Internationale Organisation zum Schutz der Menschenrechte in Iran
Während im Iran verschiedene Machtfraktionen um den Obersten Führer Khamenei gegen Präsident Ahmadinedschad und seinen Berater Rahim Esfandiar Mashaie vorgehen, werden nach wie vor Journalisten, Studenten, Arbeiter, Rechtsanwälte, Frauenrechtlerinnen und andere Menschen, die eigene Gedanken äußern verhaftet, geschlagen, gefoltert oder getötet.
In Europa ringen Menschenrechtler darum, angesichts vieler Krisen wie Ehec, Atomausstieg und den weitläufigen Protesten in der arabischen Welt, das Bewusstsein über die Natur des Regimes in Iran und die Menschenrechts verletzenden Handlungen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Immer wieder gibt es Veranstaltungen, die von verschiedenen Seiten die Bevölkerung Europas, Journalisten und Politiker über Hintergründe im Iran informieren.
So veranstalten am Samstag, 11. Juni 2011, 18:00 im Kulturladen St. Georg, 20099 Hamburg, Alexanderstr. 16 die Internationale Organisation zum Schutz der Menschenrechte in Iran und der Verein für Demokratie und Menschenrechte Hamburg die Konferenz "Die Menschen und das Regime in Iran".
Eindrücke aus dem Alltag, Ziele und Wesen des Regimes, Konsequenzen für die Welt werden zur Sprache kommen.
Programm:
Barbara Naziri, Autorin: Bericht von einer Reise in den Iran im April 2011
Podiumsdiskussion: Was sind die Gründe für die heutige gesellschaftspolitische Situation in Iran? Was wünscht sich die Bevölkerung Irans?
- Prof. Dawud Gholamasad, Soziologe, Hannover
- Hassan Shariatmadari, Politiker im Exil, Hamburg
- Dr. Mostafa Azmayesh, Religionswissenschaftler, Paris
- Moderation: Helmut N. Gabel, mehriran.de, Hannover
- Musik, Lyrik, Getränke und persische Speisen im Anschluss.
Schon am Dienstag, den 7. Juni wird die Katholische Akademie zusammen mit dem Nationalen Geistigen Rat der Baha'i und mehriran.de eine informative und hochaktuelle Veranstaltung zu religiösen Gruppierungen und dem, was den Gruppierungen im Iran widerfährt veranstalten.
Unter demTitel Die Lage der religiösen Minderheiten im Iran
werden zwischen 18:00 - 20:00 Uhr bekannte und weniger bekannte Aspekte des Themas 'religiöse Minderheiten in Iran' betrachtet und bewegt. Im Mittelpunkt der Darstellung soll die Menschenrechtslage nicht anerkannter religiöser Strömungen im Iran stehen. Über die Lage verschiedener religiöser Gruppen informieren:
- Herr Dr. Seyed Azmayesh, Vertreter des Nematollahi-Gonabadi Sufi Ordens außerhalb Irans, Paris (in englischer Sprache)
- Herr Prof. Dr. Ingo Hofmann, Beauftragter des Nationalen Geistigen Rates der Bahá'í in Deutschland für auswärtige Angelegenheiten, Berlin
- Frau Mahin Mousapour, Pastorin einer freikirchlichen Gemeinde, Frankfurt am Main.
Im Anschluss an ihre kurzen Berichte besteht Gelegenheit zu Rückfragen und Diskussion. Ihre Anmeldung unter information@katholische-akademie-berlin.de oder telefonisch unter: 030-283095-0 erleichtert uns die Vorbereitung.
Die Menschenrechtslage im Iran ist äußerst prekär. Neben der Lage politischer Oppositioneller gibt auch der Umgang mit religiösen Minderheiten Anlass zur Sorge. Jedoch variiert der Umgang des Regimes mit den nicht schiitischen Gläubigen von Religion zu Religion. Während anerkannte religiöse Minderheiten wie die Armenier, Assyrer und Chaldäer über Abgeordnete im Parlament verfügen, sind Angehörige der jüdischen Minderheit und der Bahá'í dem Verdacht einer „Spionage für Israel" ausgesetzt. Protestantische Christen wissen ebenso wie muslimische Derwische von gravierenden Einschneidungen in ihre Rechte zu berichten.
Am 12. Juni jährt sich der Tag der Präsidentschaftswahl zur zweiten Amtszeit von Präsident Ahmadinedschad. Und der Tag der großen Proteste auf den Straßen Teherans. Auch in diesem Jahr wollen weltweit Aktivisten auf die Missstände in Iran aufmerksam machen und auch im Iran selbst werden wieder trotz massiver Massnahmen des Regimes, um alle Proteste im Keim zu ersticken, friedliche Demonstrationen erwartet.
Aktuelle Informationen zu Iran auf Julia's und Arshama's Blog. Hintergrundinformationen zu Iran auf mehriran.de.
Helmut N. Gabel