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Distanz und Nähe! (52)

Autor: WolfgangSchwalm | Erstellt am: 29.09.2010 | Gelesen: 1075
Kategorie: Politik - Gesellschaft & Soziales | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Umarme mich aber bitte berühre mich nicht!

Mitsu tomoe: Sonne, Himmel, Erde, Mensch
Mitsu tomoe: Sonne, Himmel, Erde, Mensch
Sie alle kennen das: 2 Frauen gehen in einer Disco Arm in Arm zur Toilette – Na und? Jeder findet diese Nähe normal …?! Gehe ich mit meinem Freund („Aha, wie meint er das?") gemeinsam zur Toilette …, die werden doch nicht …?! Die analog denkenden Frauen verhalten sich von Natur aus deutlich sozialer als Männer, und sie zeigen es. Nähe! Schon als 2-jährige spielen sie die kooperativen Familien-Rollen als Lebensvorbereitung. Kleine Jungens üben das Konkurrieren in Wettbewerben. Distanz! Überbleibsel archaischer Rollenverteilung von Jäger und Sammlerin!

Der Mensch ist bekanntlich ein homo eciprocams – ein soziales Wesen (kein homo oeconomicus)! Frauen (Synergie, Kooperation) mehr als Männer (Kooperation, Konkurrenz, Konfrontation). Hierbei unterscheiden wir 2 Dimensionen der Nähe (vs. Distanz):

  1. Die körperliche (Physis) Nähe (Raum und Zeit).
  2. Die emotionale (Psyche) Nähe.

Diese werden permanent auf 2 Arten kommuniziert:

  1. non-verbal: Körper-Sprache und
  2. verbal: Wort und Schrift.

Verschaffen wir uns zunächst einen Überblick über die Verbindung von körperlicher und emotionaler Distanz und Nähe und deren Wurzeln. Als evolutionäres Überbleibsel sind diese Muster un(ter)bewusste vital-autonome Körper-Gefühle ein Teil unserer emotionalen Regelung.Damit sicherte die Natur die 3 Grund-Triebe: Nahrung, Paarung und Wohnung (Revier). Wir unterschieden damit schon immer leicht nach Freund oder Feind und Gut oder Böse usw. In der Folge konnten wir dank Sympathie oder Antipathie ruhig schlafen und verhinderten z. B. Inzest. Noch heute spenden wir, folgen einem Verein oder Star – oder gehen fremd – nach dieser Wertigkeit (rationale Begründung).

Es gibt natürliche und kulturelle Unterschiede im Umgang mit anderen Menschen unterschiedlichen Geschlechts, religiöser Wurzeln und ethnischer Herkunft, bzw. gesellschaftlichen Kontextes. Dabei differenzieren wir in unserer zwischenmenschlichen Zu- oder Abwendung zwischen Fremden, Freunden, Familie und Intim-PartnerIn.

  1. Caritas. Allgemeine Nächsten-Liebe (Sympathie).
  2. Agape. Liebe um der Schönheit, als sinnlich-geistige Einheit, willen. Bekannt auch als platonische Liebe. Neigung zu Menschen aus dem sozialen Umfeld (Empathie, Fremd-Liebe).
  3. Eros. Liebe in der Hingabe. Beziehung zu Familienmitgliedern.
  4. Sexus. In einer personenbezogenen Liebe betrachten wir die intime Distanz zu einer(m) PartnerIn als geschlechtliche Liebe. Hierzu gehört auch die Selbst-Liebe bzw. positive Lebens-Energie.

In der christlichen Kultur gilt Liebe als der Inbegriff der Sittlichkeit (Verhalten aufgrund von Gewohnheit und Überlieferung) die Gott für sich und den Nächsten fordert.

Neben der personenbezogenen Liebe gibt es noch die objektbezogene Liebe zur Natur, zur Freiheit und zum Eigentum (SammlerInnen).

Liebe („Gutes, Angenehmes, Wertes") ist im engeren Sinne die Bezeichnung für die stärkste Zuneigung, die einMensch für einen anderen Menschen (auch zu einem Tier u. a. m.) zu empfinden fähig ist. Der Erwiderung bedarf sie nicht. Im ersteren Verständnis ist Liebe ein mächtiges Gefühl und mehr noch eine innere Haltung positiver, inniger und tiefer Verbundenheit zu einer Person, die den reinen Zweck oder Nutzwert einer zwischenmenschlichen Beziehung übersteigt und sich in der Regel durch eine tätige Zuwendung zum anderen ausdrückt. Hierbei wird nicht unterschieden, ob es sich um eine tiefe Zuneigung innerhalb eines Familienverbundes („Elternliebe", „Geschwisterliebe") handelt, um eine enge Geistesverwandtschaft („Freundesliebe") oder ein körperliches Begehren („geschlechtliche Liebe (Libido [Lebens-Energie (S. Freud)])"). Auch wenn letzteres eng mit Sexualität verbunden ist, bedingt sich auch in letzterem Falle beides nicht zwingend (zum Beispiel sogenannte „platonische Liebe").Quelle: wikipedia.de, Auszug, [Autor]

In Klan-Gesellschaften, z. B. Nomaden und später bei Sesshaften, leb(t)en die Menschen in Gruppen von bis ca. 60 Menschen auf engstem Raum zusammen. Ich war vor Jahren in einem Nomaden-Zelt in Anatolien (Türkei). Es gab pro Familie, ca. 10 Personen, nur dieses etwa 10 qm große und etwa 1, 60 m hohe quaderförmige Zelt. In diesen Gesellschaften zieht sich der/die Einzelne in einer Gruppe temporär nach innen (in sich selbst) zurück:

  • Hierbei wird jeder Blickkontakt vermieden.
  • Außerdem nimmt der Körper eine nach außen geschlossen Haltung ein: Arme und Beine werden verschränkt und der Kopf wird eingezogen.

Die geschlossene Körper-Haltung nehmen heute z. B. Menschen ein die sich gegenüber sitzen (Nähe), z. B. im Fernsehen, sich gegeneinander abgrenzen (Distanz) und trotzdem miteinander reden müssen.

In einem meiner letzten Artikel schrieb ich, dass in Klan-Gesellschaften Übeltäter aus diesen Großfamilien entlassen werden als höchste Strafe, oder es wird die ganze Sippe/Familie mit Freiheit (Distanz) bestraft. Wir sperren heute nur die Verurteilten ein (Nähe, Freiheitsentzug).

Bei den dogmatischen Juden, Christen und Moslems tanzen Männer und Frauen getrennt (Distanz), z. B. bei Hochzeiten. Bei Familienfeiern halten sich die Geschlechter in unterschiedlichen Zimmern auf, wobei die Frauen die Männer bedienen (Nähe).

In modernen Nationalstaaten lösen sich diese Großfamilien auf, zugunsten einer sozialen Vereinzelung und Vereinsamung in 1 ½ Zimmern bei Hartz 4. Mit zunehmender physischer Distanz steigt hier die interpersonale emotionale Loslösung (Distanz). Die sozialen Aufgaben der Hilfe und Pflege haben wir hier auf den Staat übertragen. Wir haben uns von der analogen zur digitalen Welt gewandelt.

´Umarme mich aber berühre mich nicht´ ist eine praktizierte Kunst von z. B. ambulanten Pflegern! Dies praktizieren heute auch z. B. Väter die ihre kleinen Töchter baden - um sich später keine pädophilen Vorwürfe machen zu lassen (Distanz in der Nähe)!

Ich wunderte mich mal in einem Apartmenthaus in dem ich wohnte, dass ich nach einem Jahr meine Nachbarn immer noch nicht kannte (Nähe in der Distanz).

In Großstädten haben Menschen eine besondere Technik entwickelt, durch Entgegenkommende hindurch zu sehen. Erst wenn man sich anstößt zeigt man, das man den anderen wahr genommen hat. Größte emotionale Distanz bei gleichzeitiger geringster physischen Nähe. In einer Kleinstadt in der ich danach unbewusst dies selbe Verhalten anwandte, meinte man das ich ein seltsamer Typ sei. Hier grüßt man jeden Entgegenkommenden. Das selbe Verhalten fand ich bei Wanderungen in den Alpen wieder.

Anders in Situationen in denen man auf der formalen Ebene bei geringster physischer Distanz die größte emotionale Distanz auf der in-formalen Ebene wahren muss: In einem Aufzug! Hier spricht man von der intimen Distanz mit Fremden. Diese Situation ist nur vergleichbar mit duschenden Männern in einem Sportverein.

Wir sprechen also hier von 3 physischen Distanzen bzw. An-Näherungen:

  1. Die öffentliche Distanz beträgt etwa 60 cm (ein ausgestreckter Arm).
  2. Die private Distanz beträgt etwa 20 bis 30 cm.
  3. Von der intimen Distanz sprechen wir bei Abständen von ca. 10 cm bis zu Berührungen.

Probleme haben vielfach in unseren modernen Dienst-Leistungs-Gesellschaften die Frauen mit den Annäherungen von Männern in z. B. Büros. Nimmt der Chef absichtlich die intime Distanz ein so geraten die Frauen (Untergebene) unter Disharmonie-Stress. Ich sehe das als Mobbing an (Fremdbestimmt statt Selbstbestimmt)! Hier wird physische und psychische Gewalt ausgeübt! Frauen müssen sich hier von Anfang an wehren! Chefs sollten nur in Ausnahmefällen kurzfristig die soziale Distanz einnehmen und dann sofort in die öffentliche Distanz zurückkehren! Aufgrund des Zusammenhangs von Psycho (Stress) und Soma (Körper) kann es hier schnell zu körperlichen Beschwerden (z. B. burn out) kommen.

  • Männliches Dominanzstreben leben am Arbeitsplatz nur psychisch gestörte Zwangs-Neurotiker aus.
  • Nur Frauen die sich am Arbeitsplatz wohl fühlen sind zu voller Leistung fähig liebe Chefs!

Ein Distanz-Problem haben insbesondere Frauen heute bei Ärzten und Masseuren etc. Hier sollten Frauen ebenso wie im Büro etc. sofort das männliche Verhalten hinterfragen und Grenzen setzen, indem sie ihre Verhältnisse klären. In der Öffentlichkeit können Frauen durch eine eindeutige Klärung ihrer Verhältnisse z. B. manche Vergewaltigung vermeiden!

© 2010 Copyright by Wolfgang Schwalm, all rights reserved! (WSchwalm@gmx.de)

 
 
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