Die perfekte Baufinanzierung ist von den individuellen Gegebenheiten des Bauherrn abhängig. Der ideale Bauherr verfügt über mindestens 20 % Eigenkapital und ein sicheres Einkommen, mit dem er die Raten für das
Baufinanzierungsdarlehen sicher stellen kann. Wer in jungen Jahren bereits einen Bausparvertrag angespart hat oder über Wertpapiere verfügt, ist ebenfalls im Vorteil. Er ist als Kunde bei jeder Bank begehrt und erhält meist auch gute Konditionen.
Es empfiehlt sich das erste Angebot bei seiner eigenen Hausbank einzuholen. Soweit das Gehalt bei dieser Bank regelmäßig auf das Girokonto eingeht und auch die Lebenshaltungskosten über dieses Konto abgewickelt werden, kennt die Bank die wirtschaftlichen Verhältnisse des künftigen Bauherrn und kann ihm ein Angebot erstellen. Schließlich wird sie ihn nicht nur als Kunden behalten, sondern ihm auch die Baufinanzierung verkaufen wollen. Dieses Angebot kann dann als Grundlage dienen, sich vergleichende Angebote anderer Banken einzuholen.
Wenn neben einem Bausparvertrag auch noch eine kapitalbildende Lebensversicherung vorhanden ist, kann ein Versicherungsdarlehen interessant sein. Die Lebensversicherer bieten meist günstigere Zinsen als die Banken, finanzieren aber nur bis maximal 60 % des Beleihungswertes. Der restliche Kaufpreis könnte dann über den Bausparvertrag finanziert werden. Mit der Lebensversicherung wäre auch das Todesfallrisiko des Versicherungsnehmers als Bauherrn abgedeckt.
Bei einem normalen Annuitätendarlehen gilt es, den günstigsten Zinssatz festzuschreiben. Soweit die Zinsen in einer Niedrigzinsphase sind, sollten sie auf zehn Jahre festgeschrieben werden, da kaum zu erwarten ist, dass sie noch weiter absinken werden. Gut ist, wenn das Recht auf eine jährliche Sondertilgung vereinbart werden kann. Der Bauherr kann damit wesentlich schneller tilgen und die bei einem Annuitätendarlehen übliche sehr lange Tilgungszeit erheblich verkürzen. Ein variabler Zinssatz ist wenig empfehlenswert, da sich die monatliche Belastung für die Zukunft nicht kalkulieren lässt. Es bietet sich auch an, den Finanzierungsbedarf insgesamt auf zwei oder drei Darlehensteile aufzuteilen und jeweils eine kürzere und längere Zinsfestschreibung zu wählen. Bei einer Vollfinanzierung beleihen die Banken ohnehin nur erstrangig bis 60 %, der Rest muss dann teurer finanziert werden.