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Die Nützlichkeit von Begrenzungen und Bedingungen

Autor: revhoros | Erstellt am: 06.02.2011 | Gelesen: 336
Kategorie: Geschichten & Anekdoten | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Es ist ungemein förderlich, wenn wir die Begrenzungen irdischer Bedingung als sinnvoll erkennen.

Rainer Sauer/Autor/Philosoph
Rainer Sauer/Autor/Philosoph
Hier möchte ich auf diejenigen irdischen Bedingungen eingehen, die uns oftmals als unangenehm, wenn nicht sogar als gänzlich unnötig erscheinen. Es ist ja so, daß wir die Dualität als uns stetig einengend erle­ben und die Grenzen, die sie uns aufzeigt, als störend und unangebracht empfinden. Paradoxerweise ärgern wir uns einerseits über dieses schein­bare Gefangensein und andererseits dient es uns aber als allzeit bereites, meist unbewußtes Argument, unserer Selbstverantwortung nicht gerecht werden zu müssen. Und dies begründen wir zumeist damit, daß wir ja offensichtlich aufgrund dieser widrigen Umstände, welche hier auf der Erde herrschen, nicht frei zu sein scheinen, also in Begrenztheit leben „müssen", scheinbar nichts ändern können und uns somit für viele Dinge, welche uns direkt angehen, nicht verantwortlich erklären. Mit anderen Worten, anstatt die Mühe aufzubringen, uns dieser scheinbaren Gefan­genschaft zu entledigen, benutzen wir sie eher als „Verantwortlichen Faktor" für unsere scheinbare Unbeweglichkeit und rechtfertigen so unsere momentane Nicht Bereitschaft, Selbstverantwortung für unser Leben zu übernehmen.

Um ein tieferes Verständnis für die Thematik zu bekommen, müs­sen wir eine etwas komplexere Sichtweise einnehmen, bei der wir uns die Dualität einmal näher anschauen und ihren Sinn und Ursprung betrachten. Dualität, wie sie auf dieser irdischen Sphäre besteht, hat ihre ganz be­stimmten Gesetzmäßigkeiten, die grundsätzlich ihrem eigentlichen Zweck dienen. Diese Zweckmäßigkeit beinhaltet nun die Möglichkeit, als „individuelle Bewußtseinsform", als spirituelle Wesenheit aus der Einheit heraus kommend ein Rahmengebilde aufzufinden, das zum einen die Existenz von Körperlichkeit, wie wir sie kennen, ermöglicht und uns folglich das Sein als Menschliche Wesen gestattet. Und zum anderen, uns das Potential zur Verfügung stellt, in eben dieser Gestalt der Körper­lichkeit, uns innerhalb eines Raumes in einer ganz artspezifischen, wahrnehmenden Weise bewegen zu können. Dieses sich Bewegen-können, sich Regen, sich Verändern, sich be rühren Können und insbe­sondere Mobilität entwickeln Können bezieht sich nun einerseits auf das Stoffliche, also auf das Körperliche, aber andererseits natürlich auch auf das, was wir als Feinstoffliches erfahren. Nämlich auf Energien, auf un­sere Bewußseinsform, auf das, was wir unserer Essenz nach sind. Unser individuelles Bewußtsein hat hier Raum, sich zu bewegen, findet hier Bewegungs Frei Raum. Dieser Raum hat seine notwendigen und durch­aus sinnvollen Begrenzungen, die eine ganz spezielle Entwicklung, ein sich Entfalten erst möglich machen, welche wir aber in erster Linie zu­meist als unangenehm erfahren.

Der Raum der Dualität bietet uns zum Beispiel die Möglichkeit der Begegnung mit einem Gegenüber, die Möglichkeit der Kommunikation mit demselben, das Ansammeln spezifischer Information und deren Ver­arbeitung und Integration. Er bietet scheinbare in der Wahrnehmung existierende Hindernisse, Herausforderungen und Aufgaben, welche ein Bewegen, ein Anwachsen des Bewußtseins erlauben. Er bietet also freies Potential für Selbsterkenntnis, das zum Beispiel durch das Überwinden von Hindernissen, Lösen selbst gestellter Aufgaben und generell durch Begegnung mit uns selbst und unserem jeweiligen Gegenüber, uns poten­tiell das einräumt, weswegen wir auf diese Erde gekommen sind: für ein persönliches Wachstum, ein individuelles Bewußtwerden und auch gleichzeitig kollektives, gemeinsames Wachsen. Selbstverständlich sind diese Rahmen Bedingungen auch eine Art Sicherheits Gerüst, das unser Existieren und Wahrnehmen als solches gewährleistet. Ob wir nun wissen oder nicht, daß das Ganze durchaus Sinn macht, ändert letztendlich nichts an der Tatsache, daß wir es dennoch zumeist als unangenehm empfinden, Grenzen, Bedingungen und Gesetzmäßigkeiten zu begegnen.

Hier möchte ich nun zwei „beliebige" Beispiele als Anschauungs­material aufführen, um uns die Möglichkeit zu geben, den tieferen Sinn von Begrenzungen und Bedingtheit zu erfahren. Zum Beispiel gibt es da ja die Begrenzung der energetischen Wahrnehmung, welche uns viel­leicht unangenehm aufstößt, weil wir vielleicht gerne auch mal eine Aura sehen wollten oder auch vielleicht allzu gerne an anderen feinstofflichen Phä­nomenen teilhaben würden. Hier greift aber die eben beschriebene Sicherungs Einrichtung, nämlich die gesetzmäßige Begrenzung unserer Wahrnehmung. Wenn wir nicht in diesem stabilen System der Wahrnehmungs Konstanz leben würden, würde vermutlich das ganze Gebäude unseres Wahrnehmungsraumes unweigerlich einstürzen. Des­halb ist es erst mal wichtig, den Baum als Baum zu sehen, den Stuhl als Stuhl, also die Erscheinung einfach nur als solches einordnen zu lernen. Das vermittelt uns eine Art Stabilität, ein Fundament quasi, auf dem wir uns einigermaßen sicher bewegen können. Und erst im Laufe einer ge­wonnenen Wahrnehmungs Stabilität, welche vor allem auf ein gestärktes „Ich und Selbst Bewußtsein" basiert, sind wir dann sozusagen für „Exkursionen" in fremde Gefilde ausgerüstet.

Nun wählen wir zum Beispiel noch eine andere Begrenztheit zur näheren Betrachtung aus, eine unter hunderten, vielleicht tausenden Möglichkeiten, die uns in dieser irdischen Sphäre zu Verfügung stehen. Und zwar unser Unvermögen, als Individuum unmittelbar direkten Einfluß auf das ganze Weltgeschehen zu nehmen, also diese Begrenztheit, welche wir oft als Ohnmacht, also als unsere Hilflosigkeit dem Leid der Welt gegenüber empfinden. Dieses Thema läßt zwar einen ziemlich abs­trakten Charakter vermuten, bietet aber meiner Meinung nach einen guten Einblick in das feine Gewebe der Gesetzmäßigkeiten und läßt uns mögli­cherweise das subtile miteinander Vernetztsein der Begrenzungen und Bedingungen erahnen, welches unser irdisches Erfahren als solches erst möglich macht. Zum einen begegnen wir hier dem Umstand, daß wenn unser Herzenswunsch nach Liebe, Einheit und Harmonie hier sofortige Stillung „erfahren" würde, der wirkliche Erfahrungs Prozeß als solches gar nicht stattfinden würde, der Lebens Prozeß, das Aufwachsen, das Erwachsen somit nicht existieren könnte. Diese Begrenzung, jene Bedingtheit, welche wir hier erfahren, ist also eine materielle, eine stoffliche, welche dem ganzen Vorgang des Werdens und Vergehens zugrunde liegt. Und uns somit den Transformations Prozeß miterleben läßt, wie sich Geistiges in die Materie manifestiert, wie Ideen und Gedan­ken im Zeitraum des Wachsens körperlich werden, also durch unser kon­tinuierliches Bemühen umgesetzt werden. Ohne unser lineares Zeitemp­finden und somit auch die Zeit Verzögerung, welche zwischen der Idee und ihrer Verwirklichung besteht und somit Zeitraum entstehen läßt und die Wahrnehmung von demselben erst möglich macht, ist Menschliche Erfahrung, wie wir sie kennen, nicht möglich. Sicherlich ist unser Her­zenswunsch nach Harmonie hier berechtigt und ist somit auch wesentli­che motivierende Kraft, welche uns ohne Zweifel vorwärts bewegen, welche uns unentwegt voran streben läßt. Wäre aber da nicht Materie, welche offensichtlich drosselnd und geschwindigkeits einbremsend wirkt und welche somit einen langsamen, einen erfahrbaren Vorgang erzwingt, gäbe es keine körperliche, menschliche Erfahrung in einem Raum-Zeit-Kontinuum als solches.

Und hier kommen wir zu dem anderen Umstand, der den Sinn von der hier erwähnten spezifischen Begrenztheit vielleicht noch deutlicher erahnen läßt. Bei dem Stichwort „Menschliche Erfahrung" nämlich ist es ja schon fast unmöglich, nicht den Umstand zu erwähnen, daß wir alle nicht wenig die Tendenz haben, von uns wegzuschauen, also lieber die Welt zu ändern, um nicht zu sagen, die Welt zu retten, als ein wenig auf uns selbst zu schauen, um das an uns selbst zu verändern, was sofortige positive Auswirkung auf unser persönliches Wohlbefinden haben würde. Da das individuelle Wachstum dem Wachstum des Kollektiven zugrunde liegt, das gemeinschaftliche Vermögen ja aus dem einzelnen Tun und kreativen Schaffen erwächst, ist es doch sehr sinnvoll, wenn wir auf bedingungslose Weise immer wieder zu uns zurückgeführt werden. Dadurch, daß wir äußerlich wirklich keinen Einfluß nehmen können, werden wir immer wieder mit der Tatsache konfrontiert, auf uns selbst schauen zu müssen, zu uns selbst zurückfinden zu müssen, um in unserem eigenen Bewußtwerdungs Prozeß voranzuschreiten, wenn wir denn Leidverringe­rung, also Frieden erlangen wollen. Somit bereichern wir natürlich letzt­endlich das Gesamte, das Ganze, das Kollektive und nicht nur uns selbst. Begrenzungen sind also eine Rahmenbedingung, die uns als Indivi­duum ein einzigartiges Erleben irdischen Daseins ermöglicht, welches als unbedingtes „Nebenprodukt" Bewußtwerdung mit sich bringt. In die­sem Sinne besteht also die Begrenzung innerer sowie äußerer Hindernisse oder Blockaden vor allem erst einmal dafür, damit wir zur Veränderung, zur Bewegung, zur Bewußtwerdung für uns selbst motiviert werden, um dann die finale Auflösung, die Überwindung derselben, als erreichtes Ziel erleben.

Das, was wir als erstes als die Begrenztheit wahrnehmen, als unser Gefangensein, ist also durchaus verständlich. Wäre es anders, hätten wir keine Substanz, mit der wir uns konstruktiv beschäftigen könnten. Unsere Bewußtheit erlaubt uns jedoch, in einem zweiten Blicke das Erkennen, daß wir nicht wirklich gefangen sind, sondern daß wir frei sind und uns für diese speziellen Rahmenbedingungen auch frei entschieden haben. Und daß die dualen Bestimmungen uns nicht gefangen machen, sondern unserer Bewußtwerdung, unserem Wachstums Prozeß dienlich sind.

Hierbei ist es einerseits angebracht, die täuschenden Bilder unseres scheinbaren Gefängnisses zu enttarnen und andererseits zur Er­kenntnis zu gelangen, wie uns das „Duale Irdische System" als Schutz­vorrichtung, Schul und Bildungs Raum von Nutzen ist. Um es selbst­verständlich stets auch konstruktiv für unsere Weiterentwicklung zu nut­zen, um also auch zu erkennen, wie wir nicht selten diese erlebte Begren­zung und fälschlich als Gefangenschaft interpretierte, irdische Vorausset­zung als Ausrede, als Rechtfertigung für unsere Bewegungs Unfreudigkeit benut­zen. Wie wir auf diese Weise unser Wachstum behindern und sabotieren, aus Angst vor der Freiheit, die uns außerhalb der Gefangenschaft erwar­tet. Wir sollten auch schauen, nicht dem Automatismus zu verfallen, ei­nem ständigen ununterbrochenen Be­freiungskampf unterworfen zu sein. Also beobachten sollten, wo wir diesem scheinbaren Gefangensein, den anzutreffenden Hindernissen und Herausforderungen, immer mit der energetischen Haltung „Ich muß mich befreien" entgegentreten müssen. Wir sind frei, wir müssen uns dessen nur erinnern. Und dies ist definitiv kein Kampf, sondern dies ist unser Lebensweg, für den wir uns selbst entschieden haben. Wir sind freiwillig auf die Erde gekommen und dies im Wissen, daß genau diese Konditio­nen hier vorherrschen. Dualität ist eine Wahrnehmungs Qualität in unserem Leben, auf dieser Erde. Und alles Erscheinende ist uns essentiell dienlich bei unserer Bewußt Werdung.

 
 
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