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Die Kunst, einen Zahnarzt richtig zu verstehen!

Autor: Zahnersatz | Erstellt am: 26.07.2010 | Gelesen: 541
Kategorie: Geschichten & Anekdoten | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Es war der Backenzahn, der mir das Leben erschwerte. Welcher genau, da war ich mir nicht ganz sicher – aber auf jeden Fall einer von den großen auf der rechten Seite im Unterkiefer.

Ein Besuch beim Zahnarzt war für mich unausweichlich. Ich rief ihn an, und am nächsten Tag war es auch schon soweit. Mein Zahnarzt begrüßte mich kurz, fragte nach, wo es denn wehtäte, und warf einen Blick in meine Krankenakte.

Er murmelte seiner Helferin zu: „18-f, 17-fkod, 16 distal-c,…"
Ich hatte nicht die leiseste Ahnung, was das zu bedeuten hatte, doch erschlich mich das leise Gefühl, dass meine Zähne nicht mehr die Auszeichnung „Top" verdienten.

„46 Ekr, WK, WF" instruierte er die Helferin und verschwand aus dem Zimmer.
Mit zaghafter Stimme fragte ich die hinter mir hantierende Helferin: "Ist es etwas Schlimmes?" Helferin: "Nein, nein, nur `ne WF".

Ich:" Ah ja." Und mein Kopf sagte mir, dass das Wörtchen „nur" mir das Gefühl gab, dass es nicht so schlimm ist, und ich wollte an dieser Stelle das Thema auch gar nicht weiter vertiefen. Somit fragte ich nicht mehr nach, was WF nun zu bedeuten hatte. Nach dem Motto, wenn der Arzt das sagt, dann ist das schon richtig!

Geschlagene zwei Stunden ging mein Martyrium. Als ich die Praxis verließ, war ich fix und fertig. In der Hand hielt ich mehrere Blätter Papier, von denen ich in diesem Augenblick nur noch wusste, dass ich sie zu meiner Krankenkasse schicken sollte.

Nach Durchsicht der Blätter, des so genannten Heil- und Kostenplanes war mir bewusst, dass ich nicht die geringste Ahnung hatte, was mein Zahnarzt mit mir plante. Doch etwas anderes wusste ich auch – dass das, was er mir empfiehlt schon gut sein wird.

Es dauerte einige Wochen, bis ich das Schreiben von der Krankenkasse zurückbekam und ich einen neuen Termin bei meinem Zahnarzt hatte. Ich sollte unterschreiben, dass ich ca.1.000,-€ selbst bezahlen müsste, wenn ich das von meinem Zahnarzt geplante Vorhaben realisieren würde.

Ich schluckte innerlich, als ich die Summe hörte.

Er sagte etwas von Gold und etwas Gefrästem aus Amerika und silberfarbenem Metall. In dem Augenblick, als er mir das alles erzählte, hörte es sich relativ verständlich an, aber so wirklich darunter vorstellen, konnte ich mir nichts. Ich äußerte lediglich den Wunsch, dass ich „unsichtbare" Kronen haben möchte. Daraufhin nickte er bejahend mit dem Kopf und hielt mir den Kugelschreiber zum Unterschreiben unter die Nase.

Mir wurde heiß. Es war mir peinlich ihm zu sagen, dass ich momentan nicht so viel Geld für meine Zähne bezahlen konnte. Deshalb sagte ich:" Ich möchte gerne eine Nacht darüber schlafen und rufe Sie dann wieder an."

Geschockt von der Höhe der Summe, verließ ich die Praxis.

„Meine alten Kronen habe ich vor Ewigkeiten bekommen und musste damals nichts dafür bezahlen." Dies schoss mir durch den Kopf.

Man hört ja an jeder Ecke, alles ist teurer geworden und die Krankenkassen bezahlen nicht mehr so viel, aber bitte, 1.000,-€ für die Kronen? Für das Geld kann ich Gott weiß was machen oder kaufen.

Jetzt war guter Rat teuer.

Als ich in meinem Freundeskreis von meinem schockierendem Erlebnis berichtete, bekam ich Reaktionen wie:" Ja, was hast du denn geglaubt, Zahnersatz kostet heutzutage ein Vermögen. Ich habe mindestens das gleiche bezahlt…."

Ich beschloss das Thema „Neue Kronen" erst einmal links liegen zu lassen, da es für mich momentan undenkbar war, 1.000,-€ bezahlen zu können.

Eine Werbeanzeige in der Zeitung gab dem Thema eine neue Wendung und verhalf mir, ein zufriedenerer Mensch in Sachen „unsichtbare Kronen" zu werden.

Patientenhilfe und Zahnhaus waren die Schlagwörter in dieser besagten Anzeige.

Wo könnte mir geholfen werden, wenn nicht dort? Aber was sollten diese Leute mir dort erklären, wenn Zahnersatz nun mal so teuer ist - was anderes können sie mir wahrscheinlich auch nicht sagen. Trotzdem rief ich dort an und versuchte mit meinem laienhaften Wissen zu erklären, was mein Zahnarzt bei mir plante und welche Summe ich dafür zahlen sollte.

Einen Funken Hoffnung hatte ich schon, denn schließlich heißen sie ja nicht umsonst „Patientenhilfe".

Eine nette junge Frau, am anderen Ende des Telefons erkannte sofort, um was es mir ging.

Sie erklärte mir sehr ausführlich, welche unterschiedlichen Varianten an Zahnersatz ich zur Auswahl hätte und aus welchem Material sie gemacht seien.

Sie beschrieb es in einer Art und Weise, so dass ich es wunderbar verstand. Eine Kopie meines vorliegenden Heil- und Kostenplanes schickte ich noch am gleichen Tag dorthin, und ich erhielt zwei Tage später ein kostenloses Vergleichsangebot.

Als ich den Umschlag öffnete, musste ich mich erst einmal setzen. Das konnte doch nicht wahr sein! Ich konnte ca.600,-€ sparen. Mir kamen Zweifel. Billigware? Schlechtes Material? Wie sonst könnte eine solche Preisdifferenz zustande kommen?

Ich griff zum Hörer und wählte erneut die Nummer der „Patientenhilfe" und bat um Erklärung, warum meine Kronen nun so extrem günstiger sein sollten.

Aufgrund der wesentlich günstigeren Produktionskosten und doch absoluter Qualitätssicherheit und garantierter Verarbeitung deutscher Materialien, kann die Firma [Zahnersatz:Müller], die hinter der „Patientenhilfe" steht, den Patienten Zahnersatz wesentlich günstiger anbieten.

Das alles schien plausibel, doch konnte ich sicher sein? Ich bin von Natur aus ein sehr skeptischer Mensch und deshalb kamen mir natürlich auch Zweifel, weil man ja auch viel Schlechtes von Produkten aus dem Ausland hört. Und bei Zahnersatz geht es ja auch schließlich um die Gesundheit.

Die nette Dame am Telefon erkannte meine Skepsis und sagte etwas, womit ich wirklich nicht gerechnet hatte: Sie lud mich zu der Firma [Zahnersatz:Müller] ins Zahnhaus Ratingen ein, um mich ausführlich anhand von Schaumodellen beraten und von der Qualität überzeugen zu lassen.

Seit 3 Wochen bin ich stolzer Besitzer „unsichtbarer Kronen" zu einem verdammt fairen Preis, den ich mit sehr gutem Gefühl gezahlt habe.

Der Name „Patientenhilfe" verdient wirklich seinen Namen, denn dort wurde mir hervorragend geholfen.
 
 
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