Skulpturen sind geschnitzte oder gemeißelte figürliche Darstellungen und bezeichnen eine Gattung aus dem Bereich der Bildhauerei, die von festgelegten Formen Anteile des Materials entfernt. Verschiedene Techniken wie das Aushöhlen, Ausstechen oder Abtragen kommen dabei zum Einsatz, bis sich ein dreidimensionales künstlerisches Werk ergibt. Dieses Arbeitsverfahren nennt man subtraktiv, weil bei der Skulptur die Formen aus einem ganzen Block herausgearbeitet werden. Andere dreidimensionale Kunstobjekte, bei denen Dinge hinzugefügt werden, gehören hingegen in den Bereich der Plastik.
Die Ursprünge dieser Technik finden wir bereits zu prähistorischen Zeiten, in denen die Handwerker, die wir heute gemeinhin als Künstler bezeichnen, aus Knochen, Zähnen oder Stoßzähnen von Tieren Darstellungen bildeten. Ein besonderes, bis heute erhaltenes Beispiel hierfür sind die Moais, die 887 Steinfiguren der polynesischen Osterinseln, deren Alter auf 1.500 Jahre festgelegt werden konnte. Hergestellt aus Vulkangestein waren sie für zeremonielle Vorgänge geschaffen worden und sie haben im Mittel eine Größe von 4,05 m und ein Durchschnittsgewicht von 12,5 t. Materialien zur Erstellung von Skulpturen sind vielfältig. Als bekannteste sind hier Stein, wie Sandstein oder Marmor und unterschiedliche Hölzer zu nennen.
In der Skulpturenkategorie finden sich freistehende Formen aber auch Wandreliefs. Zur Zeit der antiken Griechen bildeten die figürlichen Darstellungen das Menschliche in Vollkommenheit ab und die Künstler hielten sich an alle vorliegenden anatomischen Gegebenheiten. Im Mittelalter wurde die Aussagekraft der zumeist religiös intendierten Werke wichtiger als ihre Detailtreue. Erst mit Künstlern wie Michelangelo fand man wieder zu den Idealen der Antike zurück.
In neuerer Zeit hat sich dann der Bildhauer August Rodin einen Namen gemacht, der nicht nur die Gestaltungsweise sondern auch die verwendeten Materialien revolutionierte. Grundsätzlich sind Skulpturen Figuren oder starre unbewegliche Gebilde, die in neuerer Zeit aber von einigen Künstlern auch mit beweglichen Elementen versehen wurde. Bei solcher Art darstellender Kunst spricht man von kinetischen
Skulpturen.
Bei den modernen Exemplaren lässt sich die Gegenständlichkeit häufig vermissen, denn hier steht die persönliche Interpretation des Künstlers dem Wiedererkennungswert des Dargestellten entgegen. Die Moderne betrachtet auch das Zerstören oder Vergehen einer Skulptur als Kunst. Als Beispiel hierfür gilt die Eisskulptur „Ich" von Ernst Buchwalder, die nach ihrer Erschaffung auf einem Luzerner Platz bis zur vollständigen Zerstörung schmolz.
Die Zahl der zeitgenössischen und skulpturschaffenden Künstler ist groß und viele große Objekte stehen heute in öffentlichen Anlagen und auf Plätzen.
Martin Heinz