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Die Zahlen des Online-Marketing-Marktes wachsen

Autor: Taipan | Erstellt am: 18.09.2007 | Gelesen: 7263
Kategorie: Medien & Kommunikation | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Viele Zahlen, eine Botschaft: Wachstum
Die Zahlen des Online-Marketing-Marktes wachsen in den letzten Monaten unaufhaltsam.
So soll sich das Online-Marketing-Volumen in Europa laut einer gerade erst veröffentlichten EU-Studie von Forrester in den nächsten fünf Jahren verfünffachen. Als zukunftsweisend wird die Online-Werbung angesehen, jedoch sind sich die Beteiligten bei Statistiken und Prognosen hinsichtlich der Höhe der exakten Werbeausgaben uneinig.

Der Online-Werbemarkt wächst überproportional - das ist auch die Aussage der regelmäßigen Veröffentlichungen von gleich vier namhaften Institutionen. Diese sorgen jedoch durch ihre unterschiedlichen Marktzahlen und Prognosen für unnötige Verwirrung in der Werbetreibenden Industrie. Ausschlaggebend für die Abweichungen der Datenerhebungen sind die Methodiken, sodass es sich hier lohnt, genauer hinzusehen.

Der Online-Vermarkterkreis (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. ging zu Beginn des Jahres von einem weiteren Zuwachs in Höhe von 33 % oder 624 Mill. Euro für 2007 gegenüber dem Vorjahr aus. Die Brutto-Werbeumsätze gliedern sich in 1,175 Mrd. Euro für die klassische Online-Werbung (Banner, gesponserte Webseiten und kurze Filme), 1,148 Mrd. Euro für die Suchwortvermarktung und 210 Mill. Euro für das Affiliate Marketing. Auch dieses Jahr ist wieder davon auszugehen, dass die Prognosen des BVDW nach oben revidiert werden, da sie stets zurückhaltend ausgefallen sind. Nach den Zahlen von Nielsen Media, auf dessen Grundlage die OVK-Werbestatistik erstellt wird, lagen die Ausgaben für die klassische Online-Werbung nämlich in den ersten sechs Monaten bereits bei rund 600 Mill. Euro. Aufgrund dieses ersten starken Halbjahres werden für das gesamte Jahr 2007 im Markt 1,3 bis 1,5 Mrd. Euro erwartet. Folglich dürften sich die gesamten Werbeausgaben (inklusive Suchwortvermarktung und Affiliate Marketing) zielstrebig auf die 3-Mrd.-Euro-Schwelle zu bewegen.

Im Vergleich zum OVK kommt der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) zu deutlich anderen Daten. Der Verband legt die klassische Online-Werbung, die im Gegensatz zu dem Suchwortmarketing und dem Affiliate Marketing erfasst wird, mit 480 Mill. Euro im Jahr 2006 (gegenüber 904 Mill. Euro beim BVDW) fest. Somit präsentiert der BITKÖM schließlich nur einen Ausschnitt der getätigten Online-Werbeumsätze, was ebenfalls für den Bereich der so genannten Display-Ads festgestellt werden kann. Zurückzuführen ist dieser Sachverhalt wiederum auf die zum Einsatz kommende Methodik.

Die Beurteilung der Daten erfolgt beim BITKOM durch Thomson Media Control mit Hilfe eines Crawler-Verfahren, das eingeblendete Werbung auf den ausgewählten Web-sites dokumentiert. Wichtige Bereiche des Online-Marketing lassen sich mit diesem Verfahren jedoch nur unzureichend oder gar nicht erfassen. Ein Beispiel hierfür sind so genannte Targeting Kampagnen, bei denen (gegen erhöhten Tausenderkontaktpreis (TKP)) die Werbemittel nach demographischen, territorialen oder auch nutzungsverhaltensbezogenen (Behavioral Targeting) Aspekten ausgeliefert werden. Gleiches giltfürWerbung in passwortgeschützten Bereichen (gerade bei den Premium Content-Anbietern interessant), Rotationen (Ungenauigkeiten hinsichtlich der Vollständigkeit der Rotationskampagnen), „Frequency Capping" (Begrenzung der Werbemittelkontakte pro User), Sponsoring (z.B. feste Integration von Logos im Hintergrund) und sonstige feste Integrationen, wie etwa Sub-Channels.
 
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comment Kommentare von Besucher !

Gepostet von Norman Wagner am 21.09.2007
Hallo Taipan,

erst einmal Danke für den gut recherchierten Artikel.

Ich würde aber gerne ein paar Aspekte ergänzen, welche aus meiner Sicht in dieser Methodendiskussion zu kurz kommen.

Ich denke beispielsweise nicht, dass die TMC Crawler Methodik die Situation des online Werbemarktes ungenauer abbildet. So verlaufen die Spend-Kurven beider Methoden, mit wenigen Ausnahmen, seit Anfang 2006 nahezu parallel (das Chart kann ich Ihnen gerne zusenden).

Der Gedankengang bezüglich der unterschiedlichen Buchungsvarianten (cpx, cpc, targeting etc.) und der daraus resultierenden Vorteile des Meldungs-Verfahrens des BVDW wären auch nur dann voll zutreffend, wenn tatsächliche Umsätze gemeldet würden. Aber dem ist nicht so, da die Meldungen des Online Vermarkter Kreises (OVK) an Nielsen hochgerechnete Brutto-Preise abbilden. Somit sehe ich hier auch keinen Vorteil. Die Zahlen sind nur anders, aber nicht genauer und ggf. sogar noch politisch motiviert (den Gedankengang überlasse ich im Detail aber Ihnen).

Und nun noch einen Satz zum den signifikantesten Nachteilen des BVDW/Nielsen Verfahrens.

Zum einen weißt das Reporting einen erheblichen Zeitverzug auf, da erst alle Vermarkter melden müssen und diese Daten dann in die Nielsen Systematik eingepflegt werden. Im Vergleich zu den Tagesaktuellen Crawler-Daten ein erheblicher Nachteil, gerade für schnelle Märkte (Telekommunikation, FMCG, Finance etc.).

Auch werden von den Vermarktern die Werbemittel (Banner etc.) nicht mitgemeldet. So kann man nur mit den TMC Online Daten auch sehen, was beworben wurde. Und das ist oftmals sehr wichtig für die Interpretation.

Und manchmal sind die Meldungen auch ganz einfach bewusst und dennoch unbewusst falsch. Beispiel: Audi plant die Online Kampagne für den Audi A5. Will aber nicht, dass jemand vorab weiß, wann diese startet und bucht die gesamte Kampagne bewusst unter Audi A4 ein. Einen Tag vor dem Kampagnenstart werden schnell noch die A5 Banner ausgeliefert. Gemeldet und in der Nielsen Statistik ausgewiesen wird dann aber eine Kampagne für den Audi A4 � und dass ist dann leider falsch. Mit den Crawlern passiert eine solche Fehlzuordnung nicht.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen etwas erweiterten Einblick in die Materie geben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Norman Wagner







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