Die Landtagswahl 1932 war die zweite Landtagswahl nach der Trennung von Wien als Gebietskörperschaft aus dem Land Niederösterreich und Schaffung der eigenständigen Doppelgebietskörperschaft Wien als Stadt und Gemeinde. Die drei traditionellen Lager Christlich-Sozial, Sozialdemokratisch und National-Liberal hatten sich sowohl in Gesamtrepublik, als auch im Bundesland Niederösterreich konstituiert. Bei dieser Wahl kam es allerdings in diesem Bundesland zu einem massiven Einbruch der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei(NSDAP) in das Politische System, was zu einem faktischen Verschwinden der bisherigen Parteien des National-Liberalen Lagers Großdeutschen Volkspartei(GDVP) und Landbund(LB) führte.
Die Landtagswahl in Niederösterreich des Jahres 1932 fand am 24. April statt. Die Wahl gewann wiederum die Christlich-Sozialer Partei (CSP) mit 28 Sitzen im Landtag Die Sozialdemokratischen Arbeiterpartei(SDAP) erzielte 20 Mandate und die Nationalsozialistischen Arbeiterpartei(NSDAP) 8 Mandate. Damit hatte die Christlich-Soziale Partei (CSP) nur mehr 50 % der Mandate im niederösterreichischen Landtag errungen. Mit diesen Mehrheitsverhältnissen stand Niederösterreich nach 1921 und 1927 aber wiederum im starken Kontrast zum von den Sozialdemokraten stark dominierten Wiener Landtag und Gemeinderat.
Die wahlwerbenden Parteien für die Landtagswahlen 1932
Bei der Landtagswahl 1927 kandidierten in Niederösterreich insgesamt 6 wahlwerbende Parteien: Die Christlich-Soziale Partei (CSP) die Sozialdemokratische Arbeiterpartei(SDAP), die gemeinsam Großdeutsche Volkspartei(GDVP), die Kommunistische Partei(KP), die Ständische Bauernvereinigung(StBV) und Nationalsozialistische Arbeiterpartei(NSDAP). Mit 2,3%(GDVP), 1,3%(StBV) und 1,1%(KP) konnten diese 3 Gruppierungen nicht in den Landtag einziehen.
Die parteipolitische Zusammensetzung des Landtags 1932
Die Fraktion der Christlich-Sozialen(CSP) in der 3. Legislaturperiode des niederösterreichischen Landtags setzte sich aus insgesamt 28 Mandataren zusammen, wobei es zu keinem Wechsel während der verkürzten Legislaturperiode bis 1933 gekommen war. Die Fraktion der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei(SDAP) in der 3. Legislaturperiode des niederösterreichischen Landtags setzte sich aus insgesamt 20 Mandataren zusammen, wobei es zu keinem Wechsel während der verkürzten Legislaturperiode bis 1933 gekommen war. Die Fraktion der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei(NSDAP) setzte sich aus insgesamt 9 Mandataren zusammen, wobei es zu einem Wechsel während der verkürzten Legislaturperiode bis 1933 gekommen war.
Die Vertreter aus dem Stande der Land- und Forstwirtschaft
Aus dem Stande der Land- und Forstwirtschaft kamen in der 3. Legislaturperiode des niederösterreichischen Landtags insgesamtn 18 Landtagsabgeordnete, davon auf die Christlich-Sozialen(CSP) 16 Sozialdemokratischen Arbeiterpartei(SDAP):1 und die Nationalsozialistische Arbeiterpartei(NSDAP) 1.
CSP: Barsch Leopold, Etlinger Franz, Ernst Franz Josef, Falmbigl Georg, Fischer Johann, Haller Johann, Höchtl Leopold, Hugl Laurenz, Kaiser Johann, Latschenberger Karl, Pöschl Josef, Prendinger Franz, Reither Josef, Scharmitzer Leopold, Simoner Franz, Steinböck Franz,
SDAP: Mentasti Alois
NSDAP: Höfinger Konrad,
Die Vertreter aus dem Stande des Gewerbes, des Handels und der Industrie
Aus dem Stande des Gewerbes, des Handels und der Industrie kamen in der 3. Legislaturperiode des niederösterreichischen Landtags insgesamt 2 Landtagsabgeordnete, davon auf die Christlich-Sozialen(CSP): 1 die Sozialdemokratischen Arbeiterpartei(SDAP): 0 nd die Nationalsozialistische Arbeiterpartei(NSDAP) 1.
CSP: Fischer Alois,
SDAP: 0
NSDAP: Sepp Autrith
Die Vertreter aus dem Stande der Arbeiter und Angestellten
Aus dem Stande der Arbeiter und Angelstellten kamen in der 3. Legislaturperiode des niederösterreichischen Landtags insgesamt 11 Landtagsabgeordnete, davon auf die Christlich-Sozialen(CSP): 1; die Sozialdemokratischen Arbeiterpartei(SDAP): 8 und die Nationalsozialistische Arbeiterpartei(NSDAP). 2.
CSP: Höller Hans
SDAP: Graf Katharina, Helmer Oskar, Kislinger Karl, Posch Rudolf, Reitmaier Adolf, Ruckteschel Leopold, Welsch Josefine, Widmayer Heinrich
NSDAP: Rentmeister Walter, Straßmayr Karl,
Die Vertreter aus dem Stande der Staats-, Landes- und Gemeindeverwaltung
Aus dem Stande der Staats-, Landes- und Gemeindeverwaltung kamen in der 3. Legislaturperiode des niederösterreichischen Landtags insgesamt 26 davon auf die Christlich-Sozialen(CSP): 10 Landtagsabgeordnete,; die Sozialdemokratischen Arbeiterpartei(SDAP): .11 und die Nationalsozialistische Arbeiterpartei(NSDAP) 5.
CSP: Beirer Rudolf, Czermak Emmerich, Holzer Anna, Klieber Mauritius, Lowatschek Josef, Macho Rudolf, Magerl Ernst, Moschna Franz, Mück Fridolin, Prader Georg
SDAP:, Dittelbach Franz, Hein Robert, Junker Alois, Kaminger Rudolf, Petznek Leopold, Popp Franz, Pauppill Theodor, Püchler Josef, Reif Konrad, Schneidmadl Heinrich, Werndl Hans
NSDAP: Langer Emmo, Leopold Josef, Reschny Hermann, Saliger Rudolf, Schmid Franz,
Die Vertreter aus dem Stande der Freien Berufe und sonstigen Berufe
Aus dem Stande der Freien Berufe kamen in der 3. Legislaturperiode des niederösterreichischen Landtags insgesamt 0 davon auf die Christlich-Sozialen(CSP): 0, die Sozialdemokratischen Arbeiterpartei(SDAP):0 und die Nationalsozialistische Arbeiterpartei(NSDAP).
CSP: 0
SDAP: 0
NSDAP: 0
Autor: Dr. Fritz Simhandl, Autor Fleedstreet