten Produkt. Dass personalisierte Produkte dabei häufig deutlich teurer sind als vergleichbare Produkte, wird gerne akzeptiert, da ein "Wunschprodukt" in den Augen der Nutzer einzigartig und somit diesen Preis wert ist.
Die Möglichkeit der Personalisierung von Produkten lässt sich grundsätzlich in drei verschiedene Gruppen unterteilen:
- Ein Produkt kann durch eine äußere Anpassung individualisiert werden, wie z.B. Etiketten auf Bierflaschen (z.B. www.idbeer.de) oder Namen auf Babyschnullern (www.schnullermitnamen.de)
- Ein Produkt kann mit eigenen Inhalten des Nutzers/ Käufers personalisiert werden. In diese Kategorie fallen vor allem Fotobücher (z.B. www.cewe-fotobuch.de) oder Foto-Geschenke aller Art (z.B. www.printeria.de)
- Ein Produkt kann durch die Angaben des Nutzers komplett neu erstellt werden, so dass zwei Produkte für zwei verschiedene Nutzer beinahe nicht vergleichbar sind, obwohl jeweils die gleichen Grundmodule verwendet wurden. Beispiele hierfür sind individuell zusammengesetzte Müslis (z.B. www.mymuesli.com), selbst komponierte Parfüms (z.B. www.myparfuem.com) oder personalisierte Kinderbücher (z.B. www.fabulinus.de)
Alle diese Produkte haben gemeinsam, dass erst die Möglichkeiten der Prozessoptimierung im Bestellprozess eines Online-Shops und die automatisierte Weiterbearbeitung es ermöglicht haben, solche individuellen Produkte trotz geringer Stückzahlen kostenbewusst herzustellen und zu marktfähigen Preisen an den Verbraucher weiterzugeben.