(Bild: Dieter Schütz / pixelio.de)
Kennst du dich mit einem dualen Studium aus? Dieser Artikel beleuchtet dieses neue und derzeit stark nachgefragte Studienmodell ausführlich, führt Statistiken auf und gibt Tipps für die Recherche nach dem passenden Studium.Duales Studium – Die Entstehung
Die Grundbedingungen, die das heutige duale Studium ermöglichen, wurden bereits in den 70er Jahren gelegt. Damals kam es durch den bundesweiten Ausbau des Schulsystems zu einer Schüler- bzw. Abiturientenflut, so dass die Hochschulen an ihre Grenzen stießen. Dieser große Run auf die Hochschulen ließ die Frage aufkommen, inwieweit ein Massenstudium an Uni und FH überhaupt noch den Voraussetzungen der persönlichen Entwicklung und auch bedarfsgerechten Ausbildung für die Wirtschaft gewachsen war.
Im Zuge dieser Diskussion kam in Baden-Württemberg die Idee auf, die betriebliche Ausbildung durch die Verbindung mit Hochschulelementen, also theoretischen Unterrichtsteilen, wieder attraktiver zu machen. Durch den großen Andrang an den Hochschulen war nämlich die Begeisterung der Schulabgänger für eine „normale" betriebliche Ausbildung stark gesunken. So wurde im Jahr 1972 mit dem Stuttgarter Modell der Grundstein der dualen Ausbildung gelegt.
In den folgenden Jahren erfreute sich dieses System zunehmend wachsender Nachfrage, allerdings war ein Manko nicht von der Hand zu weisen: Die Absolventen von Unis und FHs hatten mit ihrem akademischen Studienabschluss die besseren Karrierechancen. Durch die Empfehlung der Kultusminister im Jahr 1995, demzufolge zukünftig die Abgänger von Berufsakademien wie die Abgänger von Fachhochschulen zu behandeln seien, wurde dann endlich dieser Nachteil behoben. Und durch den Bologna-Prozess, also die Einführung der Bachelor und Master Studiengänge, wurden auch an Berufsakademien diese akademischen Studienformen eingeführt.
2009 folgte dann die erste Hochschule, die sich nur dem dualen Studium widmet. Mittlerweile ist die „
Duale Hochschule Baden-Württemberg" mit über 25.000 Studierenden eine der größten Hochschulen Deutschlands.
Duales Studium – Entwicklung und Statistiken
Den rasanten Aufstieg des dualen Studiums zeigen vor allem verschiedene Studien des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), die nachfolgend dargestellt werden.
Von 2004 bis 2009 stieg die Zahl der dualen Studenten um 20% - von 40.000 auf über 48.000 Studenten. 2010 hielt das Wachstum an und mittlerweile sind über 51.000 duale Studenten an Deutschlands Hochschulen eingeschrieben.
Auch die Unternehmen akzeptieren das duale Studienmodell. Mittlerweile gibt es über 25.000 Firmen, die mindestens ein duales Programm für Schulabgänger anbieten.
In Folge dieser großen Nachfrage haben auch immer mehr (Fach)Hochschulen, Universitäten und Berufsakademien duale Studiengänge angeboten. Das Angebot stieg innerhalb von nur 5 Jahren um über 30%. Duales Studium – Quo vadis?
Ein duales Studium wird immer mehr zur echten Konkurrenz für das „normale" Studium an Unis und FHs. Das zeigt sich auch schon in der Verteilung der besten Abiturienten/ Studieninteressenten. Wie Wissenschaftler der Uni Tübingen nämlich ermittelten, haben die Studenten an Baden-Württembergs Universitäten im Mittel einen schlechteren Abiturschnitt als ihre Kommilitonen an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW). Dual studieren ist also akzeptiert und angesagt. Es bleibt abzuwarten, inwieweit dieses Modell noch „Marktanteile" bei den Studienangeboten zulegen kann.
Duales Studium – Wo informieren?
Im Internet gibt es zahlreiche Anlaufstellen, die seriös über das begehrte Studienmodell informieren. Zu erwähnen ist hierbei zum Beispiel der
Wegweiser Duales Studium, der neben Erfahrungsberichten von Studenten und zahlreichen umfassenden Artikeln auch eine Datenbank aller Studiengänge anzubieten hat.
Zudem findet man auf Jobportalen wie Stepstone oder Monster zahlreiche Angebote von Firmen, die nach dualen Studierenden suchen. Hier lohnt sich die Recherche.
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Text verfasst von M. Bender, TarGroup Media GmbH, Zollstockgürtel 61, 50969 Köln