Babydecke als Übergangsobjekt
Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen der Objektbeziehungstheorie und Studien der Universität von Wisconsin-Milwaukee vermitteln
Übergangsobjekte wie
Babydecken, Kuscheldecken und Krabbeldecken, Kleinkindern Geborgenheit und Sicherheit bei der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit (Ich-Bezogenheit). Im englischsprachigen Raum werden derartige Babydecken neuerdings auch als „security blankets" bezeichnet – ein Name, der nach den Studien von Professor Richard H. Passman durchaus zutreffend gewählt ist.
Übergangsobjekte helfen dem Baby bei einem bedeutenden Schritt in seiner Entwicklung - der Entwicklung und Differenzierung zwischen Ich und Umwelt. In der frühen Entwicklungsphase eines Säuglings unterscheidet dieser nicht zwischen dem Ich und der eigenen Umwelt. Die Wünsche und Träume des Säuglings werden von seinen Eltern erfüllt, der Säugling geht davon aus, dass sein innerer Wunsch Realität wird – sich also auch objektiv realisiert. Dies verschafft dem Säugling ein Gefühl großer Befriedigung und Geborgenheit.
In der weiteren Entwicklung des Kindes erkennt dieses dann jedoch nach und nach, dass seine Mutter von ihm verschieden ist. Es entwickelt die erste Frühform einer eigenen Persönlichkeit, einen Ich-Bezug. Dadurch erkennt das Kind, dass es nicht unabhängig von anderen existiert. Es erkennt seine Abhängigkeit von anderen. Dieser Prozess geht einher mit Enttäuschungen und Ängsten. Übergangsphänomene sind bereits bei Kleinkindern im ersten Lebensjahr sichtbar. Meist treten sie ab dem 6. Lebensmonat auf.
In dieser Entwicklungsphase ermöglichen so genannte
Übergangsobjekte wie
Babydecken, Kuscheldecken und Krabbeldecken dem Kind die Abwesenheit und Personenverschiedenheit der Mutter sowie die eigene Abhängigkeit leichter zu akzeptieren. Übergangsobjekte sind daher ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer weitergehenden Differenzierung zwischen Ich und Umwelt. Von Kleinkindern werden sie als der erste nicht zum selbst gehörende Besitz wahrgenommen.
Das Objekt wird geliebt und gleichzeitig gehasst, es darf nicht durch Erwachsene verändert werden, muss überleben und muss dem Kind ein Gefühl der Wärme und Geborgenheit vermitteln wenn es sich darin einkuschelt. Häufig bleibt ein Übergangsobjekt wie eine Decke auch eine Erinnerung für das ganze Leben. Studien an der Universität von Wisconsin-Milwaukee haben belegt, dass eine Babydecke als Übergangsobjekt Kleinkindern Geborgenheit gibt und hilft, sich auf neue Situationen einzustellen sowie die Lernfähigkeit unterstützt.
Frank Stuber