(Online-Artikel.de) - Eine wichtige Aufgabe im Sinne klassischer (Produkt-)PR ist das Bekannt machen des Namens einer Website. Die Aufgabe beginnt allerdings bereits bei der Namensfindung.
Domain-Namen
Etablierte Firmen mit eingeführten Namen oder Produkten haben es meist einfach. Die Rechtsprechung gibt ihnen weit gehende Rechte für die Übernahme des Namens als www-Adresse bzw. Einforderung des Namens von so genannten Namen-Piraten, die die Website angemeldet, aber ansonsten nichts mit dem Namen geplant haben – außer ihn für viel Geld wieder an den rechtmäßigen Besitzer zu verkaufen.
Bei neuen Namen, eigentlich eine Selbstverständlichkeit, sollte die Kommunikationswirkung mitbedacht werden. Wichtig dabei, auf wen soll der Name wirken, wer ist die Zielgruppe? Sagt der Name auch etwas über das Produkt aus, verkauft er es sozusagen gleich mit? Ist eine Expansion ins Ausland geplant? Dann bietet sich vielleicht gleich eine ,,.com"-Endung an. Hat der Name in allen geplanten Ländern einen guten Klang und eine positive Bedeutung? Viele der Namen der New Economy-Firmen und deren Websites mögen interessant geklungen haben und einem kleinen Kreis Eingeweihter (meist in der Firma) etwas gesagt haben. Draußen im World Wide Web konnten viele Nutzer nichts damit anfangen und viele Namen blieben nicht hängen.
Bei neuen Firmennamen oder Produkten gehört es heute dazu, zugleich mit der Anmeldung im Handelsregister auch die Internetadresse beim deutschen Domain-Namen-Zentralregister DENIC für ,,.de"- oder dem entsprechenden US-amerikanischen Pendant ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) für ,,.com"-Endungen mit anzumelden.
Seit dem Sommer 2000 kommen weitere Top Level Domains mit entsprechenden Endungen hinzu. Für Unternehmen dürften vor allem die Endungen .info und .biz interessant sein. Sie können bei den anbietenden Firmen Afilias und NeuLevel beziehungsweise ihren Vertriebspartnern, den Registraturen, beantragt und gekauft werden. Zusätzlich mag es sich für manches Unternehmen lohnen, den Namen der Website mit einer eingängigen Endung hinter dem Punkt zu versehen und entsprechend anzumelden also statt ,,.de" etwa ,,.tv".
Ob die Benennung mehr als ein Gag bleibt, ist letztlich abhängig von den Inhalten. Wenn die nicht stimmen, nützt auch eine nette WWW-Adresse nichts, wie das Beispiel der Reality-TV-Serie Girlscamp (www.girlscamp.tv) gezeigt hat. Was allerdings immer noch sehr wenig beachtet und meist nur von großen, international agierenden Unternehmen in die Tat umgesetzt wird, ist das Registrieren verwandter Namen. Ziel dieser Aktion ist es, im Vorgriff auf mögliche Trittbrettfahrer der entstehenden Marke oder auf eventuelle zukünftige Krisensituationen weitere Domain-Namen zu besetzen.
Zu anders lautenden Domain-Namen zählen sowohl Falschschreibungen durch Buchstabenvertauschungen, ähnlich klingende Namen,Verballhornungen sowie Namenszusätze, die den ursprünglichen Domain-Namen mit einem schlechten Image versehen. Gerade letzteres Anliegen sollte vorausschauende PR im Blick haben und entsprechend beraten.
Wie schwer das Image-Risiko falscher, irreführender oder gar beleidigender Domain-Namen eingeschätzt wird, zeigt ein Beispiel aus den Vereinigten Staaten. Der Medienunternehmer Michael Bloomberg kaufte nach Recherchen der New York Times Hunderte von Webadressen wie „NoBloomberg.org" oder „lhateBloomberg.com". Der Grund: Der Milliardär und Eigentümer des gleichnamigen Wirtschaftdienstes und eines TV-Senders plante im Frühjahr 2001 seine Kandidatur für das Amt des NewYorker Bürgermeisters. Bloomberg wollte nicht öffentlich im Internet diskreditiert werden wie dies etwa mit Hillary Clinton passierte, die unter der Webadresse www.Hillaryno.com beschimpft wird.
Natürlich bietet eine derartige Präventivmaßnahme einigen Schutz vor Angriffen und Image-Schäden. Trotzdem sollte man sich darüber im Klaren sein, dass nicht jeder Name im Vorwege besetzt werden kann. Dazu ist die Phantasie einfallsreicher Menschen zu groß und dafür sind die Möglichkeiten einer lebendigen Sprache zu vielfältig, um nicht immer wieder Schlupflöcher zu finden. Dennoch empfiehlt es sich als prophylaktisches Verhalten, den eigenen Unternehmens- oder Produktnamen entsprechend abzusichern.
Die Anmeldung von Domain-Namen ist einfach. Zumeist bietet der eigene Provider an, die Anmeldung vorzunehmen. Ansonsten sollte man sie der beratenden
Internetagentur überlassen. Wichtig ist nur, dass die Registrierung im Namen des Unternehmens oder eines legitimierten Vertreters erfolgt, sodass die Rechte auch wirklich im Haus bleiben.
Jessica Anthonj