Das stinkt zum Himmel: Konsumentenschützerin Barbara Mucha ließ jüngst Fleisch aus Wiener Supermärkten von der Lebensmittelprüfanstalt kontrollieren. Das ekelige Ergebnis: In einem Viertel der Proben wurden Verderbnis- und Fäkalkeime gefunden.
Bereits vor acht Jahren testete DieMucha erstmals Fleisch aus den Kühlvitrinen der österreichischen Supermarktketten. Das Ergebnis sorgte für einen Skandal: Die Hälfte aller Proben wies Keime und Bakterien auf, einige waren sogar mit Salmonellen verseucht. Die Verantwortlichen zeigten sich erschüttert und versprachen Besserung. Nun ließ Verlegerin Barbara Mucha überprüfen, was sich seit damals geändert hat. Sind die Kontrollen strenger geworden, wird den Kunden eine bessere Fleischqualität angeboten?
Die Überprüfungen erfolgten fair, es wurde nicht im Hochsommer getestet, dann, wenn die Hitze besonders unerträglich ist und, laut Experten, wesentlich mehr Fleisch zu beanstanden ist als in der kühlen Jahreszeit. Vereinfacht gesagt: Die Bedingungen waren für die Supermärkte deutlich besser, die Kontrolle jedoch die Gleiche wie damals. Auch diesmal wurde das Fleisch sofort gekühlt zur unanbhängigen Wiener Lebensmittelprüfanstalt gebracht, um die organoleptische und bakteriologische Beschaffenheit zu untersuchen. Das Ergebnis ist nicht erfreulich: Ein Viertel der Proben wies einen deutlich erhöhten Keimgehalt auf, darunter unappettitliche Kolibakterien.
Auch die Kompetenz der Mitarbeiter in den Supermärkten wurde überprüft. Erschreckends Fazit: Das Wissen der Angestellten war durchwegs schlecht. Niemand konnte Auskünfte bezüglich der Veterinärkontrollnummer geben, Details zur Herkunft des Fleisches, Haltung der Tiere und zu möglichen Qualitätskontrollen blieben zumeist unbeantwortet. „Im Interesse der Konsumenten wäre es sinnvoll, wenn die Verkaufskräfte auch wissen, was sie anbieten. Gut ausgebildete Mitarbeiter, die Kunden gut beraten können, dürfen in Supermärkten nicht länger die Ausnahme sein", so Barbara Mucha.