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Die Zahlen des Online-Marketing-Marktes wachsen

Autor: Taipan | Erstellt am: 18.09.2007 | Gelesen: 8701
Kategorie: Medien & Kommunikation | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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Auch bei Daten, die ohne Datenübergänge taxiert wurden, sind Ungenauigkeiten festzustellen. Hierzu zählen neben der Abrechnung nach Cpx (Cost per Action) auch die immer häufiger vorkommenden Hybridmodelle der großen Vermarkter, die eine Mischung von TKP und CPC (Cost per Click) Modellen darstellen. Weiterhin gibt es Ungenauigkeiten bei den tatsächlich ausgelieferten AdImpressions.
Der BVDW bezieht seine Daten aus einer Zusammenarbeit zwischen Nielsen Media, der AGOF (Arbeitsgemeinschaft Online Forschung), dem OVK, Infoline sowie den führenden Anbietern und Vermarktern in den Bereichen klassische Online-Werbung, Suchwortvermarktung und Affiliate-Marketing. Die Basis für die Hochrechnung auf 100 % bildeten die Zahlen von Nielsen Media, die 2006 rund 75 % des Online-Werbemarktes abdeckten. Für 2007 wird eine noch höhere Deckung erwartet.

Die Brutto-Netto-Schere, also der Unterschied zwischen tatsächlich ausgehandelten Konditionen und formell ausgewiesenen Preisen, sei einer der Hauptgründe für die Widersprüchlichkeit der Zahlen, so der BITKOM im Frühjahr 2007. Das würde jedoch bedeuten, dass die Online Vermarkter hohe Rabatte gewähren würden, was ausgerechnet in Zeiten großer Nachfrage einem gesunden kaufmännischen Verhalten widerspräche. Der BITKOM wies auf die Zahlen des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) hin, die auch Netto-Umsätze ausweisen. Der Marktanteil der Online-Werbung am gesamten Werbevolumen ist für 2006 laut eruierter ZAW-Daten 2,5 % und somit rund 500 Mill. Euro.

Für die Glaubwürdigkeit der BVDW-Zahlen als Maßeinheit für die Digitale Wirtschaft spricht, dass sich hier verschiedene Marktteilnehmer zusammen tun und vor allem die großen Unternehmen ihre Zahlen melden. Solange Google seine Zahlen für Deutschland nicht bekannt geben muss, bleibt der Bereich des Suchwortmarketing derjenige mit den vermutlich größten Ungenauigkeiten. Hier kann jedoch wiederum von einer eher konservativen Vorgehensweise ausgegangen werden, denn der Branchenprimus hätte sicher widersprochen, wenn die Umsatzzahlen zu hoch wären.

Im Bereich des Affiliate Marketing, in dem die dominierenden Unternehmen eine Meldung ebenfalls nicht unterstützen, liegt die größte Herausforderung für die nächsten Monate. Hier müssen das bestehende Zahlenwerk weiter abgesichert und gleichzeitig verlässliche Aussagen über Netto-Werbeumsätze in der gesamten Online-Werbung gemacht werden. In diesem Zusammenhang stehen weitere Herausforderungen in Sachen belastbarer Marktzahlen im Bereich Mobile Marketing und hinsichtlich der Umsätze aus den Bereichen der Rubriken- und Kleinanzeigen in den Online-Medien an. Erste Schritte werden hier unter Federführung des BVDW bereits unternommen.

Trotz aller genannten Unvereinbarkeiten lässt sich bei Betrachtung aller Datensätze abschließend doch ein gemeinsames Fazit ziehen: Der Online-Marketing-Markt wächst weiter überproportional und gewinnt von Jahr zu Jahr deutlich in seiner Bedeutung am gesamten Werbemarkt. Zudem werden in die publizierten Zahlen Agenturhonorare nicht einbezogen, die gerade auch in diesem Medium nicht von der Hand zu weisen sind und so umso mehr die Bedeutung der Digitalen Wirtschaft als Wirtschaftsbranche am Standort Deutschland unterstreichen.

 
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comment Kommentare von Besucher !

Gepostet von Norman Wagner am 21.09.2007
Hallo Taipan,

erst einmal Danke für den gut recherchierten Artikel.

Ich würde aber gerne ein paar Aspekte ergänzen, welche aus meiner Sicht in dieser Methodendiskussion zu kurz kommen.

Ich denke beispielsweise nicht, dass die TMC Crawler Methodik die Situation des online Werbemarktes ungenauer abbildet. So verlaufen die Spend-Kurven beider Methoden, mit wenigen Ausnahmen, seit Anfang 2006 nahezu parallel (das Chart kann ich Ihnen gerne zusenden).

Der Gedankengang bezüglich der unterschiedlichen Buchungsvarianten (cpx, cpc, targeting etc.) und der daraus resultierenden Vorteile des Meldungs-Verfahrens des BVDW wären auch nur dann voll zutreffend, wenn tatsächliche Umsätze gemeldet würden. Aber dem ist nicht so, da die Meldungen des Online Vermarkter Kreises (OVK) an Nielsen hochgerechnete Brutto-Preise abbilden. Somit sehe ich hier auch keinen Vorteil. Die Zahlen sind nur anders, aber nicht genauer und ggf. sogar noch politisch motiviert (den Gedankengang überlasse ich im Detail aber Ihnen).

Und nun noch einen Satz zum den signifikantesten Nachteilen des BVDW/Nielsen Verfahrens.

Zum einen weißt das Reporting einen erheblichen Zeitverzug auf, da erst alle Vermarkter melden müssen und diese Daten dann in die Nielsen Systematik eingepflegt werden. Im Vergleich zu den Tagesaktuellen Crawler-Daten ein erheblicher Nachteil, gerade für schnelle Märkte (Telekommunikation, FMCG, Finance etc.).

Auch werden von den Vermarktern die Werbemittel (Banner etc.) nicht mitgemeldet. So kann man nur mit den TMC Online Daten auch sehen, was beworben wurde. Und das ist oftmals sehr wichtig für die Interpretation.

Und manchmal sind die Meldungen auch ganz einfach bewusst und dennoch unbewusst falsch. Beispiel: Audi plant die Online Kampagne für den Audi A5. Will aber nicht, dass jemand vorab weiß, wann diese startet und bucht die gesamte Kampagne bewusst unter Audi A4 ein. Einen Tag vor dem Kampagnenstart werden schnell noch die A5 Banner ausgeliefert. Gemeldet und in der Nielsen Statistik ausgewiesen wird dann aber eine Kampagne für den Audi A4 � und dass ist dann leider falsch. Mit den Crawlern passiert eine solche Fehlzuordnung nicht.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen etwas erweiterten Einblick in die Materie geben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Norman Wagner







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