Um rund 13 Prozent oder 500.000 Anleger schrumpfte seit Beginn dieses Jahres die Zahl der Aktionäre in Deutschland. Fast könnte man meinen, die deutschen Anleger hätten angesichts der Kursverluste an den weltweiten Börsenplätzen kapituliert. Diese Quasi-Kapitulation trifft natürlich auch die Onlinebroker und alles, was damit zusammenhängt. So übertrumpfen sich die Banken derzeit mit kostengünstigen Angeboten.
Wie man einem aktuellen Depotvergleich zum Beispiel auf
www.wertpapierdepot.net/depotvergleich/ entnehmen kann, kostet heutzutage bei aktiver Nutzung ein Depot in der Regel keine Grundgebühr mehr und auch bei den nicht vom Börsenplatz bzw. Dritten abhängigen Gebühren ist der Anleger ganz klar Nutznießer des Konkurrenzkampfes der Banken um den Kunden. So geben einzelne Broker, wie auf
www.wertpapierdepot.net/depotvergleich/ordergebuehren.html ersichtlich, bis zu 50 Prozent Rabatt auf die hausinternen Ordergebühren, berechnen keine Gebühren bei Teilausführungen oder trumpfen sogar mit einer Gebühren-Flatrate auf, bei welcher der Anleger einen Preis unabhängig vom Ordervolumen entrichtet.
Trotz dieser Bemühungen scheint es aktuell schwierig zu sein, deutsche Verbraucher zur Eröffnung und aktiven Nutzung eines Depots zu bewegen. Viele flüchten sich lieber in sichere Anlageformen, wie Tages- oder Festgelder, vernachlässigen dabei aber die Tatsache, dass nun mal nur eine bestimmte Mindestrendite langfristig auch zum gewünschten Ziel des Vermögenszuwachses führt.
Angesichts einer Inflation von aktuell mehr als drei und im langfristigen Durchschnitt über zwei Prozent pro Jahr sowie der Tatsache, dass ab 2009 auf alle dann gekauften Wertpapiere die Abgeltungssteuer zu entrichten ist, gehen Experten von mindestens acht Prozent Rendite pro Jahr aus, die anzustreben ist, um nach Steuern und Inflation eine akzeptable Wertentwicklung zu erzielen.
Dazu - das beweist der Blick in die Vergangenheit – sind Aktien und Fonds nun mal die Mittel der Wahl, da sie langfristig wesentlich höhere Renditen erzielen, als dies mit den bereits genannten sicheren Anlageformen der Fall ist. Es bleibt also spannend, die Entwicklung der deutschen Aktionärskultur und vor allem auch die Zahl der Aktionäre zu beobachten.
Daniel Franke