Der grosse Wurf...oder das, was es nicht wurde!
Nun ist es also schon fast dreieinhalb Monate her, dass die Reform zum Pfändungsschutz eingeführt wurde. Wollen wir doch mal eine kleine Bilanz ziehen. Klar, das interessiert nicht jeden, warum auch, warum sollte man sich der Probleme anderer widmen. Es gibt keinen Grund, mir gehts ja gut. Neee,... vergessen wir das mal und reden Klartext. Seit dem 01.07.2010 gibt es auch für kronisch verschuldete oder die, die es mal werden wollen, ein sogenanntes Schutzprogramm, das P-Konto oder auch Pfändungsschutzkonto genannt.
So, was soll uns das sagen? Das ist für Leute die verschuldet sind, also mehr Leute als wir denken, bzw. die verschuldet sind und eine Kontopfändung in Aussicht haben oder bereits vorliegen haben. Nochmals betont, für Leute die verschuldet sind und kein Geld haben!!! KEIN GELD!!! So, jetzt ist es ja nun so, dass die Banken, zumindest die meisten, eh schon eine manchmal nicht zu kleine Grundgebühr für die Nutzung des Kontos verlangen, aber es kommt noch besser. Da der Aufwand bei einer Pfändung durchaus größer ist, kostet es halt "etwas" mehr, wenn man sein Konto in ein P-Konto umnwandeln lässt. Etwas??? Hab eich etwas gesagt? Nein, natürlich nicht. Ich meinte sehr viel mehr!!! Es gibt Banken, die nehmen nun bis zu 25 Euro pro Monat und Konto. Sie fragen sich jetzt, 25 Euro? Ach Quatsch... Nein, kein Quatsch!
Wozu wurde dieses Gesetzt eigentlich geschaffen? Es ist immer noch so, dass die Menschen, die überschuldet sind oder eh schon eine Kontopfändung am Laufen haben, nun auch noch mehr ausgebeutet werden, als andere. Wie soll sich das ein Mensch leisten? Er hat nun zwei Möglichkeiten. Entweder er nimmt es einfach hin, das wird wohl häufig der Fall sein, da das Selbstbewusstsein eh schon flöten gegangen ist oder es wird ihm das Konto gekündigt! Basta.
Und dann? Wer gibt dann dem Kunden ein neues Konto, was ist mit der Selbstverpflichtung der Banken von 1995??? Das ist eine rein freiwillige Basis und keinerlei Pflicht. Also doch Kontokündigung, kein neues Konto und es droht die völlige Zahlungsunfähigkeit.
Was ist das für ein Gesetz, welches, mal wieder, nicht das zu klären in der Lage ist, worauf es wirklich ankommt? Hat sich da eigentlich mal jemand Gedanken drüber gemacht??? Um es mal so zu sagen, es interessiert keinen Menschen.
Und wieder mal muss man Bitten und Betteln um einfach nur ein Konto zu bekommen, unabhängig ob bewusst oder unbewusst verschuldet.
Vielleicht sollte Vater Staat sich da nochmal Gedanken machen. Oder wenn man Probleme hat und keine Lösung findet, dann einfach mal auf
www.arza.de gehen und sich Informationen holen, die helfen, wenn man sich nicht traut oder Angst hat bei der Bank vorzusprechen.