Die Nacktschnecke
Zarte Umhäutung, offenbare Verletzlichkeit
Jedes oberflächliche Teil von ihr
Offen Berührung mit dem Außen sucht
Zu Tausend geboren, Tag für Tag
Stund um Stund den frühen Tod gefunden
Gegangen in anmutiger Langsamkeit, in Stille
Selten, doch einigermaßen Sicher
Eine von vielen, den Weg im Ganzen überquert
Doch der Lauf der Sonne bleibt unberührt
Ich beweg' mich nicht
Besteh' darauf, bewegt zu werden
Das Kind will
Will verweigern, das Erwachsene werden
Verneint erwünschte Verantwortung
Entflieht dem freien Sein
Bewegung ersehnt es von Außen
Doch Innen ist nur Bewegungslosigkeit
Innen ist stille Lähmung
Das Können, die Fähigkeit zu tun
Spricht von Gaben und Talenten
Das Wollen ist mein Neigen
Mein liebendes Streben dorthin
Manches kann ich, doch will ich nicht tun
Wollen tue ich vieles, doch können kann ich nicht
Oft bedarf es Versöhnung
Liebevolles Sein mit dem Un-Vermögen
Doch oft ist auch Stärke und Mut erfragt
Gerade dann, wenn ich kann und denoch nicht will
Wie scheinbar leicht es fließt
Wenn das was ich habe, Gabe ist
Und mein Wille ohne Zweifel
Leicht, wenn Wollen und Können sich einig sind
Doch trotz der Leichtigkeit nicht eben wertvoller
Das möcht' ich nicht vergessen
Denn schließlich hat doch alles Sinn
Ist fürwahr gleichwertig, gleichgültig
Auch die Schwere hat diesen Sinn
Ist Wichtig für das meinig' Liebe-Sein
Ein jeder möchte in Frieden sein
Doch tut er, was von Nöten ist
Frieden auf Erden ein frommer Wunsch
Eben nicht ehrlich anvisiert
Wenn doch eigener Frieden nicht genommen
Getan ist, was eigenen Frieden schafft
In uns selbst ist Beginn und Ende
Auch für äußeren Krieg ist das A und O
Das innere Versöhnen
Frieden hier und jetzt
In meinem Körper auf dieser Erde
Ist Erlösung jetzt und für Ewigkeit
Gefordert eigen' Wollen und die Tat
Ohne Vorbehalt, Kapitulation ist Bedarf
Gefordert liebevolle Stille in der Mitte
Inneren Frieden schaffen, auch wenn es außen weiter tobt
Ohne zu wollen das Aufgeben der Anderen
Die Liebe ruft uns zu
Den Krieg zu beenden, einfach so
Ungewinnbares Spiel aufzugeben
Um zu spüren, das man Frieden gewonnen hat
Bin ich denn immer nur alleine mit dir
Bin ich immer nur mit dir und mir
Bleibt der Mensch, der ich bin
Ewig alleine mit sich selbst
Schön, gar ekstatisch ist es mit dir, ohne Zweifel
Doch einsam Mensch bin ich doch
Wenn mein Geschlecht der Menschen mir nicht Nahe ist
Bin ich auf Erden gekommen, um all-eine mit dir zu sein
Nein, ich fühle, ich weiß
Bin gekommen, um mit mir All-ein zu sein
Und mit den Meinigen
Nur mit dir, mit mir, mit allen im Ganzen
Kann ich wahrlich glücklich und in Frieden sein
Ich liebe mich
Ich liebe auch dich
Angst hält mich dieser Wahrheit ferne
Nur die Liebe selbst führt mich zur Nähe
Wenn ich den Weg der Wahrheit gehe
Bis zu seinem mutmaßlich' Ende
Wenn ich den Berg der Weisheit besteige
Nur noch luftig Element zwischen mir und dem Himmel sehe
Werde ich erkennen Begrenztheit irdischen Verstehens
Auf dieser Nadelspitze des Wissens
Hat plötzlich keine logisch' Basis mehr ihren Platz
Vernünftiges hat hier seinen Sinn verloren
Nur noch das Springen in den freien Raume bleibt
Schaue auf dich, dunkle Nacht
Habe Einblick in deine Unendlichkeit
Erwarte den Morgen, der Lichterscheinung bringt
Dich für einen Moment vergessen lässt
Hellen Tag ankündigt, der mir scheinbar Ruhe bringt
Mir Zeitenlang die Furcht vor deinem Absoluten nimmt
Mich somit in einen Tag hinein entspannend
In die Illusion des Lichtraumes entlässt
Doch du bist immer da, dahinter, darinnen
DU füllst den Raum, bist Gefäß der Unendlichkeit
Manch' Sekunde gebrochen durch das Licht
DU bist mein Licht im Dunkeln
Alles geboren aus dir
Eben auch ich