Plagiate und Copyrightverstoss
Schon früher wurden viele Arbeiten oder einzelne Teile einer zu prüfenden Leistung "abgekupfert", es lässt sich darüber streiten ob das illegal oder in kleinen Teilen eher normal und als legal zu bezeichnen ist. Aus meiner Sicht ist alles davon abhängig ob es wirklich nur kurze Nebensätze oder der entscheidende Inhalt des Themas ist.
Viele Arbeiten sind bislang mit einem hohen Plagiatanteil durchgegangen, aber heute haben die Prüfer andere Mittel zur Verfügung – und nutzen diese auch immer mehr. Bislang werden aber von den Prüfern kleine Plagiatsentdeckungen und auch kleine Copyrightverletzungen nicht unbedingt mit dem Nichtbestehen geahndet, sondern häufig lässt sich feststellen, dass die entsprechenden Schriftstücke mit dem Hinweis auf Plagiate zurückgegeben und somit eine zweite Chance eingeräumt wird. Das ist meines Erachtens eine positive Entwicklung. Positiv deshalb weil die Beweisführung nicht so einfach ist.
Beispiel 1: Ein Prüfling hat vor mehreren Wochen einen Bericht in der Zeitung gelesen und später in seiner Prüfungsarbeit schreibt er aus dem Gedächtnis einen kleinen Satz nieder, der zufälliger Weise den exakten Wortlaut enthält.
Ist ein Plagiatsvorwurf korrekt oder nicht?Beispiel 2: Ein Prüfling kopiert bei seinen Internetrecherchen einen Satz komplett in seine Arbeit und gibt diesen als eigenen Text aus.
Hier ist der Fall augenscheinlich klarer, aber ist er auch wirklich klarer? Es muss ja nicht so wie von mir geschrieben gewesen sein, der Satz könnte auch aus dem Gedächtnis wieder gegeben worden sein!
Diese Beispiele verdeutlichen, dass in manchen Fällen ein Vorwurf der Kopie nicht wirklich sinnig ist. Andere Fälle, die durchaus schon vorgekommen sind, wo komplette Schriftstücke kopiert und als eigenes Gedankengut ausgegeben worden sind, sind natürlich hart zu bestrafen.
Es sind aber nicht nur Diplome und Promotionen betroffen, es sind auch tägliche Hausarbeiten der Schüler betroffen, selbst schon in niedrigen Klassenstufen wird versucht "sich das Leben etwas einfacher zu machen", aber auch hier nutzen die Lehrer immer häufiger das Internet für Recherchen.
Ich möchte an dieser Stelle zur Diskussion anregen. Versetzen Sie sich doch mal in die Lage eines Prüfers, aber auch in die Lage eines ehrlichen Prüflings und spielen Sie doch mal einige Situationen in Gedanken durch. Ist es für beide Seiten schwierig oder einfach Plagiate zu vermeiden?
Für ehrliche Prüflinge, aber auch für Prüfer möchte ich eine kleine Linksammlung zur Plagiatsuche bereitstellen:
www.elitedoktor.com/..Mein letzter Hinweis: Der Vorwurf des Plagiates, der Copyrightverletzung oder Textkopie sollte gut überlegt und nur unter Abwägung aller Eventualitäten erhoben werden. Prüflinge sollten sich vorher gründlich überlegen ob es tatsächlich Sinn macht eine andere Arbeit als eigene auszugeben.
Autor: Ronald Leske
Alles ohne Gewähr und ohne jegliche rechtliche Verpflichtungen