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Die Heilung der Welt beginnt beim Geld

Autor: Angel | Erstellt am: 21.02.2010 | Gelesen: 830
Kategorie: Politik - Gesellschaft & Soziales | Bewertung: rateArateArateArateArateB
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(Online-Artikel.de) - Wie unser Geld sein muss, damit es für alle ein Segen ist.

bild: pixelio - Jens Bredehorn
bild: pixelio - Jens Bredehorn
„Um Himmels willen", werden einige denken, „gerade beim Geld fängt doch das ganze Unglück an". Was stimmt nun und was stimmt nicht?

Beides stimmt. Dass beim Geld nicht alles mit rechten Dingen zugeht, kann nun kaum einer mehr leugnen. Immer mehr Menschen verlieren ihr Einkommen und ihr Erspartes, Arme werden noch ärmer, aber auch Top-Milliardäre müssen mit drastischen Vermögensverlusten klar kommen. Von 40 Milliarden runter auf 5. So geschehen beim reichsten Russen von 2007, Oleg Deripaska. Das bringt den Besitzer zwar nicht in unmittelbare Not, doch wenn innerhalb weniger Wochen ein Vermögen um 80% schrumpft, ohne dass Alkohol oder die Spielsucht dabei eine Rolle spielten, dann sollten wir uns alle Gedanken machen. Nicht wegen des Milliardärs, sondern wegen uns. Denn wir benutzen alle das gleiche Geld.

Warum sollten wir überhaupt über Geld nachdenken? Können wir es nicht einfach abschaffen und dann hat die Menschheit Ruhe? Und warum sollten wir uns gerade jetzt, wo so vieles im Argen liegt, ausgerechnet mit dem Geld befassen? Betrachten wir das Geld von seiner segensreichen Seite: es ermöglichte den Aufschwung der Menschheit zu dem, was sie heute ist. Wir sind auf über 6 Milliarden Menschen angewachsen und könnten alle gut ernähren. Wir haben eine digitale Technik entwickelt, die vor 50 Jahren noch nicht einmal vorstellbar war. Wir entschlüsseln nach und nach die Geheimnisse der Natur und der Geschichte, können mit künstlichen Gelenken leben und reisen innerhalb weniger Stunden von Kontinent zu Kontinent. Ohne ein Tauschmittel der heutigen Güte – also Papiergeld – wären wir nie an diesen Punkt in unserer Entwicklung gelangt.

Geld in seiner heutigen Beschaffenheit macht erst die Arbeitsteilung in ihrer heutigen Quantität und Qualität möglich. Wären noch Felle unser Tauschmittel, sähe die Welt definitiv anders aus. Geld ist für uns so wichtig wie die Entwicklung der Schrift oder die Entdeckung des Rades. Geld ist Kommunikations- und Verkehrsmittel. Wenn wir auf Geld verzichten wollen, dann müssen wir auf alles verzichten, was allein Geld bewerkstelligen kann: weltweiter Handel, internationale Arbeitsteilung, die Realisierung große Projekte, Forschung und Entwicklung auf allen Ebenen, allgemeiner Wohlstand und eine komfortable Lebensweise.Wer meint, dass die Menschheit auf Geld verzichten kann und sollte, der erklärt sich mit einer drastischen Dezimierung der Menschheit einverstanden, die nur so viele von uns übrig lassen wird, wie eine Tauschhandelsgesellschaft zu ernähren vermag. Geld als Übel zu brandmarken und es abzulehnen ist ein Gedanke, der in spiritueller und alternativer Tarnung daherkommt und doch mehr Brutalität und Elend beinhaltet als allen lebenden und nicht mehr lebenden Diktatoren der Welt zum Vorwurf gemacht werden könnte. Das Leben ist nach vorne gerichtet, es schreitet voran und die Entwicklung ist nicht ohne vollständige Zerstörung des bisher Erreichten zurück zu drehen. Wir alle brauchen Geld. Deshalb soll und muss Geld für alle da sein.Doch wir brauchen ein Geld, das genau das leistet, was es verspricht: allgemeinen Wohlstand, perfekte Tauschbeziehungen, fortschreitende Entwicklung von Kultur und Gesellschaft. Kurz: das Tor zum goldenen Jahrtausend für uns alle öffnen. Was es derzeit anrichtet – die immer weiter auseinander klaffende Schere zwischen Arm und Reich, Inflationsgefahr, Deflationskrisen, Zerstörung der Wirtschaft und globale Verelendung – das soll es aber nicht mehr anrichten können. Diese Kräfte müssen wir in den Griff bekommen, sonst gehen wir, flott gesagt, bald alle hops.

Doch wie kann es sein, dass ein billiger, harmloser, bunt bedruckter Zettel namens Geldschein auf der einen Seite so viel Gutes schafft und gleichzeitig derart elende Kräfte entwickelt, dass alles, was gegen diese Kräfte ersonnen wird, sich als Farce erweist? Selbst wenn sich alle Staatschefs der Welt mit dem Problem befassen, von Gipfel zu Gipfel eilen und so viel Geld in die Hand nehmen, dass man mit normalen Rechenkünsten schon nicht mehr wirklich mitkommt? Wie kann eine Sache zwei so grundverschiedene Wirkungen erzielen? Göttliche Wirkung und teuflische Wirkung? Wer kann diese Frage denn überhaupt beantworten? An welchen Punkt müssen wir höchst energisch dran gehen, um den gordischen Knoten zu lösen?

Die Frage könnte prinzipiell jeder beantworten, denn sie liegt in unser aller Erwartung, die wir an das Geld knüpfen. Schon seit Jahrtausenden. In unserer globalen Übereinstimmung in den Ansichten über Geld, was es ist und wozu es dienen soll. Wir alle erwarten vom Geld, dass es den Warentausch zügig, effektiv und so problemlos wie möglich gestaltet. Jeder möchte morgens zum Bäcker gehen können und sich völlig entspannt für 20 Cent ein Brötchen kaufen können. Für einen Fabrikanten soll sich der Einkauf von großen Mengen Rohstoffen ebenso problemfrei gestalten. Auch die Großhändler wollen einfach nur Geld gegen Ware tauschen, ob die Dinge nun in China produziert werden oder von der Mark Brandenburg ins heiße Arabien geschafft werden. Bis hierher stellen unsere Erwartungen kein Problem dar, sondern decken sich exakt mit dem, was unser Geld zu leisten vermag.

Doch das ist nicht alles, was wir uns vom Geld versprechen. Es gibt noch eine weitere Schwierigkeit, die wir vom Geld gerne gelöst sehen wollen. Und da beginnt das Paradoxon! Ab dem Moment, in dem wir etwas übrig haben. Sobald wir das Geld nicht mehr unmittelbar für unseren Erhalt und unsere Bedürfnisbefriedigung brauchen, ab diesem Moment soll Geld nicht mehr der „beste Tauschpartner der Welt" sein, sondern der beste Wertaufbewahrer! Der schnellste Läufer soll gleichzeitig Schnecke sein, ein rund und schnurrig laufender Motor gleichzeitig stehen bleiben. Das Geld, das wir übrig haben, soll uns in erster Linie eine Versicherung für die Zukunft sein. Wir wollen damit „später" einkaufen, denn für heute haben wir schon alles. Jedenfalls das Notwendige. Der Taler, den wir übrig haben, soll nun nicht mehr wandern, sondern schön ruhig in der Börse verweilen oder auf der Bank weitere Talerchen bringen.

Das Ansinnen – Geld für den Tausch und für die Sicherung zukünftiger Ansprüche zu sichern – ist mächtig und verwegen, die Sache also knifflig und vertrackt. Aber es ist zu lösen und das Rätsel ist auch schon seit einiger Zeit gelöst. Allerdings wissen zu wenige davon und das muss sich nun recht schnell ändern, bevor unser Geld hier alles ändert.

Wenn wir es dem Geldschein unmöglich gemacht haben, dass er sich aus dem Verkehr, aus dem Wirtschaftskreislauf zieht, dann haben wir gewonnen. Und nichts leichter als das. Der Geldschein muss den Waren ebenbürtiger Tauschpartner sein, unabhängig davon, ob die Bedürfnisse des Einzelnen nun schon erfüllt sind oder noch nicht. Die Waren haben es immer eilig, verkauft zu werden, denn sie verursachen immer höhere Kosten, je länger sie im Regal liegen. Am Ende will sie keiner mehr, weil sie mit der Zeit alt, schlecht, muffig und unmodern geworden sind. Geld hat mit diesen Schwierigkeiten nicht zu kämpfen. Früher am Gold, heute am Papier, nagt nicht der Zahn der Zeit. Es verfault und verrottet auch nicht und wird nicht brüchig mit der Zeit. Diese physischen Qualitäten machen es eben zu dem genialen Tauschmittel schlechthin, welches kein Mensch mehr wirklich missen will. Doch es fehlt ihm noch ein kleiner Aufdruck, der besagt, dass der Geldschein, wenn er über längere Zeit untätig herumliegt und nicht unterwegs ist und für Umsatz sorgt, immer weniger einkaufen kann. Heute für 100, in einem Jahr nur noch für 95 und in zwanzig Jahren kann man den Hunderter dann zum Altpapier packen. Ungestraft kann so kein Geldschein mehr dem Geldkreislauf vorenthalten werden. Das übrige Geld, das nicht in der nahen Zukunft ausgegeben werden soll, muss dann zur Bank gebracht werden. Von dort wird es einem anderen Wirtschaftsteilnehmer als Darlehen ausgereicht und die Scheine machen in der Hand von anderen ihren Dienst. Der Rubel rollt, der Geldkreislauf ist geschlossen und nichts mehr wird für die Hortung oder die Spekulation übrig bleiben. Wenn alles Geld im Kreislauf ist, dann erst kann nämlich aktiv die Geldmenge gesteuert werden. Sie kann der Warenmenge jederzeit angepasst werden und somit kann das Verhältnis zwischen Warenmenge und Geldmenge stabil gehalten wären. Dann wären wir bei der Währung, die währt, angelangt. Kaufkraftstabilität und damit Sicherheit für alle Produzenten und Konsumenten. Inflation und Deflation werden wir dann nur noch aus den Geschichtsbüchern kennen. Wirtschaftskrisen sind in Wirklichkeit nichts anderes als Geldkrisen, im Geld liegt die Ursache für die ökonomischen Schieflagen, die uns bald Kopf und Kragen kosten.

Und so stimmt der Gedanke, dass beim Geld das ganze Elend beginnt. Doch wer nun weiß, dass eine kleine Korrektur im Geldwesen diese Schwierigkeiten vollständig zu lösen vermag, der wird auch dem Gedanken zustimmen können, dass die Heilung der Welt beim Geld beginnen muss. Es ist an der Zeit, dass wir unsere Tauschbeziehungen heilen und so ist der allerwichtigste Schritt der, dass wir uns mit dem Geld befassen. Besser gesagt mit unseren Ansichten und Erwartungen an das Geld. Ein Geist, der lösungsorientiert arbeitet, wird niemals bei den Schwierigkeiten stehen bleiben, die eine noch nicht ganz zur Perfektion heran gereifte Sache der Welt bereitet. Schwierigkeiten sind dazu da, um gelöst zu werden. Schwierigkeiten sind der Stoff, aus dem Herausforderung und Entwicklung gemacht sind. Große Schwierigkeiten drängen zur Eile. Und so drängt uns das kollabierende Geldsystem, die einbrechende Weltwirtschaft zu tatsächlichen Lösungen.

Wer noch Gedanken darauf verschwendet, sich und seine Nächsten in Sicherheit zu bringen, der hat noch nicht ganz genau das Gebot der Stunde erkannt. Dieses Mal werden wir nicht einfach mit einem blauen Auge, mit Massenentlassungen, Lebensmittelgutscheinen, Suppenküchen und Lumpensammlerei davon kommen. All das ist schon brutale Realität, die immer weiter um sich greift, wenn wir nicht an die Ursachen gehen. Und es wird uns allen immer schneller immer schlechter gehen. Niemandem wird mehr mit Geld oder mit Vermögen geholfen sein. Und es gibt keine Insel, auf die wir uns alle retten könnten, keine Gemeinschaft, in der wir genügsam und friedlich die Kartoffeln selbst ziehen könnten. Wenn die Mitmenschen hungern, dann muss man bereit sein, jede noch so schrumpelige Kartoffel mit einer blauen Bohne zu verteidigen. Wer hat, der braucht 'ne Knarre und wer will auch. So sähen unsere künftigen Tauschbeziehungen aus. Ist es das, wohin wir gelangen wollen?

Das kann doch wohl nicht sein. Doch wir werden rasch dahin gelangen, wenn wir nicht endlich anfangen, aufzuwachen und unser Sinnen über unsere eigene kleine Rettung zu beenden. Wir müssen das heillose Durcheinander im Kopf ordnen über das, was getan werden müsste, um die Dinge wirksam zu verbessern und sie auf Funktionalität hin überprüfen. Ideen, die sich gut anhören, sind nicht das, was wir brauchen! Wir müssen exakt die Idee befördern und umsetzen, die funktioniert.

Und wie bekommen wir heraus, welches nun die Ideen sind, die was taugen und welche die, die nicht zielführend sind? Das mag für jeden Einzelnen unterschiedlich sein. Für mich war der Gedanke, dass das Geld in seiner jetzigen Beschaffenheit strukturell den Waren – die es doch nur tauschen soll – überlegen ist, genug, um damit anfangen zu können, in meinem Kopf Ordnung zu schaffen. Denn diese Überlegenheit, dieses Jokerdasein, das der Geldschein innerhalb des Wirtschaftskreislaufes spielt, führt geradewegs zum Zins und Zinseszins. Geld, das mehr Geld macht. Geld, das angeblich arbeitet. Vermögen, die anschwellen, bis sich keiner mehr die ganzen Nullen vorstellen kann, geschweige denn, etwas Sinnvolles damit anfangen kann.

Wer arbeitet? Wir Menschen. Geld arbeitet nicht! So einfach, so logisch und so simpel ist das. Ein Geldschein bezeugt erbrachte Leistung. Von Menschen erbrachte Leistung. Wenn nun einige Vermögen so gigantisch wachsen, dann hat nicht der jeweilige Besitzer besonders viel dafür gearbeitet, sondern all die Menschen, die heute Tag für Tag arbeiten oder früher in ihrem Leben gearbeitet haben. Der Zins verteilt die Vermögen: wer wenig hat, dem wird auch noch der Rest genommen und wer viel hat, der bekommt immer noch obendrauf gepackt. Getreu dem deutschen Sprichwort: Der Teufel macht sein Geschäft halt immer auf den größten Haufen!

Die Chaostheorie stimmt. Der Flügelschlag des Schmetterlings kann einen Tsunami auslösen. Bildlich gesprochen. Konkret heißt dies, dass der Geldschein, dem ein simpler Aufdruck fehlt, die ganze Welt den Orkus heruntergehen lassen kann.

Bitte. So kann es doch nicht mit uns allen zu Ende gehen. Wollen wir das wirklich zulassen und wollen wir weiter mit der Schulter zucken, wenn es heißt: „Leute aufwachen, es heißt nun Ente oder Trente"

Angelika Garbaya
 
 
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