Blasenschwäche bei Müttern
Schon kurz nach der Geburt bemerken Mütter oft eine unliebsame Nebenerscheinung von Schwangerschaft und Niederkunft. Nämlich dann, wenn die Blase schwächelt und ein Nieser zum unkalkulierbaren Ereignis wird. Vielen Frauen ist das peinlich und sie behalten das Problem für sich. Selbst in Müttergruppen, wo sonst jede Lebenslage erörtert wird, ist das Thema Tabu. Hier erfahren Sie mehr über Blasenschwäche und wie Sie sie wieder in den Griff bekommen können.
Gefährdete Mütter
In Deutschland leiden laut Schätzungen 5 bis 8 Millionen an Inkontinenz. Laut den Verkaufszahlen von Inkontinenzprodukten sind es sogar 10 Millionen. Und es dürfte noch mehr Betroffene geben, denn viele kommen ohne Hilfsmittel aus und tauchen in den Statistiken nicht auf. Blasenschwäche wird meist mit dem Älterwerden in Verbindung gebracht. Aufgrund von Bewegungsmangel und Gewichtsproblemen ist aber zunehmend auch die jüngere Generation betroffen.
Besonders von Inkontinenz gefährdet sind allerdings Mütter. Circa 30 Prozent aller Frauen leiden nach der Geburt oder schon während der Schwangerschaft darunter. Denn die Beckenboden-Muskulatur wird unter dem Gewicht des wachsenden Kindes und während der Geburt sehr stark strapaziert. Ist sie dann zu schwach, kann sie ihre Funktion nicht mehr erfüllen und den Urin nicht zuverlässig zurückhalten.
Isolation und Depression
Mütter und Schwangere empfinden die Situation wie andere Betroffene nicht nur körperlich belastend. Sie leiden auch psychisch, wenn die Krankheit ihr soziales und gesellschaftliches Leben einschränkt. Viele kennen die Scham, sich bloßzustellen, die einen ständig begleitet. Ein Husten, Lachen oder Niesen oder auch Sport kann zu ungewolltem Urinabgang führen. Denn jede dieser Aktivitäten verstärkt den Druck auf den Beckenboden. Manche verabschieden sich deshalb von liebgewonnenen Freizeitaktivitäten oder meiden gesellschaftliche Ereignisse. Dieser Verlust an Lebensqualität kann im Extremfall zu Isolation und Depression führen.
Zurück ins Leben mit Disziplin und Hilfsmitteln
Sie sollten jedoch nicht verzweifeln, denn mit einem speziellen Beckenboden-Training können Sie eine leichte Blasenschwäche stark verbessern oder sogar beheben. Der Beckenboden-Muskel ist ein Muskel wie jeder andere und sollte auch so behandelt werden. In Rückbildungskursen legen die Hebammen deshalb sehr viel Wert auf das Beckenbodentraining. Viele Mütter hören aber zu früh mit dem Training auf, nämlich dann, wenn der Rückbildungskurs zu Ende ist. Im ereignisreichen Alltag mit Kind bleibt die Selbstdisziplin auf der Strecke.
Hier können
Beckenboden-Trainingshilfen eine Alternative sein. Dies ist ein Set aus unterschiedlich schweren tamponförmigen Gewichten. Diese werden vaginal eingeführt und einfach so lange getragen, wie die Muskulatur sie halten kann. Das Training kann einfach "nebenbei" z.B. morgens unter der Dusche erfolgen. Wer lieber spezielle Übungen mit Beckenboden-Trainingshilfen machen möchte, findet
hier einen Downloadlink für ein gratis Übungsheft.
So funktionieren die Trainingshilfen: Die kegelförmigen Gewichte unterstützen den Aufbau der Muskulatur. Denn diese zieht sich spontan und selbstständig immer wieder zusammen, um das Gewicht festzuhalten und am Herausgleiten zu hindern (Biofeedback-Phänomen). Die Kontraktion wirkt somit wie ein normales Muskeltraining (vom leichten zum schweren Gewicht). Durch diese Beckenboden-Gewichte lernen Sie, Ihre Beckenboden-Muskulatur bewusst wahrzunehmen und aktiv zu kontrollieren.
Doch nicht nur nach der Geburt sind sie von Nutzen. Gerade für Schwangere ist vorsorgliches Beckenboden-Training sehr wichtig. Frauen, die ihren Beckenboden aktiv kontrollieren können, können ihn zudem bewusst entspannen und die Geburt damit erleichtern.
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hier.
Autorin: Anne Herzberger