Eine Hochschule hat vielfältige Möglichkeiten, um für sich zu werben. Jeder kennt die Hochschulrankings, die regelmäßig veröffentlicht werden. Zu den Kriterien solcher „Top 10 – Listen" der deutschen Universitäten zählen unter anderem die durchschnittliche Studiendauer, die Betreuung der Studenten sowie die Veröffentlichungen in Fachzeitschriften von Angehörigen der jeweiligen Hochschule. Aber auch die Anzahl der Nobelpreisträger unter den Forschern der Hochschule sowie das durchschnittliche Einstiegsgehalt der Absolventen fließen mit in die Bewertung solcher Hochschulrankings ein. Die ersten Plätze belegen dabei häufig die Technische Universität München, die Hochschule Heidelberg und die Freie Universität Berlin.
Als die größten Herausforderungen für die Universitäten beim
Hochschulmarketing lässt sich jedoch die wachsende Internationalisierung und Globalisierung des Bildunssektors feststellen. Das äußert sich vermehrt darin, dass die Hochschulen immer größerem internationalen Wettbewerbsdruck ausgesetzt werden, da inzwischen nicht mehr nur die Universitäten innerhalb Deutschlands miteinander verglichen werden, sondern internationale Hochschulrankings veröffentlicht werden. So müssen sich inzwischen die TU München, die Hochschule Heidelberg und die Freie Universität mit Hochschulen wie der Shanghaier Jiaotong-Universität, der Eliteuniversität Harvard oder der Oxford Universität messen.
Durch die Umstellung der Studienabschlüsse auf Bachelor und Master wird ein internationaler Vergleich immer leichter. Und um auch für ausländische Studierende attraktiv zu bleiben, müssen sich die Universitäten in Sachen Hochschulmarketing neue Strategien ausdenken.
Zusammengefasst bedeutet
Hochschulmarketing somit nicht nur eine bewusst marktorientierte Führung anzustreben, sondern auch die Anpassung der Hochschulgestaltung an die Bedürfnisse der Studenten. Darüber hinaus spielen die Gestaltung der Marktpräsenz und der Organisation eine Rolle, damit sich deutsche Universitäten langfristig Vorteile im internationalen Hochschulwettbewerb sichern können. In Bezug auf die Marktpräsenz dominieren unter anderem das Leitbild der jeweiligen Universität, das Hochschul-Logo und die herausgegebenen Informations- und Imagebroschüren.
Da stellt sich die Frage: Ist der internationale Hochschulwettbewerb hilfreich, da die Bedürfnisse der Studenten effektiver befriedigt werden oder sind die Hochschulen der Zukunft nicht mehr von erfolgs- und wettbewerbsorientierten Unternehmen zu unterscheiden?