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Die Mikrofinanzierung wird Kapitalbaustein für Gründer und Kleinunternehmern

Autor: fiturum | Erstellt am: 24.10.2012 | Gelesen: 282
Kategorie: Finanzen - Börse & Aktienmärkte | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Hausbanken verwehren Gründungskapital und blockieren den Weg in die Selbständigkeit

Liquidität für die Gründung
Liquidität für die Gründung

Das Interesse, sich in Deutschland mit einem eigenen Gewerbe selbständig zu machen, ist im internationalen Vergleich nach wie vor gering. Nur zirka 400.000 Unternehmen werden jährlich eröffnet. Der im Mai 2012 vom Institut für Wirtschafts- und Kulturgeographie (Leibnitz Universität Hannover) vorgelegte Vergleich zwischen 12 Ländern belegt deutlich, in der Altersgruppe zwischen 18 und 64 Jahren liegt die Bereitschaft zur Unternehmertätigkeit gerade einmal bei 5,6 %.

Die Voraussetzungen in Deutschland werden zwar hinsichtlich dem Angebot öffentlicher Förderprogramme, Beratungen, Zulieferstruktur, Wertschätzung, Innovationsfähigkeit und Schutz geistiger Rechte positiv betrachtet. Negativ überwiegt jedoch die eigene Einschätzung der schulischen und außerschulischen Gründungsausbil­dung. Damit sinkt die Selbstbewertung der Gründungsfähigkeit. Zu jeweils 30 % sind die Regulierungen und Steuern, sowie die Finanzierungsbedingungen weitere, gravierende Gründungshemmnisse.

Bedenkt man, dass der Kapitalbedarf in den meisten Gründungsfällen unter 20.000 € liegt, so ist das Verhalten der Hausbanken unverständlich. In vielen Fällen verweigert man den Gründerinnen und Gründern auch geringe Kontokorrentlinien oder Anschubfinanzierungen. Die gleiche Person würde jedoch im Arbeitsverhältnis stehend problemlos mehr als 20.000 € Pauschalkredit für „persönliche Belange" erhalten. Hier besteht eine Diskrepanz und Missachtung der unternehmerischen Interessen. Gerade vor dem Hintergrund, dass ein Gründer im Durchschnitt 4 neue Arbeitsplätze schafft. Häufig wird auf privat geliehenes Geld mit einem knapp bemessenen Rahmen ausgewichen. Die Liquiditätsdecke ist somit ab dem ersten Tag angespannt und größere Projekte oder Wachstumsschritte sind in den ersten Jahren meist nicht möglich. Das hat auch Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit, was perspektivisch die Bankbewertung und das Rating nach Basel 2 und Basel 3 zusätzlich belastet.

Seit 2010 hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) ein im internationalen Umfeld etabliertes Mikrofinanzierungs-Konzept eingeführt. Dieses bis 2015 aus ESF Mitteln geförderte Projekt sieht für die benannte Gründergruppe Mikrokredite bis 20.000 € vor. Das klingt isoliert betrachtet positiv, ist jedoch in der Umsetzung wenig flexibel. Die beauftragte Bank und zwischenzeitig bundesweit über 50 aufgebauten Mikrofinanzinstitute bewerben und betreuen die Antragsteller. Im Stufenkreditverfahren, die meist mit wenigen 1.000 € beginnen, sollen Existenzgründer und Kleingewerbetreibende schnelle Liquidität erhalten. Erfahrungen der letzten Jahre haben jedoch gezeigt, dass sich die Ausfallquoten weit ungünstiger, als in der Vorlaufphase entwickeln. Eine typisch deutsche Spezialvariante im internationalen Vergleich liegt zudem darin begründet, dass die Mikrofinanzierer mit bis zu 20 % Eigenkapital am Ausfallrisiko beteiligt sind. Das ist in umgrenzenden Ländern anders geregelt. Unverständlich auch vor dem Hintergrund, dass die beauftragte Systembank sich für 1,5 % Kreditkapital bei der Bundesbank leiht und aus der Zinsdifferenz gut wirtschaften kann.

Für die Gründer bietet sich die Mikrofinanzierung jedoch an, denn die banküblichen Anforderungen an die Bonität und Sicherheiten sind meist geringer, als bei der Hausbank. Das Antrags-, Bearbeitungs- und Betreuungsverfahren unterscheidet sich komplett vom Bankensystem. Zudem bietet das eingebaute Monitoring- bzw. Betreuungsverfahren eine gute Hilfestellung und Früherkennung für mögliche Zahlungsschwierigkeiten. Jeder Mikrofinanzierer hat sich „auf der grünen Wiese" ein eigenes Konzept entwickelt und so bestehen sehr unterschiedliche Zugangsmöglichkeiten zu Mikrokrediten. Die Finanzierungsmöglichkeit hängt zudem davon ab, ob das Mikrofinanzinstitut aktuell einen freien Verfügungsrahmen hat. Insgesamt betrachtet stellt das System einen guten Schritt in die richtige Richtung dar, jedoch muss es seine Feuerprobe noch bestehen. Mit weniger als 10.000 Mikrofinanzierungen seit 2010 ist der Pilotversuch noch nicht stabilisiert. Experten schätzen einen bundesweiten Bedarf von jährlich 55.000 Mikrokrediten.

Hier wird deutlich, wo das eigentliche Problem liegt. Die Hausbanken werden sich aus ihrer Verantwortung als regionaler Finanzpartner der Kleinunternehmer und Selbständigen nicht zurückziehen können. Zudem sind sie wichtiger Bestandteil geförderter Wachstumsfinanzierungen in Kombination mit KfW Krediten oder Investitions- / Bürgschaftsbanken, zum Beispiel bei der Auftragsvorfinanzierung. Diese Förderinstitute leben das Hausbankprinzip und so können für den Antragsteller im negativen Falle schnell Kreditklemmen entstehen. Hat der Existenzgründer es mit eigenen Mitteln in der Vor- und Gründungsphase geschafft, so wird bei einer positiven Geschäftsentwicklung für Investitionen und Betriebsmittel schnell zusätzliche Liquidität benötigt. Die Möglichkeiten der Mikrofinanzierung und wie sie im Unternehmen optimal zu nutzen sind, steht in einem kostenfreiern Leitfaden. Dieser kann über die Webseite www.betriebsmittelfinanzierung.de angefordert werden.

Blockieren die Banken, ist der Zusammenbruch meist nicht mehr abzuwenden. Zumeist wird das Gewerbe als Einzelunternehmen gegründet, was oft auch Kapitalgründe hat. Auch die neue Rechtsform der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) UG hat diese Entwicklung nicht nachhaltig verändert. Das bedeutet im Krisenfalle jedoch für den Existenzgründer, dass eine Privatinsolvenz drohen oder nur mit großer Mühe abgewendet werden kann. Das bremst die Gründungsmotivation ebenfalls, auch wenn das Insolvenzrecht für Gründer gelockert werden soll.

Es ist heute nicht mehr ausreichend, zur Gründung einen Businessplan vorzulegen. Bei allen Bank- und Finanzangelegenheiten werden wesentliche Inhalte in aktueller Form abgefragt. Hier sind viele Gründer überfordert. Auch die kaufmännischen Möglichkeiten und die Marketing- oder Vertriebserfahrungen reichen häufig nicht für einen erfolgreichen Start aus. Hier unterstützt das KfW Gründercoaching Deutschland, das derzeit nur 7,2 % der Starter kennen und in Anspruch nehmen. Ein Betriebsberater in der Startphase ist wie ein Lotse in schwierigen Gewässern zu sehen. Kleine Kurskorrekturen können hier bereits viel bewirken und die Europäische Union übernimmt die bis zu 75 % der Kosten. Zu diesem Programm und geförderter Betriebsberatung sind Informationen über die Webseite www.fiturum.de nachzulesen. Nahezu in jedem Bundeslang gibt es individuelle Förderkriterien und Möglichkeiten, Investitionen, Betriebsmittel und den Geschäftsaufbau ab dem ersten Tag positiv zu unterstützen. Dr. R-H Lampe / J. Schmitt - Bildnachweis GG-Berlin pixelio.de

 
 
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