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Die Kamera als Sprachrohr

Autor: ukbsKA | Erstellt am: 27.11.2008 | Gelesen: 881
Kategorie: Kunst - Kultur & Religion | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Fotoausstellung HIV-infizierter Kinder zum 20. Jubiläum des Welt-Aidstages

Am gestrigen Donnerstag Abend eröffnete Karlsruhes 1. Bürgermeister, Harald Denecken, im Renaissance Hotel am Mendelssohnplatz die Fotoausstellung „Nur die Kinder wissen, wonach sie suchen". Die Bilder stammen von HIV-infizierten Kindern aus dem Kinderdorf von „Unsere kleinen Brüder und Schwestern" in Honduras. Sie zeigen auf beeindruckende Weise, wie die Kinder und Jugendlichen ihre Umwelt erleben, wie die Kamera zu ihrem Sprachrohr wird. Denecken, der die Schirmherrschaft für die Ausstellung übernommen hat, zeigte sich beeindruckt. „Die Bilder berühren uns und erzählen uns Geschichten", so der Bürgermeister.

Die Schauspielerin Lara Joy Körner war eigens aus München in die Fächerstadt gereist, um bei der Vernissage dabei sein zu können. Die dreifache Mutter unterstützt den Verein „Unsere kleinen Brüder und Schwestern" und ist Patin eines 6-jährigen Jungen aus dem Kinderdorf in Honduras.

Die Ausstellung, die bereits in der nationalen Kunstgalerie in Tegucigalpa, der Hauptstadt von Honduras, zu sehen war, ist bis zum 3. Januar 2009 im Foyer des Renaissance Hotels zu besichtigen.

Eine HIV-Infizierung oder AIDS-Erkrankung ist auch in hiesigen Breitengraten noch oft ein Tabuthema und die Betroffenen sind weitgehend auf sich selbst gestellt. In Honduras, einem der ärmsten Ländern Mittelamerikas, in dem rund 85 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze leben, sind die Betroffenen ganz besonderer Diskriminierung ausgesetzt. Rund zwei Prozent der Bevölkerung sind an HIV erkrankt. Laut Jorge Fernández, HIV-Beauftragter von Honduras, liegt das Land, gemessen an seiner Bevölkerungszahl, bei HIV-Erkrankungen rund 700 Prozent über dem EU-Durchschnitt. Oftmals werden Kinder bereits bei der Geburt infiziert, da schwangeren Frauen, aus Kostengründen, nur selten Medikamente zur Verhinderung der Übertragung der HI-Viren verabreicht werden. Im Kinderdorf „Rancho Santa Fé" des gemeinnützigen Vereins „Unsere Kleinen Brüder und Schwestern." leben derzeit mehr als 550 Kinder und Jugendliche. 22 davon sind HIV-positiv.

Der Initiator der Ausstellung, Michal Krebs, leistete von Januar 2007 bis Februar 2008 seinen Zivildienst im honduranischen Kinderdorf. In Zusammenarbeit mit dem psychologischen und pädagogischen Zentrum der Einrichtung, organisierte der Österreicher die Fotogruppe für HIV-infizierte Kinder. Eines der Hauptziele des Projektes war es, den Kindern über das Medium Fotografie, ein Sprachrohr zu schaffen. In einer Atmosphäre von Vertrauen und Kameradschaft, sollten sie lernen, über ihr Leben, ihre Ängste und ihre Krankheit zu sprechen. „Wir lernten die Fotos zu benutzen als eine Art, unsere Gedanken und Gefühle über das Leben mitzuteilen", zieht einer der Jugendlichen seine positive Bilanz der Erfahrungen. Die Fotos zeigen ein Abbild der Welt der Kinder und Jugendlichen: eine Welt der Liebe, des Mitgefühls, der Neugierde, der Erfolge und auch der Schwierigkeiten.

„Unsere kleinen Brüder und Schwestern" arbeitet mit sehr familienorientierten Strukturen, in denen christliche Werte eine überaus große Rolle spielen. Diese Erziehung ist für eine positive Entwicklung der Kinder sehr wichtig", begründete Lara Joy Körner ihr Engagement für den Verein.Die internationale Organisation „Unsere kleinen Brüder und Schwestern" kann auf eine mehr als 50-jährige Geschichte zurückblicken. Der deutsche Förderverein wurde 1984 gegründet und erhält seit Jahren das Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI), als Anerkennung seiner hervorragenden Arbeit und des ordentlichen Umgangs mit Spendengeldern. Zudem ist der gemeinnützige Verein seit 2008 Mitglied im Deutschen Spendenrat e. V.
 
 
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