Sandra Sopp-Ehlitng
Wir kennen es alle: Morgens um 7.00 Uhr klingelt der Wecker. Wir müssen aufstehen. Anstatt dass uns ein Sonnenstrahl an der Nase kitzelt, ist es draußen stockdunkel. Vielleicht regnet es auch noch, ist kalt und nass. Bei diesem Wetter möchte man keinen Hund vor die Tür jagen. Am liebsten würden wir uns die warme Decke über den Kopf ziehen, uns umdrehen und diesem hässlichen Tag die ebenso kalte Schulter zeigen. Ein alltägliches Szenario in den Herbst- und Wintermonaten.
Der größte Teil von uns schafft es dennoch, sich aufzurappeln und seinen täglichen Geschäften nachzugehen. Menschen, die jedoch unter SAD leiden tun sich damit erheblich schwerer. Die saisonal abhängige Depression beeinträchtigt in Deutschland ca. 800 000 Menschen, wenn der Herrgott den Dimmer herunter dreht. ( zu salopp?)
SAD ist eine Unterform der depressiven Erkrankungen, bei der aufgrund von Lichtmangel weniger Serotonin im Gehirn produziert wird. Serotonin ist ein Gewebshormon und Neurotransmitter, der u.a. für die empfundenen Glücksgefühle des Menschen verantwortlich ist. Produziert das Gehirn weniger davon, treten bei bestimmten Menschen die klassischen Symptome der SAD auf.
Diese können in ihrer Ausprägung ganz unterschiedlich sein. Betroffene Personen beklagen jedoch übergreifend Anzeichen von Niedergeschlagenheit, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Unausgeglichenheit und eine insgesamt gedrückte Stimmungslage. Diese Erkrankung salopp herunterspielend meinen Wohlmeinende im Familien- und Freundeskreis oft: „ Reiß´dich zusammen! Du musst positiv denken!" Aber ebenso wenig, wie bei allen anderen Formen der Depression sind diese Ratschläge sinnvoll oder gar hilfreich. Der Betroffene kann nicht – die chemischen Vorgänge in seinem Gehirn spielen ihm einen Streich.
Dennoch, es gibt gute Nachrichten: Der Novemberblues muss nicht zwangsläufig unsere Stimmung in ein tiefes Dunkelgrau tauchen. Man kann etwas gegen ihn unternehmen. Hierbei kann die lösungsorientierte Beratung Erstaunliches leisten.
In der lösungsorientierten Beratung wird der Fokus ausschließlich auf die vom Klienten positiv erlebten Ereignisse gelegt. Dies mit dem Ziel, sie zu verstärken und schrittweise ein Gefühl dafür zu schaffen, wie gut sich die Lösung des Problems anfühlt. Auf langwierige Analysen dessen, wie es zu dieser Situation gekommen ist, wird ausdrücklich verzichtet um schnell und erfolgreich zu den gewünschten positiven Ergebnissen zu kommen.
Lösungsorientierte Beratung ist somit ein Ansatz, der sich positiv in die Zukunft richtet und Wege aufzeigt, wie jeder auch in der dunklen Jahreszeit zu Freude und Ausgeglichenheit findet. Gerade in Zeiten der Depression den Blick entschlossen nach vorne zu richten und die eigene Zukunft aktiv und zur eigenen Zufriedenheit gestalten zu lernen – dafür ist lösungsorientierte Beratung prädestiniert.
Sandra Sopp Ehlting