Mystische Bedeutung und Entsprechung der Zahlen
Mystische Bedeutung und Entsprechung der 9 heiligen Zahlen
C. G. Reittner"Die Zahl ist das Wesen aller Dinge"PythagorasGrundsätzliches:In der Kabbala gilt jede Zahl als heilig. (siehe Anhang 1.)
Die Zahlen Eins bis Neun haben hierbei einen besonderen Stellenwert, da sich jede höhere Zahl durch Bildung der Quersumme auf eine einstellige Zahl reduzieren läßt. Der Glaube an einen mystischen Ursprung der Zahlen (der keineswegs auf die kabbalistische Geheimlehre beschränkt ist) drückte sich in deren
Formgebung aus. Gerade Zahlen gelten in der Zahlen-Mystik grundsätzliche als weiblich, und ungerade als männlich.
Die römisch I beispielsweise ist ganz klar als Phallus-Symbol erkennbar und
die römisch II wiederum entspricht einer Vagina.
Die römisch III vereint das männliche mit dem weiblichem Prinzip und ist symbolisch als Ur-Idee der Zeugung zu verstehen.
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"Die göttliche Eins"
kabbalistisch: Wille
grafisch: Punkt
Tarot: "Der Magier"
(männlich)
Die Eins steht als 1. Zahl für den Anfang und Ursprung aller Dinge.
"
Die Einheit durchdringt jede Zahl. Sie ist allen Zahlen gemeinsames Maß. Sie enthält alle Zahlen in sich vereint, schließt aber jede Vielheit aus. Die Eins ist sich immer selbst gleich und unveränderlich, daher sie auch, mit sich selbst multipliziert, sich selbst wieder zum Produkt hat. Sie ist, wenngleich selbst ohne Teile, teilbar. Sie wird aber durch Teilung nicht in Teile zerlegt, vielmehr in neue Einheiten. Keine dieser Einheiten ist indessen größer oder kleiner als die ganze Einheit, und jeder kleinste Teil ist wieder sie selbst in ihrer Ganzheit." (Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim)
Fasst man zusammen (die Eins ist in allen Zahlen enthalten, unveränderlich und bildet trotz Teilung stets neue Ein-heiten), wird deutlich, daß das Wort "
Eins" mit dem Wort "Gott" austauschbar ist, und somit eine gnostische Lehre darstellt. Symbolisch steht die Eins deshalb für Gott bzw. für das Absolute.
Wenn die "Eins in Allem" ist, lautet der Umkehrschluß:
"Alles ist eins"Dieser monistische Hauptlehrsatz ist vor allem im Buddhismus als das
Nirvana bekannt. (Siehe Anhang 2.)
Diese Weisheit findet sich aber auch in einer ganz und gar modernen Formel:
E=mc² ("
Energie ist gleich Masse mal Lichtgeschwindigkeit zum Quadrat") Einsteins weltberühmte Formel ist nicht weniger als der mathematische Beweis dafür, daß alles, also auch jegliche Form der Materie, aus
Energie besteht!
Franz Bardon nennt die 1 deshalb nicht ohne Grund: "Zahl der höchsten Erkenntnis und höchsten Weisheit"
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"Symbol der Polarität"
kabbalistisch: Wissen
grafisch: waagrechte Linie
Tarot: "Die Hohepriesterin"
(weiblich)
Die Polarität der 2 wird am besten veranschaulicht durch das unteilbare
Yin & Yang. Durch dieses taoistische Symbol wird (u. a.!) verdeutlicht das Gegensätzliches immer voneinander abhängig ist. Als Beispiel: Gäbe es nur eine einheitliche Temperatur, z.B. 24,4 Grad Celsius, und diese Temperatur würde niemals abweichen, uns wäre nicht bewußt das es so etwas wie Temperatur überhaupt gibt. Begriffe wie warm, kalt, heiß etc. wären uns völlig fremd und hätten keinerlei Bedeutung.
Die materielle Welt offenbart sich also stets durch einen
Pol mit einen
Gegenpol (männlich & weiblich, Tag & Nacht, positiv & negativ, Licht & Schatten, Liebe & Hass, usw.), das physische Leben wird bestimmt durch die Pole Geburt und Tod, und selbst das Empfinden der Zeit entsteht (trotz absoluter Gegenwärtigkeit!) erst durch die Pole Vergangenheit und Zukunft.
Will Adcock dazu: "
In der alten chinesischen Philosophie bezeichnete man die Zeit vor der Erschaffung des Universums (...) als Wu Chi - wörtlich übersetzt: 'Gipfel des Nichts'. Aus diesem formlosen Chaos entstanden Yin und Yang, die fundamentalen Gesetze, die der gesamten Schöpfung zugrunde liegen. Yin 'das weiche stille Wasser' und Yang 'die Härte des Holzes' werden im Tai Chi dargestellt, jenem bekanntem Kreissymbol, mit einem schwarzen und einem weißen Segment."
In der 2 verdeutlicht sich zudem das
Prinzip der Resonanz:Auf jede Aktion folgt eine Reaktion, was man säht das erntet man, wie man in den Wald hineinruft so schallt es heraus, wer zum Schwert greift wird vom Schwert niedergestreckt werden, wie
Innen so Außen, etc. ; bekannt auch als Ursache-Wirkungs-Prinzip oder als
Gesetz des Karma. (siehe Anhang 3.)
Etymologisch kommt das Wort Materie von lateinisch Mater, "die Mutter". Insofern wird auch deutlich warum die 2 als erste materielle Zahl die erste weibliche Zahl darstellt.
Anmerkungen:- Im berühmten "Murphys Gesetz" kommt der 2 durch das Häufungsgesetz eine zentrale Stellung zu (alles passiert zweimal, man trifft sich immer zweimal im Leben etc.).
- Theistische Dualisten meinen: wenn die 1 die Zahl Gottes darstellt, muß die 2 als Gegensatz die "Zahl des Teufels" sein. Armin Risi entgegnet hierzu: "Weil in der materiellen Welt die Dualität allgegenwärtig ist, vertreten viele Menschen die Philosophie des Dualismus. Sie sind der Ansicht, daß die Zweiheit die höchste Realität darstelle und letztlich unvereinbar sei."
Das der Dualismus als höchste Ideologie eine eingeschränkte Sicht der Welt darstellt zeigt uns die...
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"Die heilige Drei"
kabbalistisch: Ehe oder Gemeinschaft
grafisch: Dreieck
Tarot: "Die Herrscherin"
(männlich)
"Alle guten Dinge sind drei", sagt der Volksmund und liegt damit gar nicht so falsch.
Betrachtet man die 3, ihrer (alten) Schreibweise nach, auf dem Pentakel von Theben (einem gnostischer Urschlüssel) so erschließt sich folgendes: "
Der waagerechte Durchmesser, als das passive Schöpfungsprinzip der Idee, verbunden mit dem Umfang der Norm durch den Kreis des Absoluten. Der obere Kreis stellt die Idee oder den Himmel dar. Der untere Kreis die Form oder die Welt. Die beiden Durchmesser des großen Kreises geben durch ihre Kreuzung das Winkelmaß und den Zirkel wieder, das heißt das universelle Gleichgewicht und die Hierarchie der Proportionen." (zitiert nach einem mir unbekannten Verfasser)
Vereinfacht ausgedrückt zeigt die 3 ihrer Form nach den Ursprung der Polarität (2) aus dem ewig Transzendentem (1).
Über die 3 läßt sich aber noch mehr sagen, denn sie steht vor allem für die Überwindung der materiellen Polarität, oder anders gesagt für das "
Einswerden" aus der Polarität.
Da es die höchste Aufgabe jedes Menschen ist die Polarität zu überwinden, findet sich diese Erkenntnis in den wichtigsten Symbolen zahlreicher Kulturkreise, unter anderem sogar im Symbol für eine ganze Religionsgemeinschaft: Legt man ein nach oben weisendes
Dreieck über ein nach unten weisendes, so erhält man den bekannten Davidstern! Dieser Stern hat nun, neben den für die Polarität stehenden Dreiecke, eine Dritte-, der Polarität übergeordnete, Bedeutung.
Ganz genauso bei der nordischen Hagall-Rune ("
Hagall = alles einschließen, in sich bergen, der Schlüssel zum All und damit aller Runen, [...] Harmonie im göttlichen Ich", so Herbert Reichstein) die zusammengesetzt wird aus der "positiven" Man-, und der "negativen" Yr-Rune; und auch dem indo-germanischen OM-Symbol: Eine linksdrehende über eine rechtsdrehende Swastika ergibt das "Om" bzw. "Aum". Spricht man dieses "Om", so soll der dabei entstehende Klang einen mit der Urschwingung vereinen. Dieses Symbol steht insofern ebenfalls für das "Einswerden" mit Gott. (siehe Anhang 4.)
Diese nun verdeutlichte Verbindung der Polarität zum Spirituellem, die sich einerseits als Ursprung des Materiellem im Transzendentem und andererseits in der Überwindung der Polarität ausdrückt, nennt man Dreieinigkeit oder auch heilige Trinität.
Anmerkungen:- Die 3 ist auch die Zahl des Relativen (etwas erscheint relativ groß, oder auch relativ klein, entsprechend dem jeweiligem Betrachter) und der Steigerungen (klein, kleiner, am kleinsten; etc.)
- Die Dreifaltigkeit (klassisch: Vater, Sohn und heiliger Geist) findet sich in ähnlicher Form auch in anderen Kulturkreisen. In den Veden als Brahma (Schöpfer), Shiva (Zerstörer) und Vishnu (Erhalter); und bei den alten Ägyptern als Isis, Osiris und Horus.
- Auch das als "Auge Gottes" oder "Allsehende Auge" bekannte Symbol befindet sich keineswegs zufällig in einem Dreieck. (siehe Anhang 7.)
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"Symbol des Materiellen"
kabbalistisch: Tat
grafisch: gleichseitiges Viereck oder gleicharmiges Kreuz
Tarot: "Der Herrscher"
(weiblich)
Da die 4 alles
Materielle repräsentiert, stand die mittelalterliche
Vierteilung nicht nur offensichtlich, sondern auch symbolisch für die Zerstörung des (materiellen) Körpers. Als "Zahl der Welt" oder "Zahl der Erde" steht die 4 aber auch für das Wissen um die Zusammenhänge der Welt: Es gibt vier Himmelsrichtungen, vier Elemente (der Mythologie nach Feuer, Wasser, Luft und Erde), vier Jahreszeiten etc.
Über die kabbalistische Bedeutung der 4 schreibt Herbert Reichstein: "
(...) die Tat (ist) die eigentliche treibende Kraft des Lebens. Sie wirkt befreiend, erlösend, denn auch im Anfang war die Tat." Da jede Tat eine Kombination aus Gedanke/Idee und Wille darstellt, verdeutlicht die 4 das alles was existiert und auch jegliche Handlung, sei sie nun geistiger oder körperlicher Art, einen bewußten Gedanken voraussetzt! (siehe Anhang 5.)
Laut Reichstein ist "die höchste Tat die Arbeit an uns selbst". "
Wir sind in dieses Leben wiedergeboren worden um etwas zu t u n, um eine Tat zu vollbringen (...) An sich selbst arbeiten ist die edelste Arbeit, die ein Mensch leisten kann."
Anmerkung:Da man die 4 auf zwei Arten aus der 2 herstellen kann (2 + 2 = 4 und 2 x 2 = 4) bezeichnen sie manche als Unglückszahl. Im Neuheidentum gilt sie (zumindest in Form eines vierblättrigen Kleeblattes) wiederum als gutes Omen.
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"Die geheimnisvolle Fünf"
kabbalistisch: Religion und Weisheit
grafisch: Pentagramm
Tarot: "Der Hierophant"
(männlich)
Die 5, als "quabbalistische Zahl der Vollkommenheit" (Bardon), umfasst das Wissen um die allumfassende "Einheit", das Wissen um die materielle Polarität, das Wissen um die heilige Trinität, das Wissen um die Zusammenhänge der Welt und, als höchste aller Erkenntnisse, die
Selbsterkenntnis!
Die 5 gilt insofern nicht umsonst als
Zahl der Illuminati (Erleuchteten), Rosenkreuzer und vieler anderer okkulter Logen. Oftmals wird die 5 deshalb auch "
Zahl des Okkulten" genannt. Diese Entsprechung findet sich auch im Symbol des Okkulten: Dem
Pentagramm. E.R. Carmin bemerkt dazu:
"
Mythologisch steht das schon in altbabylonischen Zeiten bekannte Zeichen für den sich von jeder göttlichen Vormundschaft befreienden Menschen als dem höchsten Wesen, das dieses in einer durchgehenden Linie gezeichnete Fünfeck auch stilisiert darstellt. Es ist - wie die fünfblättrige Rose der Rosenkreuzer - das Zeichen der Adepten, die durch ihr Wissen um die Gegebenheiten und Gesetze der meistens als Vierheit dargestellten Welt eben dieser überlegen sind."
Kabbalistisch steht die 5 für Religion, im Sinne von "
Re-ligio", also der "
Wieder-Vereinung" mit Gott. In mystischer Hinsicht steht die Fünf deshalb für
Gotterkenntnis: "
Mensch erkenne dich selbst, dann erkennst du Gott" (Orakel von Delphi)
Anmerkungen:- Abgesehen von den vier Elementen gibt es noch das so genannte Ur-Element (Akasha, Chi, Prana oder auch Äther genannt)
- Da die 1 zwar eine männliche Zahl darstellt, aber im Ursprung göttlich ist, sehen viele Numerologen in der 3 die erste männliche Zahl. Die 5 vereint als Summe von 2 und 3 insofern auch den männlichen mit dem weiblichen Aspekt.
- "555" Dreimal steckt die Fünf in der kabbalistische Zahl für Magie (15) Die 15 steht insofern für höchstes Wissen und höchste Weisheit. Aus der Quersumme (1 + 5 = 6) wird aber gleichzeitig ersichtlich das die Ausübung der Magie einem in der Regel an die Materie bindet. Siehe "6".
-6-
"Yin"
kabbalistisch: Sexus, Versuchung
grafisch: Hexagramm
Tarot: "Die Liebenden"
(weiblich)
Wenn man die Zahl 6 mit der Hand schreibt beginnt man "oben" (im geistig/spirituellem), fährt nach "unten", in das
Materielle und schließt diese Ebene dann symbolisch mit einem geschlossenem Kreis ein. Die 6 versinnbildlicht also den Fall in die Materie. Sie wird deshalb auch "Zahl des Fleisches" oder "Zahl des Tieres" genannt. Man kann sie natürlich auch "Zahl des Lebens" nennen (was für moderne Ohren in Zeiten der Aufklärung natürlich einen weit besseren Klang haben dürfte), daß die klassisch - diabolische Entsprechung aber durchaus ihre Berechtigung hat, ist kein Widerspruch:
Diabolisch bedeutet wörtlich "auseinandertreibend, trennend" (von grichisch dia, "auseinander", und ballein "werfen", so Armin Risi). Insofern müßte man alles was uns von unserem
wahrem Selbst trennt als diabolisch ansehen. Also sämtliche materiellen Anhaftungen wie Leiden-schaften und insofern natürlich auch Sex (siehe Anhang 6.).
Und hier schließt sich der Kreis, denn etymologisch betrachtet kommt die "
Sechs" selbst-verständlich von "
Sex".
Viele Numerologen behaupten zwar die 6 sei die "Zahl der Liebe", und zitieren damit unfreiwillig (oder auch freiwillig) Aleister Crowley, nur der meinte damit wohl auch eher die Liebe im körperlichem Sinne. Diese Entsprechung findet sich jedenfalls in der Kabbala, in der die 6 für Sexus und Versuchung steht.