sexy Dessous
Einer der klassischen Bestandteile der
Dessous ist der Büstenhalter. Seine Historie reicht schon bis ins alte Sparta zurück. Auslöser war, dass sich die Sportlerinnen mit Tüchern umwickelten, um dem Busen bei den Aktivitäten Halt zu geben und gleichzeitig ihr Äußeres dem eines Mannes anzunähern. Diese Wickeltechnik hielt sich bis ins Mittelalter hinein.
Der richtige Büstenhalter entstand erst im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Interessant dabei ist, dass hierfür Dinge genutzt wurden, die man aus dem Bekleidungsalltag schon kannte. Hosenträger, Gürtel, ja sogar Taschentücher als Körbchen mussten dafür her halten. Erst 1904 entstand in der Gegend von Stuttgart der erste Büstenhalter, der mit den heute noch üblichen Formen vergleichbar war. Mit der „Prima Donna" ging im Jahr 1912 ein moderner Büstenhalter mit einem kaiserlichen Patent in die Serienproduktion. Er sollte sehr schnell seinen Siegeszug in aller Welt antreten.
Parallel dazu suchten auch die amerikanischen Frauen nach einer Möglichkeit, ihren Busen komfortabel zu bedecken und zu stützen. Statt der Gürtel und Hosenträger verwendete man Wäschebänder und statt der Taschentücher wurden Leinentücher daran genäht. 1914 wurde diese Erfindung von Mary Phelps patentiert.
Im Laufe des folgenden Jahrhunderts wurde die weitere Geschichte der
Dessous von zahlreichen modischen Einflüssen geprägt. Anfänglich liebten es die Damen, ihren Busen damit optisch zu verkleinern, um zierlicher und knabenhafter zu wirken. Die 30er Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts brachten dem Büstenhalter die Rundungen der Rubens Figuren. Die Weiblichkeit wurde stark betont. Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts glitt man ab ins Bizarre. Die Körbchen wurden spitz. Auf der oft eng anliegenden Oberbekleidung zeichneten sich oftmals zwei richtige Kegel ab.
Heute kennt der Büstenhalter als unverzichtbarer Bestandteil der Dessous für die Dame von Welt unzählige Erscheinungsformen. Er pusht und minimiert, verdeckt und gibt interessante Einblicke frei. Die Materialien sind atmungsaktiver, hautfreundlicher und zarter geworden. Das neckische Darunter lässt sich heute auch schon mal ohne das passende Darüber beim Sonnenbaden im Park zeigen.