Krankenversicherungen
Nachdem die
DKV das Ende ihrer Einsteigertarife im Neugeschäft zum Jahresende bekannt gab,(Tarife BM1, BM2, SMART/PLU, ET2 und die NBL-Tarife BS9 und BS5) folgte die
Central völlig überraschend mit einer Info am 28.07.2011, dass ab 01.08.2011 kein Neugeschäft in den Einsteigertarifen der
ECOline-Tarife (
KE, EKE, KEH, BSS und BSSN) mehr angenommen wird. Auch die relativ neuen Tarife der
Vario-Kombinationen (mit Leistung Mehrbettzimmer im Krankenhaus) (Vx3xSx) sind davon betroffen.
Die Begründung war "
strategische Neuausrichtung".
Ähnlich wie die DKV möchte nun auch die Central ihren Vertrieb mehr auf leistungsstärkere Tarife ausrichten, denn von der Schließung sind hauptsächlich die sogenannten "Einsteigertarife" betroffen, die teilweise weniger Leistungsumfang als die GKV bieten.
Und um noch eins oben drauf zu setzen informierte die Central gleich noch über mögliche Beitragssteigerungen!!
Ulrich Kappl - VersicherungsmaklerZitat: Unsere ersten Hochrechnungen zeigen, dass wir auch im Jahr 2012 deutliche Beitragserhöhungen sowohl im Neugeschäft als auch im Bestand haben werden. Nach dem aktuellen Stand unserer Analysen rechnen wir mit Erhöhungen im zweistelligen Bereich.
Im Neugeschäft kann dies eine durchschnittliche Erhöhung von rund 20% für die PLUSlinie bedeuten sowie eine durchschnittliche Erhöhung von rund 10% für die TOPlinie.
Anfang 2011 hatte die Central die Prämien bereits im Schnitt um 6,5 % angehoben.
Warum nun der Rückzug aus dem Billigsegment?In der Branche erfreuten sich seit einigen Jahren Tarife mit abgespeckten Leistungen und vergleichsweise günstigen Beiträgen großer Beliebtheit. Einige PKV-Anbieter generierten sehr viel, (bis überwiegend) ihres Neugeschäfts aus diesem Segment.
Die sogenannten Einsteigertarife waren, man muss es so deutlich sagen, zum größten Teil Lockvogelangebote. Diese Strategie rächt sich nun. Denn mit den Billigheimern wurde auch entsprechendes Kundenklientel d.h. Menschen mit geringem Einkommen die Versicherungs-Beiträge sparen wollen (und mit oft zweifelhafter Zahlungsmoral) angezogen. Wie sich jetzt wieder bestätigt, sind selbst diese geringen Beiträge für dieses Klientel noch zu teuer. Daraus resultieren die immensen Beitragsrückstände bei den betroffenen Gesellschaften
Was heißt das nun für die von den „geschlossen" Tarifen betroffenen Kunden?Die Central wirbt auf ihrer Homepage mit folgendem Slogan: "
Bei uns sind Sie in bester Gesellschaft".
Doch viele Kunden in den betroffenen Tarifen sagen sich nun bestimmt "Rette sich wer kann!", oder "Muss ich jetzt die Reißleine ziehen?" noch schlimmer "Droht meinem Tarif der finanzielle Kollaps?"
So pauschal kann darauf nicht geantwortet werden, denn es sind immer Einzelfallentscheidungen. Handlungsbedarf besteht aber auf jeden Fall, dies könnte z.B. ein Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft in einen besseren Tarif sein. Vor übereilten Entschlüssen muss man warnen. Betroffene sollten sich im Vorfeld erst gut und neutral informieren lassen von freien Versicherungsmaklern.
Es ist zu bedenken, dass es durch fehlende Neuzugänge zu einer "Überalterung" der Tarife und künftiger Mehrinanspruchnahme (altersbedingt) zu überproportionalen Beitragsanpassungen kommen kann/wird.
Die DKV und die Central sind hier zwar namentlich benannt, da sie die ersten sind, die das entsprechende Tarifwerk "schließen", stehen jedoch auch stellvertretend für alle PKV-Gesellschaften die mit Einsteigertarifen im Markt unterwegs sind. Hier wird sich in Zukunft noch einiges am Markt tun und weitere PKV-Versicherer werden nachziehen.