Woraus besteht das Universum? Und warum konnten sich Lebewesen entwickeln, die sich diese Frage heute stellen? Die Entstehung des Lebens geht auf eine komplexe Verkettung von Zufällen zurück. Ganz am Anfang stand dabei die Dunkle Materie. Sie spielt eine entscheidende Rolle im kosmologischen Uhrwerk.Unsere Erde. Gemütlich zieht sie seit Jahrmilliarden zusammen mit ihren Nachbarplaneten ihre Bahnen um die Sonne. Unser Sonnensystem wiederum bewegt sich dabei durch unsere Galaxie, die Milchstraße. Galaxien sind gigantische Systeme, die Milliarden von Sternen beherbergen. Doch wie entstehen Galaxien? Diese Frage ist bis heute nicht vollständig geklärt. Man weiß jedoch, dass sich diese Giganten ohne einen ganz speziellen Stoff, der Dunklen Materie, nicht hätten bilden können. Zumindest nicht in dieser Form. Galaxien bestehen zum Großteil aus dieser exotischen Materieform, die wir deshalb Dunkle Materie nennen, weil sie kein Licht aussendet. Dass es sie geben muss, weiß man trotzdem: Sie macht sich über die Gravitationskraft bemerkbar. Und das ist ein entscheidender Punkt: Damit sich große Strukturen wie Galaxien bilden, müssen sich Massen gegenseitig anziehen, und zwar gewaltig. Die normale Materie alleine würde nicht ausreichen, um die erforderliche Anziehungskraft zu Stande zu bringen. Erst die Dunkle Materie formt aus den lose umherirrenden Gas- und Staubteilchen größere Strukturen. Mit einer
Astronomie-Software lassen sich heute virtuelle Flüge durch solche Strukturen realisieren.
Nun wird auch klar, weshalb die Dunkle Materie ein so wichtiger Baustein in der Entwicklungsgeschichte des Lebens ist: Hätten sich Staub und Gas nicht zu größeren Gebilden geformt, hätte es niemals Sterne und Planeten geben können. Bleibt noch die Frage: Was ist Dunkle Materie? Seit einigen Jahren versucht man mit speziellen Detektoren dieser Frage auf die Spur zu kommen. Sie sollen einzelne Dunkle Materie Teilchen, die auch bei uns auf der Erde auftauchen können, nachweisen. Bisher ist den Forschern aber noch keins dieser unsichtbaren Geisterteilchen in die Falle gegangen. Womöglich wird sogar der LHC am Genfer Forschungszentrum CERN in der Lage sein, diesem Stoff auf die Spur zu kommen. Dort wird nämlich nichts weniger versucht, als die Zustände zu simulieren, die beim Urknall geherrscht haben müssen. Rein theoretisch müssten dort Unmengen an Dunkler Materie erzeugt worden sein. In den kommenden Jahren wird sich zeigen, ob sich die hohen Investitionen in diese Forschungsanlagen gelohnt haben.