Lotto Italien
Wenn man in den normalen Nachrichten von Italien hört, dann geht es meistens um enorme Schulden, Refinanzierung und andere unangenehme Themen. Aber obwohl man nun annehmen müsste, das die Italiener eigentlich jeden Cent sparen müssten, gibt es eine Branche die im vergangenen Jahr einen echten Boom erleben konnte. Das ist die Lotterie, die in Italien eine starke Tradition hat und immer mehr Menschen setzen auf Lose, um vielleicht doch noch an den ganz großen Gewinn zu kommen.
Dabei muss man auch sagen, dass die Chancen auf einen Hauptgewinn in Italien noch deutlich geringer sind, als vergleichsweise in Deutschland. Denn in Deutschland werden 6 Zahlen aus 49 gezogen, während in Italien 6 Zahlen aus 90 gelost werden. Das bedeutet aus der mathematischen Perspektive, dass ein Italiener weniger als ein viertel der Gewinn-Wahrscheinlichkeit hat, als ein deutscher Spieler. Dennoch strömen die Italiener in Scharen an die Losstände und geben ihr Geld für die kleine Chance aufs große Glück aus. Dafür sorgen auch die enormen Jackpods, die sich aufgrund der wenigen Gewinner anhäufen.
Für den italienischen Staat bedeutet dieses Verhalten seiner Landsmänner ein großes Maß an zusätzlichen Einnahmen. Im Jahr 2011 gaben die Italiener für ihre geliebten Rubbellose immerhin 76 Milliarden Euro aus – das sind 24 Prozent mehr als im Jahr 2010. Das sorgt natürlich auch für enorme Abgaben in die Staatskassen.
Generell scheint der Markt für Glücksspiel bei den Südländern zu Boomen. Allein die Umsätze in der Lotterie sind seit dem Jahr 2008 um sage und schreibe 65 Prozent gewachsen. Auch Videolotterien sind in Italien äußerst beliebt und es werden damit Summen in zweistelligen Milliardenhöhen eingefahren.
Sogar Bingo bringt Milliardenbeträge ein. Nicht zuletzt ist da noch der Online Poker, der dem Staat ebenfalls Geld in die Kassen spült. Mit Einspielergebnissen von 8,5 Milliarden Euro liegt diese Branche aber noch weit hinter der Lotterie zurück.