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Die Leiden eines jungen Rechtsstudenten

Autor: engel84-dk | Erstellt am: 15.02.2010 | Gelesen: 471
Kategorie: Beruf - Bildung & Karriere | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Jura und seine Spartiaten - eine humorvolle Analyse

Die lachende Justitia - cenjur.de
Die lachende Justitia - cenjur.de
Es ist ja wirklich nicht einfach. Die Jagd nach Praktikumsplätzen – wenn irgendwie möglich - bezahlt.

Die Jagd nach vielen und vor allem vielfältigen Aussagen im Lebenslauf. Besonders aber die Jagd nach VIER Punkten.

Juristen – und die, die es werden wollen – sind vom Tag der ersten Semestergebührenüberweisung an damit beschäftigt Steine aus dem Weg zu schleppen. Es sind kleine und große Steine, manchmal auch überdimensionale, unförmige Felsbrocken. Da wir dies im Schnitt 9, 45 Semester lang tun, kann es sein, dass uns deshalb ein auf menschlicher Ebene nicht so rosiger Ruf vorauseilt.

Aber ich lehne mich jetzt ganz weit aus dem Fenster und behaupte:
Wir sind umgänglich, nett, humorvoll und flexibel – manchmal.
Wir sind ehrgeizig, genau, wissbegierig, zäh – manchmal.
Aber ganz sicher sind wir IMMER auf der Jagd und im Kampf.
Auf der Jagd nach Punkten und im Kampf gegen Steine.

Aber warum dann überhaupt Jura?
Der aufmerksame Beobachter fragt sich an dieser Stelle wohl, ob es dann nicht klüger gewesen wäre, etwas anderes mit seiner Zeit anzufangen? Wer ist schon scharf auf jahrelangen Kampf – vor allem mit sich selber?!

Ich stimme zu, berechtigte Frage.

Nun – JA etwas anderes wäre vielleicht besser gewesen. Aber wie ich schon sagte, wir sind recht zäh. Wenn man also den ersten Überweisungsträger eingeschmissen hat, hat man sich entschieden. Man ist drin, hat angefangen Klebezettelvorräte anzulegen, eine Wohnung gemietet und überteuerte Bücher gekauft. Es gibt spätestens ab dem dritten Semester kein zurück – wir sind zäh. Um ehrlich zu sein, fehlen uns auch manchmal die Alternativen.

Gut, wer es bis zum Ersten Staatsexamen geschafft hat – und ich möchte betonen, dass schon die Teilnahme eine beachtliche Leistung ist – ist ein Spartiat. Ausgebildet dem StGB die Stirn zu bieten, perfekte Navigation im BGB zu beherrschen und egal wie groß und mächtig das fehlerhafte Bauvorhaben ist – wir bewundern das Problem.

Kreuzworträtsel, Sudoku, der Da - Vinci - Code: alles nur für Anfänger.
Der Olymp der geistigen Entschlüsselungskunst, liegt ganz klar im BGB.

Bei den Probeklausuren UND den Examensarbeiten die häufig gestellte Frage: Welcher geniale Querdenker hat sich nur diesen Sachverhalt ausgedacht??? Doch keine Aufregung, Theorie und Praxis sind bekannterweise keine Freunde. Hoffentlich!

Egal, wir tun einfach was von uns verlangt wird. Wir definieren gern wer „ein anderer Mensch" ist, wenn der arme Prüfer es verlangt. Worten wie „fraglich, somit, mithin und folglich" hauchen wir Leben ein. Das macht doch Spaß – manchmal.

Da soll noch einer sagen, Jura sei verstaubt. HA! Möchtet Ihr etwa nicht gerne wissen, wem ein Bienenscharm gehört, wenn er in Eurem Kirschbaum einen Stock anlegt? Bei Günther Jauch hättet Ihr mit diesem Wissen neulich eine Menge Geld verdient!

Na Bitte, alles muss seine Gerechtigkeit haben. Und dafür werden wir ausgebildet. Es soll ja tatsächlich einige Studenten geben, die dieses Studium NUR gewählt haben, um „die Welt zu verbessern". Echt nett, irgendwie schön. Andere möchten „die Wahrheit an ´s Licht bringen" oder schlicht „ den Menschen helfen"!

Ich bin zutiefst beeindruckt und wette je nach Überzeugungskraft meines Gegenübers, auf 2-3 Semester bis die Ikeamöbel wieder zerlegt werden. Denn wisst Ihr, wir haben ab genau diesem Stadium fast keine Semesterferien mehr. Wir haben keine 3 Monate Zeit um unsere Hausarbeiten zu schreiben. Und NEIN wird dürfen uns das Thema der Examenshausarbeit echt nicht selber aussuchen! Gemein, ne? Aber wer das Erste Staatsexamen geschrieben hat, dem kommt nix mehr gemein vor. Der ist abgehärtet. Denn vergesst nicht:

Wir sind Spartiaten!

Kurz bevor es dann zur ersten entscheidenden Schlacht kommt – also beim Ersten Staatsexamen - hat die Jagd ein neues Ziel: NEUN Punkte!

Der Schlachtplan? Ab heute ist das BGB meine Bibel! Hiobsbotschaften gibt es jedenfalls genug…

Liebe Jurastudenten und Abiturienten denen diese Entscheidung noch bevorsteht: schwarzer Humor und Kampfgeist! Das sind die zwei Worte die Ihr definieren müsst, die ihr im Schlaf beherrschen solltet und bei deren Auslegung IHR die herrschende Meinung seid!

Wenn ihr das schafft, dann habt ihr ungefähr eine 15% - Chance neun Punkte oder mehr zu erreichen. Wenn Ihr Euch darüber im Klaren seid, wünsche ich Euch von Herzen viel Glück und „fürchtet Euch nicht! Denn seid Ihr reinen Herzens, sollt Ihr bis hierher kommen und NOCH weiter!"
 
 
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