Japan hohlt den WM-Titel
Das sollte die Katastrophen-gebeutelten Landsmänner in der Heimat doch etwas aufbauen: die japanischen Fußballspielerinnen, die als Nationalmannschaft für Japan auszogen, haben im WM-Finale die Amerikanische Mannschaft besieht und sich und ihrem Land den WM-Titel geholt. Das wurde natürlich ausgelassen bejubelt.
Den sonst so zurückhaltenden Spielerinnen war die fassungslose Freude im Gesicht abzulesen: "Heute werden wir uns ein Glas deutsches Bier genehmigen" konnte man nach dem Spiel von ihnen hören. Auch der Coach der Mannschaft zeigte sich glücklich über das Ergebnis und Verwies auf die Wirkung, die der japanische Sieg in der Heimat haben dürfte und bedankte sich bei uns Deustche: "Wir haben aus Japan viel Mut bekommen, viele Menschen haben auf uns geschaut. Vor dem Hintergrund der Lage in Japan konnten wir sogar den Titel holen. Auch die Menschen in Deutschland haben uns sehr unterstützt. Danke für die schöne WM."
Da ist es doch schon nur noch halb so schlimm, dass uns die Japaner bei dieser Weltmeisterschaft eigenhändig – oder besser eigenfüßig – aus dem Spiel nahmen. Dabei hatten es die japanischen Kicker gegen die amerikanische Mannschaft deutlich schwerer, als im Viertelfinale gegen uns. Sie schienen nicht so recht ins Spiel zu kommen und es gab dramatische Momente wie die Rote Karte gegen Azusa Iwashimizu. Aber trotz Unterzahl hielt sich die Mannschaft wacker, ließ die amerikanische Mannschaft keine Chancen nutzen und konnten zweimal trotz Rückstand wieder einen Ausgleich herausholen. Auch nach der Verlängerung konnte die amerikanische Nationalmannschaft nicht die Oberhand gewinnen und letztlich kam es denkwürdigen Showdown der Frauenfußball Weltmeisterschaft 2011; dem Elfmeterschießen.
Hier zeigte sich Torhüterin Ayumi Kaihori von ihrer besten Seite und auch Homare Sawa gab alles – sie wurde im Nachhinein auch als beste Spielerin des Turniers ausgezeichnet. So fiel das Elf Meter
Roulette am Ende sehr deutlich aus und die japanischen Kickerinnen konnten jubeln: "Wir haben bis zuletzt an uns geglaubt und sind total glücklich. Jetzt sind wir die Nummer eins in der Welt."
Franziska Steiner